Freitag, 30. Mai 2014

VADER - Tibi Et Igni

Band: Vader
Album: Tibi Et Igni
Spielzeit: 42:02 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.vader.pl

Die polnische Death Metal Institution VADER ist zurück. Fast drei Jahre nach dem starken "Welcome To The Morbid Reich" gibt es mit "Tibi Et Igni", was so viel bedeutet wie "für dich und das Feuer", den nächsten Death Metal Frontalangriff der Mannen um Piotr „Peter“ Wiwczarek.

Der Einstieg ist typisch VADER, ein klassisches Intro leitet "Go to hell" ein, welches sich dann nach zwei Minuten sofort als absolutes Highlight entwickelt. Der Song wird mit ziemlicher Sicherheit einen festen Platz im Liveprogramm der Polen finden. "Where Angels Weep" legt dann alles in Schutt und Asche, Doublebass-Attacken gegen die eine Maschinengewehr-Salve harmlos wirkt. Bei aller Härte und Raserei verlieren die Jungs aber nie den Groove aus den Augen und die thrashigen Riffs dürfen auch nicht fehlen. Hier sei "Triumph Of Death" erwähnt, eine stampfende Dampfwalze allererster Güte. Die restlichen Songs wechseln zwischen diesen Facetten und halten das enorme technische Niveau mit spielerischer Leichtigkeit.

Über die musikalische Qualität der Musiker braucht man auch keine weiteren Worte mehr zu verlieren, VADER sind nicht nur erste Liga, das ist Champions League. Die Produktion wurde erneut von Wojtek und Slawek Wieslawski übernommen und lässt ebenfalls keine Wünsche offen.

VADER waren eine Bank, VADER sind eine Bank und ich glaube man ist nicht zu optimistisch wenn man behauptet VADER bleiben eine Bank. Nach über dreißig Jahren im Geschäft hält die Band sich mit beeindruckender Leichtigkeit eine volle Länge vor der Konkurrenz und überzeugt auch 2014 mit "Tibi Et Igni" auf ganzer Linie. Und dieses Wochenende komme ich gleich in den Genuss mir die neuen Songs am Out & Loud live um die Ohren feuern zu lassen. Das wird ein Fest. Death Metal Fans können hier blind zuschlagen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Go To Hell
02. Where Angels Weep
03. Armada On Fire
04. Triumph Of Death
05. Hexenkessel
06. Abandon All Hope
07. Worms Of Eden
08. The Eye Of The Abyss
09. Light Reaper
10. The End

Chris

CROWN OF GLORY - King For A Day

Band: Crown of Glory
Album: King for a Day
Spielzeit: 66:15 min
Stilrichtung: Melodic Metal
Plattenfirma: Fastball Music
Veröffentlichung: 16.05.2014
Homepage: www.crown-of-glory.ch

Ah endlich gibt es neuen Stoff von einer meiner Lieblingsschweizerbands! Für manche dürften CROWN OF GLORY ein absoluter weißer Fleck auf der Metallandkarte sein. Wer aber so wie ich das Debütalbum „A Deep Breath of Life“ aus dem Jahre 2008 in seinem Schrank stehen hat wird wissen wen und was ich meine.
Das Familienunternehmen, mit den Gebrüdern Henne und Markus Muther (Gesang und Gitarre) sowie Cousin Philipp Meiser (Keyboard), sorgte mit ihrem Debütalbum wirklich weltweit für Aufsehen. Danach wurde es leider ein wenig ruhiger um die Truppe, private und familiäre Verpflichtungen waren wohl der Grund.
Nun kehrt man aber mit neuem Label im Rücken zurück auf die Showbühne und präsentiert uns das zweite Album „King for a Day“.
Wie auch schon auf dem Debüt soll uns hier melodischer Metal geboten werden der ab und an auch einen Ausflug in die progressiven Gefilden macht.
Ich war auf jeden Fall sehr gespannt, da das Debütalbum zu einer meiner absoluten Lieblingsalben gehört und startete so mit Freuden den Openertrack „Storm“. Eine epische Nummer, die seine Stärken ganz klar in den abwechslungsreichen Melodien, sowie dem eingängigen Chorus ausspielt. Erinnert ein klein wenig an „Ikarus“ vom Debütalbum. Auf jeden Fall ein gelungener Einstieg.
Danach legen die Jungs ein ziemlich beeindruckendes Tempo vor, denn die anschließenden „The End of the Line“, „Saviour“, der Titeltrack „King for a Day“ und auch „Riddle“ schaffen es ohne Probleme ebenfalls so zu begeistern wie der Openersong und sich metertief in die Gehörgänge einzugraben.
Gibt es denn hier gar nichts zu kritisieren? Doch doch so ab und verlassen die Jungs nämlich den qualitativen Pfad und schießen auch mal daneben, das recht gewöhnliche „One Fine Day“ oder im weiteren Verlauf „Once“ sind solche Beispiele. Aber die nicht ganz so gelungenen Songs sind auf dem gesamten Album eindeutig in der Minderheit, denn auch in der Folge kann man mich das ein oder andere Mal so richtig begeistern!
Nehmen wir da zum Beispiel der melodische Doppelpack „Only Human“ und „The Hunter“, das atmosphärisch dichte, orientalisch angehauchte „Morpheus Dream“ oder das abschließende „House of Cards“. Alles Songs die so wie die schon genannten Ohrwürmer ohne Probleme hängen bleiben und das Album eindeutig bereichern! Im Vergleich hat mir das Debüt aber noch einen Ticken besser gefallen.

Anspieltipps:

Die Platte ist generell auf einem recht hohen Niveau, ein wenig hervorstechen tun aber noch “The End of the Line, “Saviour”, “The Hunter“ und “Morpheus Dream”.

Fazit :

Das lang erwartete zweite Album der Schweizer CROWN OF GLORY ist auf jeden Fall eins, keine Stangenware! Denn den ein oder anderen Durchlauf muss man “King for a Day” schon gönnen bevor sich die Songs so richtig in aller Gänze erschließen.
Trotzdem haben die Jungs relativ gut die Schnittmenge gefunden zwischen komplexen, anspruchsvollen Songs und den Ohrbomben die sich umgehend ins Hirn fressen, wobei letztere noch ein wenig präsenter hätten sein können.
Man merkt aber eindeutig das sich die Band viel Zeit bei den Songs gelassen hat und ganz klar kann ich das neue Album allen Fans des Debütalbums an Herz legen. Aber auch Anhänger des etwas komplexeren Melodic Metals sollten hier definitiv mal rein hören, es lohnt sich!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Storm
02. The End of the Line
03. Saviour
04. One Fine Day
05. King for a Day
06. Riddle
07. Only Human
08. The Hunter
09. Morpheus Dream
10. Bane of our Existence
11. Once
12. House of Cards

Julian

DUST BOLT - Awake The Riot

Band: Dust Bolt
Album: Awake the Riot
Spielzeit: 59:54 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.facebook.com/dustbolt

Zwei Jahre nach ihrem Debüt "Violent Demolition" wuchten die Thrasher von DUST BOLT aus Landsberg am Lech mit "Awake the Riot" ihren zweiten Langspieler auf den Markt.

Bereits der rasanter Opener "Living Hell" zeigt eins ganz klar: wie schon auf "Violent Demolition" krachen die Songs verdammt Heavy aus den Boxen, wütende Leads, intensive Soli und fette Riffs dominieren auch weiterhin den Sound der Jungs. Dazu ein wummernder Bass und präzises Drumming. Musikalisch finden sich Einflüsse aus allen prägenden Szenen der Thrash Geschichte, vom klassischen Bay Area Sound über die New Yorker Crossover-Szene bis hin zu den Big-Teutonic-Four ist alles vertreten. Das Gaspedal wird regelmäßig bis zum Anschlag durchgedrückt, die Gitarren shreddern, dass es eine wahre Freude ist. Dabei verlieren DUST BOLT aber nie Melodie und Groove aus den Augen, wie etwa Songs der Marke "Beneath The Earth" oder der Titeltrack beweisen. Das Groove-Monster "Agent Thrash" lädt dann mit seiner treibenden Midtempo Ausrichtung zum Headbangen ein und macht einfach Laune. Den Abschluss bildet das gelungene EVIL DEAD Cover "Future Shock" - wem es gefällt, sollte sich auch unbedingt mal mit dieser nahezu in Vergessenheit geratenen Band beschäftigen, dies aber nur am Rande. Die Zwölf Sonngs halten ein einheitlich hohes Niveau und verstehen es, dem Hörer gehörig einzuheizen.

Wenn ihr also eure Freude an Bands wie FUELED BY FIRE, LOST SOCIETY oder BONDED BY BLOOD habt, solltet ihr euch die Bayern auf keinen Fall entgehen lassen. So und nicht anders muss Thrash Metal 2014, zeitgemäß, frisch und trotzdem in den Ursprüngen verwurzelt!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Living Hell
02. Soul Erazor
03. Beneath The Earth
04. You Lost Sight
05.Agent Thrash
06. Living A Lie
07. Awake The Riot - The Final War
08. Eternal Waste
09. Drowned In Blind Faith
10. Worlds Built To Deceive
11. The Monotonous - Distant Scream
 12. Future Shock (Evil Dead Cover)

Chris

KILLER BE KILLED - Killer Be Killed

Band: Killer be Killed
Album: Killer be Killed
Spielzeit: 45:47 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 09.05.2014
Homepage: www.facebook.com/KillerBeKilledMusic

Der umtriebige Max Cavalera (SOULFLY, CAVALERA CONSPIRACY, ex-SEPULUTRA) hat mit Greg Puciato (THE DILLINGER ESCAPE PLAN), Troy Sanders (MASTODON) und Dave Elitch (ex-THE MARS VOLTA) die nächste Supergroup am Start. Das Projekt wie auch deren Erstling nennen sich KILLER BE KILLED. Puciato selbst beschreibt die Musik als "eine Mischung aus SABBATH-lastigem Doom, vermengt mit etwas Thrash, Hardcore und Punk”.

Wenn ein beteiligter Musiker dies so beschreibt, wird es wohl stimmen, auch wenn ich gewisse Probleme habe BLACK SABBATH hier herauszuhören. Ok, nachdem die Band allgemein als Begründer des Heavy Metal gilt, kann man den Bogen natürlich soweit (über)spannen. Faktisch handelt es sich um extrem modernen Thrash mit Hardcore/Punk-Schlagseite und gelegentlichen Ausflügen in die Metalcore Ecke. Songwriting und Vocals haben sich Cavalera, Puciato und Sanders geteilt, dementsprechend vielseitig ist das Ergebnis auch geworden. KILLER BE KILLED klingen auf jeden Fall nicht nach den üblichen Spielwiesen der beteiligten Musiker, was bei solchen Bündnissen doch sehr oft der Fall ist. Insoweit hat der Zusammenschluss seinen Sinn erfüllt und etwas Neues geschaffen.

Wirklich vom Hocker haut mich die Scheibe aber nicht. Die Songs sind druckvoll und vielschichtig, aber irgendwie fehlt eine klare Linie. Mir persönlich gefällt es am besten, wenn die Wurzeln und Vocals von Max in den Vordergrund treten, Leute die mehr mit MASTADON oder THE DILLINGER ESCAPE PLAN anfangen können als ich werden dies entsprechend andersherum sehen. Ich denke nur, dass eher wenig Leute mit der gesamten Klangwelt von KILLER BE KILLED richtig viel anfangen können. Weder Fisch noch Fleisch. Oder ist doch genau das der Reiz? Wie auch immer, mich erreicht das Debüt der Jungs nicht so wirklich, trotz vieler guter Ansätze.

Produziert wurde "Killer be killed" von Josh Wilbur (LAMB OF GOD, GOJIRA) und der macht einen super Job.

Die Wertung fällt mir schwer, an der Qualität der beteiligten Musiker gibt es keine Zweifel, die Produktion ist richtig fett und auch die Songs sind eigentlich gut. Nur klingen sie eben nicht so ganz stimmig. Hört einfach mal selbst rein und macht euch ein Bild. Für Traditionalisten ist die Scheibe sicher nichts, wer einem wilden Stil-Bastard aufgeschlossen ist, könnte hier voll auf seine Kosten kommen. Ich wähle einen neutralen Mittelweg.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Wings of Feather And Wax
02. Face Down
03. Melting Of My Marrow
04. Snakes of Jehova
05. Curb Crusher
06. Save The Robots
07. Fire To Your Flag
08. I.E.D.
09. Dust Into Darkness
10. Twelve Labors
11. Forbidden Fire


Chris

CHAINREACTION - A Game Between Good And Evil

Band: Chainreaction
Album: A Game between Good and Evil
Spielzeit: 50:02 min
Stilrichtung: Melodic Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Underground Records
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.facebook.com/chainreactionmetal

Aus dem tiefen des Hamburger Underground beehren uns dieser Tage die Melodic Metaller von CHAINREACTION. Die Truppe treibt bereits schon seit 1996 ihr Unwesen und dieser Tage kommt doch tatsächlich das Debütalbum „A Game between Good and Evil“ auf den Markt.
Geboten wird uns hier melodischer Heavy Metal klassischer Prägung, der tief in den 80igern verwurzelt ist. Der Gesang von Frontfrau Conny erinnert manchmal an eine rauchige Version von Klaus Meine und ergänzen die Songs sehr gut.
Wer sich eine female fronted Version der Labelkollegen von BLACK HAWK vorstellen kann, der dürfte wissen mit was er hier rechnen kann.
Und da auch wir hier dem Underground gerne eine Chance geben, war es für mich selbstverständlich das Album zu besprechen.
Also dann, here we go mit dem Openersong „Have no fear“. Und nach 1 Minuten halten wir fest, die Old School Gitarrenriffs sind schon mal mit an Bord, der rauchige Gesang von Fronterin Conny passt auch recht gut und die Nummer hat einen eingängigen Chorus, als Beginn und Appetithappen also alles mal ganz ok.
Ach ja um direkte Diskussionen über die Gesangsstimme im Keim zu ersticken, ja die gute Conny ist mit Sicherheit keine Shouterin mit einer unglaublichen Range, aber sie bringt die Songs ordentlich und mit viel Ausdruck rüber und für diese Art Mucke ist der Gesang absolut ok!
So Lanze gebrochen, weiter im Text bzw. den Songs. „Angels never die“ ist im Vergleich wesentlich treffsicherer was die Eingängigkeit angeht und die anschließenden „Stolen Fire“ sowie „Straight from Hell“ kommen flott und kraftvoll aus den Boxen und graben sich ebenfalls ohne großartige Mühe tief in unsere Gehörgänge.
Im Mittelteil kann man mich mit „Anthem for Humanity“ und „Warrior“ zwar nicht mehr so packen und die Nummern rauschen ziemlich an einem vorbei, aber mit „Where is God“ geht das Niveau danach wieder spürbar nach oben und mit dem atmosphärischen „Dreaming“ sowie dem melodischem Stampfer „Wash my Tears“ hat man noch zwei Ohrwurmtracks in der Hinterhand die den schwächeren Mittelteil wieder vergessen machen.
Mit „Be Honest“ und vor allem „Born to Rock“ findet man dann einen gelungen Abschluss für das Debütalbum, welcher sicherlich keinen Anhänger des Undergrounds sowie des 80iger Metals enttäuschen sollte!

Anspieltipps:

Mit “Angels never die”, “Stolen Fire”, “Straight from Hell”, “Wash my Tears” sowie “Born to Rock” macht man hier definitiv nicht viel falsch.

Fazit :

Wie schon vorweg genommen, Anhänger von puren 80iger Metal kommen mit dem Debütalbum von CHAINREACTION absolut auf ihre Kosten! Man darf hier sicherlich keine Bombastsongs und mehrstimmige, voluminöse Chöre erwarten, aber wenn man mit der richtigen Einstellung an das Album ran geht, entwickelt es absolut seinen Charme. Für eine Undergroundband die den ersten Schritt ins Rampenlicht macht, ist das hier vorliegende Tondokument auf jeden Fall gut gelungen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Have no fear
02. Angels never die
03. Stolen Fire
04. Straight from Hell
05. Anthem for Humanity
06. Warrior
07. Where is God
08. Dreaming
09. Wash my Tears
10. Be Honest
11. Born to Rock (Bonus Track)

Julian

Dienstag, 27. Mai 2014

TRI STATE CORNER - Home

Band: Tri State Corner
Album: Home
Spielzeit: 39:48 min
Stilrichtung: Alternative Rock
Plattenfirma: Drakkar
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.tristatecorner.de

Man sperre drei Griechen, einen Polen sowie einen Deutschen für ein paar Stunden in einen Proberaum und stelle ihnen Instrumente zur Verfügung – schon ist TRI STATE CORNER geboren. Und das Grandiose ist: Der multikulturelle Hintergrund beeinflusst den Sound maßgeblich! Bouzouki trifft auf E-Gitarre. Seit einigen Jahren ist das Quintett schon mit diversen namhaften Bands auf Tour und kann stolz auf einige gigantische Shows zurückblicken. Egal, wo die Jungs aufschlagen – sie sind unvergleichbar und auf Ihrem Gebiet bisher unerreicht. Ihre brandneue Scheibe „Home“ ist als Konzeptalbum konstruiert und knüpft thematisch sogar an die Vorgängerveröffentlichung „Historia“ an. Elf starke Songs sowie das brachiale und simpel als „Intro“ betitelte – wie sollte es anders sein – Intro, das ebenfalls wie „Faster“ ganz à la ILL NIÑO mit Djembé und Bouzouki einen starken Kontrast zu den übrigen elektrischen Instrumenten bildet. „The History Goes On“ besticht mit ordentlich Ohrwurmpotenzial, wobei die Gitarrenriffs erfrischend leicht und kein bisschen schwerfällig strukturiert sind. Ein geradezu punkiges Erscheinungsbild besitzt „Free Prison“, während „My Own World“ vergleichsweise sperrig um die Ecke kommt.  Bei „Bigger Than You“ muss der geneigte Rezipient schon zweimal hinhören – es klingt fast so, als hätten sich TRI STATE CORNER Brandon Boyd von INCUBUS als Gastsänger eingeladen. Die Gesangsstimme Vassilios „Lucky“ Maniatopoulos‘ ähnelt der des Kaliforniers durchaus. Die mediterranen Wurzeln der Band werden bei „Mother Earth“ sowie bei „Kapia Stigmi“ überdeutlich, glänzen diese beiden Songs doch durch Refrains in griechischer Sprache. Ihren Metal-Genen lassen die fünf Musiker für die Songs „One Day“ und „Déjà Vu“ mal alle Freiheiten – und das auch noch sehr authentisch!  Zweifelsfrei das am meisten beeindruckende Stück des Albums ist „Beside You“. Es hat all das, was ein guter Song braucht: Eine catchy Hookline und ordentlich Druck dahinter. Zum letzten Lied „Home“, das der neuen Scheibe ihren Namen geliehen hat, kann man sich die begeisterten und pogenden Menschenmassen auf den großen Festivals schon einmal imaginär vor dem inneren Auge projizieren. Wow!

Fazit: Eingängige und mit südländischer Lässigkeit versehene Songs, die absolut kommerzielles Potenzial besitzen. Dass die griechisch-polnisch-deutsche Connection einiges zu bieten hat, haben sie schon auf ihrem Vorgängeralbum „Historia“ bewiesen, an welches sie mit „Home“ konzeptionell erfolgreich anknüpfen.  In diesem Sinne: Jamás! Na zdrowie! Prost!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Intro
02. The Historie Goes On
03. Faster
04. Free Prison
05. Mother Earth
06. Bigger Than You
07. Kapia Stigmi
08. My Own World
09. One Day
10. Beside You
11. Déjà Vu
12. Home

Christoph

NIGHTQUEEN - Revolution

Band: Nightqueen
Album: Revolution
Spielzeit: 50:42 min
Stilrichtung: Power/Symphonic Metal
Plattenfirma: WildGame Music
Veröffentlichung: 25.04.2014
Homepage: www.nightqueen.be

Vor dieser Besprechung galt es erstmal ein bisschen was aufzuarbeiten. Die belgische Power/Symphonic Metalband  NIGHTQUEEN rund um Frontfrau Keely Larreina und Mastermind Rex Zeco veröffentlichte 2012 ihr Debütalbum „For Queen and Metal“ über Massacre Records. Damals war ich schwer begeistert vom Sound der Band und das Album rannte bei mir offene Türen ein. Danach wurde es aber recht still um die Band und ich verlor sie aus den Augen. Aber dann las ich auf einmal eine Ankündigung das man im April ein neues Album veröffentlichen würde, aber leider nicht offiziell hier in Deutschland über Massacre Records sondern über das belgische Label WildGame Music. Aber davon lässt man sich ja nicht aufhalten und nach ein paar Mails war der Kontakt hergestellt sowie die Promo gesichert!
Stilistisch hat sich auf dem neuen Album nichts geändert und das ist in meinen Augen auch gut so. Wer also bei meiner Rezension des ersten Albums schon einen wässrigen Mund bekommen hat oder generell mit dem Debütalbum oder female fronted Power/Symphonic Metal etwas anfangen kann, der sollte jetzt also rasch weiter lesen.
Denn mit dem Opener „The Hunter“ starten NIGHTQUEEN wie wir sie kennen, episch, bombastisch und mit ganz viel Pathos. Die Stimme von Sängerin Keely hat dabei nichts von ihrer Power verloren und somit können wir den ersten Track direkt mal als absolut gelungen abhaken.
Danach folgt mit „Love after Life“ der erste Song der im Internet als Video zu bestaunen war. Dieser ist ein wenig langsamer gehalten als der Vorgänger, dafür geht es hier aber textlich und atmosphärisch mehr zur Sache. Eingängiger Chorus, feine Melodien, alles da was ein guter Song braucht, von daher auch eine absolute Empfehlung.
Der Titeltrack „Revolution“ wird mit einem kleinen atmosphärischen Einspieler eröffnet bevor auch er ohne Probleme den Weg in die Gehörgänge findet.
Was aber mittlerweile ein wenig auffällt ist, das die Produktion an der ein oder andere Stelle etwas besser sein hätte können, aber vielleicht liegt das einfach nur an den digitalen MP3's, manchmal übersteuert der Sound ein wenig.
Aber lassen wir uns von diesen Störfeuern nicht aufhalten, sondern werfen wir noch ein paar Blicke auf die restlichen Songs. Denn auch hier lohnt sich definitiv ein genauerer Blick, denn mit „Rain of Blood and Fear“, „ Democracy“ und vor allem dem epischen, überlangen Abschlusstrack „Queen of the Night“ hat man noch den ein oder anderen Ohrwurm in der Hinterhand.

Anspieltipps:

Mit dem Opener “The Hunter”, “Love after Life”, dem Titeltrack “Revolution”, “Rein of Blood and Fear” und dem überlangen Abschlusstrack “Queen of the Night hat man hier ganz klar die besten Songs am Start.

Fazit :

Wie schon gesagt hat mich das Debütalbum der Band damals schwer begeistert, irgendwie traf der Sound der Band mich komplett und ließ mich nicht mehr los. Genau dieses trifft nun auch wieder bei“Revolution” zu. Für mich hat die Band einfach das gewisse Etwas!
Ein, zwei Songs hätten zwar noch ein wenig packender sein können und den ganz klaren Minuspunkt muss man stellenweise beim Sound bzw. der Produktion suchen. Denn der ist teilweise nicht das Gelbe vom Ei, was aber vielleicht auch auf der richtigen Scheibe wieder ganz anders klingen könnte!
Aber ansonsten kann ich auch die zweite NIGHTQUEEN Scheibe jedem Fan von Female Fronted Power/Symphonic Metal absolut ans Herz legen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Hunter
02. Love after Life
03. Revolution
04. Rain of blood and fear
05. Beyond the gates of heaven
06. Scream in the Night
07. Demoncracy
08. The Watcher
09. Queen of the Night

Julian

U.D.O. - Steelhammer - Live From Moscow

Band: U.D.O.
Album: Steelhammer - Live From Moscow
Spielzeit: 102:38 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.udo-online.com

Zu U.D.O. müssen keine weiteren Worte mehr verloren werden, "The German Tank" ist als Urgestein des deutschen Heavy Metal schon längst ein lebendes Denkmal. Und noch immer hat der Herr mächtig Kraft in der Stimme und zeigt der jungen Garde wo der Steelhammer hängt. Und das mit 62 Jahren, Respekt!

U.D.O. und Russland, das ist eine alte Liebe, waren U.D.O. doch eine der ersten westlichen Bands die dort auf Tour gingen. Noch heute erfährt die Band daher im Land der Zaren große Sympathien. Folgerichtig wurde das neuste Live-Album in der Hauptstadt Moskau aufgenommen.

Wer die letzte Tour besucht hat, wird viele Songs aus der damaligen Setlist wiedererkennen. Ganze sieben Mal sind Stücke des sehr erfolgreichen letzten Langeisens "Steelhammer" vertreten, dazu diverse Bandklassiker wie "Holy", "Timebomb", "No limits" oder "They want war". Zum krönenden Abschluss gibt es dann noch den obligatorischen ACCEPT Song, diesmal wurde "Metal Heart" ausgewählt. Nur ein ACCEPT Song, hier zeigt sich wie viele erstklassige Songs U.D.O. mittlerweile schon geschrieben haben. Gerade im direkten Vergleich zum ersten Livealbum von Oktober 2001 "Live from Russia" auf dem sich noch ein nahezu gleicher Anteil aus Songs der beiden Bands befunden hat.

Udo Dirkschneider und seine Mannen sind in bestechender Form und liefern ein gewohnt starkes Livedokument ab. Ihr habt nun die Qual der Wahl: "Steelhammer - Live From Moscow“ erscheint als DVD/2CD, Bluray/2CD und als 3-Vinyl in den russischen Staatsfarben (Tricolor).

WERTUNG:






Trackliste:

CD 1
01. Intro
02. Steelhammer
03. King Of Mean
04. Future Land
05. Cry Of A Nation
06. Trip To Nowhere
07. They Want War
08. Never Cross My Way
09. Stranger
10. Stay True
11. In The Darkness
12. Azrael

CD 2
01. No Limits
02. Mean Machine
03. Burning Heat
04. Metal Machine
05. Devil’s Bite
06. Go Back To Hell
07. Timebomb
08. Holy
09. Metal Heart

Chris

NINTH CIRCLE - Legions Of The Brave

Band: Ninth Circle
Album: Legions of the Brave
Spielzeit: 67:46 min
Stilrichtung: Power/Heavy Metal
Plattenfirma: Pure Rock Records
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.ninthcircle.us

NINTH CIRCLE aus Amerika haben mittlerweile schon 20 Bandjahre auf den Buckel, hier zu Lande sind sie allerdings noch relativ unbekannt. Dieser Umstand soll sich nun mit dem neuen Album „Legions of the Brave“ ändern, denn mit den Jungs von Pure Steel nimmt sich ein Label der Band an, welches schon immer für ihr feines Näschen berühmt war. Mal schauen ob dies auch dieses Mal wieder der Fall ist!
Mit dem dritten Album „Legions of the Brave“ scheinen dafür auf jeden Fall alle Weichen gestellt zu sein, denn die Jungs verstehen es wie keine zweite Band ihre Version von symphonischen Power/Heavy Metal mit melodischem Rock und auch AOR zu kreuzen. Für die ganz harten Schwermetaller ist der Diskus also nichts, aber Fans der Genre, die es auch mal etwas härter bzw. sanfter mögen, sollte hier absolut auf ihre Kosten kommen!
Wir überzeugen uns jetzt mal direkt davon und lauschen den Klängen des Intros „Arcturus Rising Part 1“. Ordentlich gemacht, weist es uns gut den Weg ins Album, bevor dort dann mit dem melodischen, ja fast schon AOR mäßige „After the Rain“ der erste Volltreffersong auf uns wartet.
Und wenn wir schon mal bei den Volltreffersongs sind, hierzu kann man auch direkt die nachfolgenden „All or Nothing“, „Living on the Sun“ und „The Quickening“ zählen. Alles Songs die sich in der, schon angesprochenen so bandtypischen, Schnittmenge zwischen Power/Heavy Metal, Rock und AOR bewegen und sich mit ihren Melodien und den Refrains zuckersüß in den Gehörgang schleichen!
In der Mitte des Albums haben wir dann den Titeltrack „Legions of the Brave“ den wir auch noch ohne Probleme auf der Habenseite verbuchen können, allerdings geht hier die Leichtigkeit der AORschlagseite ein wenig flöten.
Die Fortsetzung des Intros „Arcturus Rising Part 2“ macht dann den Weg frei für den letzten Abschnitt der Scheibe der zwar nicht mehr ganz an die Klasse der ersten Hälfte ran kommt, aber mit „Grinding the Bastards Down“ und „In Evil we Trust“ noch zwei absolute Burnertracks für uns parat hält.
Abschließend kann also gesagt werden, das die erste Hälfte der Scheibe hier ganz klar als Gewinner ins Ziel geht.

Anspieltipps:

“After the Rain”, “All or nothing”, “Living on the Sun”, “The Quickening” und “In Evil we Trust” sind dieses Mal die Songs die am ehesten haften bleiben.

Fazit :

Insgesamt liefern NINTH CIRCLE auf ihrem lang erwarteten dritten Album eine ordentliche Leistung ab, man merkt zu jeder Zeit das man es hier mit einer erfahrenen Truppe zu tun hat. Die Mischung aus Power/Heavy Metal mit Rock und AOR ist wirklich sehr gelungen und zeichnet die Band absolut aus!
Zwar hält man das hohe Level der ersten Songs nicht bis zum Ende der Scheibe durch, von Totalsausfällen sind die Songs der zweiten Hälfte aber auch noch meilenweit entfernt. Von daher gibt es hier sehr ordentlich 8 Punkte von mir für “Legions of the Brave”.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Arcturus Rising Part 1
02. After the Rain
03. All or Nothing
04. Living on the Sun
05. The Quickening
06. Legions of the Brave
07. Arcturus Rising Part 2
08. Grinding the Bastards Down
09. Going Home
10. In Evil we trust
11. Stormbringer
12. The World burns away

Julian

SLEAZY ROXX - Dangerous Obsession

Band: Sleazy Roxx
Album: Dangerous Obsession
Spielzeit: 43:50 min.
Stilrichtung: Hair Metal
Plattenfirma: City Of Lights Records
Veröffentlichung: 30.05.2014
Homepage: www.bandzone.cz/glamnsleazybastards

Dass wir es hier mit einer Kapelle zu tun haben, die im weitesten Sinne Hair Metal macht, sollte schon beim Lesen des Bandnamens klar sein. Und nachdem wir unlängst die Existenz von Sleaze und Glam im Nachbarland Polen aufgrund der neuesten Scheibe von NASTY CRÜE geklärt hatten, sind jetzt unsere Freunde aus Tschechien an der Reihe. SLEAZY ROXX warten nach einer 2012er EP mit ihrem ersten Longplayer auf. „Dangerous Obsession“ heißt das gute Stück und als Einflüsse der vier Musiker werden einschlägige Verdächtige wie RATT, PRETTY BOY FLOYD, CRASHDIET, POISON oder MÖTLEY CRÜE genannt.

Dass sich die Jungs nicht nur nach den 80ern sehnen sondern auch an den Vereinigten Staaten – dem Mutterland des Hair Metal - einen Narren gefressen haben, zeigen die einzelnen Songtitel auf den ersten Blick. Das Intro „Innocent Memories“ indes zeichnet ein komplett verwirrendes Bild von dem, was noch folgen sollte. Denn diese knappe Minute Piano mit Streichern aus der Konserve stimmt nicht wirklich auf den ersten Song „Porn To Be Wild“ ein. Da hätte man lieber die Gitarren-Einleitung desselben an den Anfang gestellt. Egal, hier rockt die Luzie: die Gitarrenriffs zünden, die Stimme von Lee Gambert kommt schon dreckig und der Sound geht auch in Ordnung. Das Gestöhne nach dem Solo hätte man sich allerdings sparen können, der Pfad ist schon ziemlich ausgelatscht. „Draw The Lion“ schlägt in die gleiche Kerbe, um nicht zu sagen, das Stück hat einen ähnlichen Aufbau wie der eben gehörte. Lediglich der Refrain ist ungleich melodiöser und geht gut ins Ohr.

Mit “Lima Sierra Delta“ kommen auch schon die ersten Abnutzungserscheinungen auf, bevor die Uptempo-Nummer „Long Way To Mexico“ wieder mehr Leben in die Bude bringt. Im weiteren Verlauf wechseln sich Licht („Girl From 80s“) und Schatten („Sex Drugs & Ice Cream“, „Bastard“) ab und hinterlassen gemischte Gefühle. Dazwischen posieren Songs wie „Kentucky Highway“ oder „Live Fast – Die Young“.

Der große Wurf ist SLEAZY ROXX mit ihrem Debüt nicht gelungen. Ordentliche Ansätze sind dennoch zu finden und wenn die Tschechen in Zukunft ein bisschen weniger „Fuckin Everything“ in ihre Texte einbauen, könnte durchaus was draus werden. Der Grundstein ist gelegt, jetzt heißt es: verfeinern und Eigenständigkeit entwickeln.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Innocent Memories
02. Porn To Be Wild
03. Draw The Lion
04. Lima Sierra Delta
05. Long Way To Mexico
06. Sex Drugs & Ice Cream
07. Live Fast – Die Young
08. Bastard
09. Girl From 80s
10. Kentucky Highway
11. White Gold
12. Under Magenta Sky (2012, Bonus)

Stefan

Montag, 26. Mai 2014

FURIA LOUCA - On The Croup Of The Sinner

Band: Furia Louca
Album: On The Croup Of The Sinner
Spielzeit: 38:22 min.
Stilrichtung: Hair Metal, Hardrock
Plattenfirma: Voice Music
Veröffentlichung: bereits veröffentlicht
Homepage: www.furiolouca.com

Unverhofft kommt oft – und so verhält es sich auch bei diesem Fund aus den Weiten des Internets. Beim Surfen wurde ich auf eine Hardrockband aus Brasilien aufmerksam. Zuerst durch das tolle Retro-Design des aktuellen Album Covers, danach beim Betrachten der Homepage. Leider hatte ich bis dahin noch keinen Ton von dieser Band gehört, doch auch die Hörproben von FURIA LOUCA waren vielversprechend. An dieser Stelle möchte ich mich ganz ausdrücklich bei Henrique, dem Sänger der Band, für die Original CD bedanken. In einer Zeit, in der nur noch mit mp3´s bemustert wird, sind es meist die kleinen Bands, die eine gute Visitenkarte abgeben möchten, und das ist nun mal das fertige Produkt und keine abgespeckten Files. Natürlich hat das keinerlei Einfluss auf meine Bewertung – das haben die Jungs auch gar nicht nötig.

Neben Henrique Sugmyama (vocals) besteht die Band noch aus Hugao Away (guitars), Allex Kyel (guitars), Ronaldo „The Truck“ Lisboa (drums), Tiago Guinevere (bass) und dem „Maskottchen“ Ella, das unter anderem auch auf dem Artwork zum aktuellen Album „On The Croup Of The Sinner“ zu finden ist. Die Einflüsse der Brasilianer sind die Big Player der Hardrockgeschichte. Dazu zählen u.a. KISS, KROKUS, RATT, W.A.S.P. oder ACCEPT aber natürlich auch MÖTLEY CRÜE. Und so klingt die Band auch. Und so lassen FURIA LOUCA, was übersetzt so viel heißt wie „Wut der Narren“ auf ihrem zweiten Longplayer, der schon letztes Jahr erschienen ist, die alten Helden hochleben.

Im Vergleich zum selbstbetitelten Debüt, das 2012 in Eigenregie erschienen ist, haben die Jungs nicht nur eine Schippe Härte draufgepackt sondern auch einen echt amtlichen Sound hingezaubert. Schon der erste Track „Fatuous Fire“ knallt dermaßen fett aus den Boxen, dass einem das Toupet um die Ohren fliegt. Mit feinstem Riffing, einer tighten Rythmussektion und der herrlich dreckigen Stimme von Mr. Sugmyama ist schon der Opener ein Gewinner. Mit einer kurzen Sequenz von CHUCK BERRY´s „Johnny B. Goode“ beginnt „Lost´n Found (I Sold My For Rock´n Roll)”. Die textliche Thematik scheint echt in Mode zu sein, denn die Brasilianer sind bei Leibe nicht die ersten, die einen Song über ihre Liebe zum Rock´n Roll schreiben, aber dieser kann echt was. Das lockere „Oozie Snooze“ erinnert ein wenig an POISON, die Herrschaften um Bret Michaels würden sich aber wahrscheinlich heute noch wünschen, einen solch geilen Sound gehabt zu haben. Hammer Teil!

“In A War By Love“ ist ebenfalls ein kerniger Rocker bevor FURIA LOUCA mit „Mary Ann“ beweisen, dass sie auch etwas leisere Töne anschlagen können. Böse Zungen würden sagen: die Quotenballade – aber eine richtig schöne. Bei „Bewitched“ ist allerdings etwas schief gegangen, denn hier vermisse ich die Leidenschaft und das bisher sehr gute Songwriting. Das kann die Bandhymne „Furia Louca“ aber sofort wieder ausbügeln, denn hier haben sich die Jungs selbst ein Denkmal gesetzt. Eines der Highlights auf diesem Rundling. Mit „Headlines“ gibt es dann noch einmal einen deftigen Hardrocker und „Slow Sexxx“ schlägt in eine ähnliche Kerbe. Das Schlusslicht „Thrill Of The Romance“ – ein beherztes Duett - beschließt ein Album, das mich echt total überrascht hat. Nicht nur, dass sich die Band in nur einem Jahr seit ihrem Debüt enorm gesteigert hat – alles klingt wie aus einem Guss, die Platte hat einen Top Sound und die Songs sind zu 90% wirklich erste Sahne.

Diese Band hat alles, was in den 80ern zu einer großen Karriere geführt hätte. Also liebe Rock´n Roller: kriegt den Arsch hoch, unterstützt diese vielversprechende Band aus Brasilien und habt „Nuthin but a good time“. Ihr werdet es nicht bereuen!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Fatuous Fire
02. Lost´n Found (I Sold My Soul For Rock´n Roll)
03. Oozie Snooze
04. In A War By Love
05. Mary Ann
06. Bewitched
07. Furia Louca
08. Headlines
09. Slow Sexxx
10. Thrill Of The Romance

Stefan

NEVER AWAKE - Underground

Band: Never Awake
Album: Underground
Spielzeit: 51:54 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Eigenvertrieb
Veröffentlichung: 19.05.2014
Homepage: www.neverawake.com

Mit NEVER AWAKE meldet sich ein bärenstarkes Prog-Metal Quartett aus Portland/Oregon in den USA zu Wort. Die Jungs haben bisher eine EP veröffentlicht und schieben nun ein in Eigenregie verwirklichtes und vermarktetes Album nach. Stilistisch geht das Ganze in Richtung Nevermore, Dream Theater & Co., wobei die Songs auf einem tonnenschweren Fundament aus thrashigen Riffs von Gitarrist Matt Galligan und dem sehr geilen Groove von Drummer Alex McDonald und Bassist Jesse Weiss aufsetzen. Neben den beeindruckenden instrumentalen Fähigkeiten der Musiker ist es aber vor allem Sänger Taylor Dye der auf „Underground“ für Wow-Erlebnisse sorgt und eine ganz eigene Note einbringt. Ziemlich abgebrüht ignoriert er die üblichen Genre Stilmittel (hoher Powermetal-Gesang, Aggro Gekreische, pathetisches Jammern und brutales Gegrowle) und klingt wahlweise mal entfernt nach Chuck Billy, Dave Mustaine oder Aaron Gillespie (The Almost).

Es gibt beim Prog-Metal ja eigentlich 2 Wege den Hörer zu fesseln: Entweder man packt in jeden Track einen (gerne auch simpel gehaltenen) Widerhaken Refrain und baut den Rest der Frickelei drumherum – das ist da Rezept aus dem das Gros der DT Diskographie besteht. Oder aber der Weg ist das Ziel und der Hörer erfreut sich an jedem neuen kleinen Detail, das ein Arrangement zur Herausforderung macht um zum nochmaligen Hören animiert. Opeth haben dies auf „Ghost Reveries“ zur Perfektion gebracht. NEVER AWAKE gehen hier den letzteren Weg und vermeiden die Powermetal Schiene weitestgehend. In Tracks wie dem packenden „Underground“, dem Stampfer „History's Pages“ oder dem 10-Minüter „Downtown“ schimmern zwar immer wieder Dream Theater und vor allem Opeth durch, nie verkommt das Ganze aber zu einer Kopie oder blankem Zitieren. Eigentlich erübrigt es sich die einzelnen Songs hier aufzuzählen, denn jeder Einzelne ist eine Entdeckung wert. Neben den harten Krachern (jeder eine Granate für sich), die einen Grossteil des Albums ausmachen, sind es aber auch die beiden ruhigeren Tracks „Wander“ (mit Ohrwurmhookline) und „Habits“ die nachhaltig begeistern können.

Im Gegensatz zu unzähligen anderen Bands des Genres machen NEVER AWAKE auf „Underground“ einfach so gut wie alles richtig und treffen die richtigen Entscheidungen im passenden Moment. Just wenn ein Arrangement Gefahr läuft eintönig zu werden wird ein Schlenker eingebaut, der dem Ganzen einen Drift in eine andere Richtung gibt. Was NEVER AWAKE hier mit Ihrem Erstling abliefern ist schon ganz großes Kino und man wundert sich, dass die Band solch eine Arbeit (sowohl was das Songwriting als auch die fette Produktion anbelangt) quasi im Alleingang gestemmt hat. Es gelingt dem jungen Quartett eine beachtenswerte Eigenständigkeit an den Tag zu legen und eigentlich fehlt der Band, bzw. dem Album, nur der EINE Song, der NEVER AWAKE einem breiteren Publikum zugänglich machen würde. Beim nächsten Album ist der karrierebringende Hit ja vielleicht mit im Gepäck.

Seit „Ripples“ von den leider wieder aufgelösten Finnen Aspera / Above Symmetry hat mich kein Prog-Debüt mehr so begeistert wie NEVER AWAKE mit „Underground“. In den Kerndisziplinen Songwriting und Arrangements ist der Vierer seinen Mitbewerbern immer den einen entscheidenden Schritt voraus und ich bin äußerst gespannt wie es mit dieser vielversprechenden Band weitergeht. Für Genrefans ein Pflichtkauf, den man über die Bandpage, itunes oder amazon abwickeln kann.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Pull The Trigger
02. Underground
03. Wander
04. History’s Pages
05. Cross The Line
06. Habits
07. The Will To Live
08. Downtown

Mario

THE WINERY DOGS - Unleashed In Japan (Live)

Band: The Winery Dogs
Album: Unleashed In Japan (Live)
Spielzeit: /
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Ear Music
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.thewinerydogs.com

Als Nachschlag zur letztjährigen Veröffentlichung der Supergroup THE WINERY DOGS um den Gitarristen/Sänger Richie Kotzen (Review HIER) erscheint nun die Scheibe "Unleashed in Japan", die auf der Asien-Tour des Trios mitgeschnitten wurde. Als Bonus, so locken die Verkaufsstrategen, gibt es das formidable Studioalbum noch obendrauf - ein Schelm wer das Ganze anders herum sieht und dabei an Abzocke denkt. Alle die sich die Original CD gekauft haben und nun die Live-Scheibe haben möchten, dürfen sich das Debüt also nochmals in den Schrank stellen. Wem das dann noch nicht zu viel des Guten ist, für den gibt es noch die Super-Duper Deluxe Box „Dog Treats“ mit allerlei Extras wie Demos, einer DVD mit Making of, etc. Und um die Vollbedienung komplett zu machen ist das Package „The Winery Dogs“/“Unleashed In Japan“ ebenfalls auf Vinyl erhältlich. Man fragt sich wer das eigentlich alles kaufen soll?

Uns soll es egal sein, was zählt ist die Musik auf "Unleashed in Japan" und die hat es in sich (was bei der Besetzung und dem bärenstarken ersten Album in der Hinterhand auch kein Wunder ist). Der Sound des leider recht kurzen 10-Trackers ist schön ungeschminkt und lässt keinen Zweifel daran wer der Held der Formation ist: Richie Kotzen blüht erst auf der Bühne so richtig auf, holt irrwitzige Passagen aus seiner Telecaster und singt so beseelt und mit Soul/Blues in der Stimme wie es nur wenige weiße Rocker können. Die Setllist setzt sich zusammen aus .. Songs der selbstbetitelten ersten Platte, einem Cover der alten Blues-Ballade "Fooled Around And Fell In Love" sowie jeweils einer Richie Kotzen Komposition aus alten Poison ("Stand") und Mr. Big ("Shine") Tagen. Die Rhythmussektion (Portnoy/Sheehan) spielt gewohnt souverän und erfreulich songdienlich und unterstützt Kotzen bei diversen Soloausflügen und spontanen Jam-Einlagen wie ein klassisches Power-Trio das nun mal macht. Songs wie „Elevate“ oder „Desire“ machen in dieser Form gleich doppelt so viel Spaß und lassen den Wunsch aufkommen das Ganze auf der Mattscheibe zu sehen anstatt nur zu hören. In dem nur mit Stimme und Akustikgitarre vorgetragenen "Stand" von der unterbewerteten "Native Tongue" Scheibe (inkl. dezentem aber charmantem Stevie Wonder Zitat) zeigt Kotzen was in ihm steckt und verweist Originalsänger Brett Michaels mal locker auf die Plätze.

"Unleashed In Japan" ist ein netter Appetithappen für die stetig steigende Fanbasis der WINERY DOGS und untermauert (wenn dies denn nötig ist), dass sich hier 3 Musiker gefunden haben die perfekt miteinander harmonieren und all Ihre Erfahrung und Musikalität für eine gemeinsame Sache in die Waagschale werfen. Wollen wir hoffen, dass die nächste Studioscheibe nicht mehr in allzu ferner Zukunft liegt.

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Elevate
02. Criminal
03. Time Machine
04. I'm No Angel
05. Not Hopeless
06. Stand
07. You Can't Save Me
08. Shine
09. Fooled Around And Fell In Love
10. Desire

Mario

JANINA AND THE DEEDS - II

Band: Janina And The Deeds
Album: II
Spielzeit: 66:13 min
Stilrichtung: Pop-Rock
Plattenfirma: Comand Records / Alive
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.janinaandthedeeds.de

Zu Beginn zwei Schlagworte: STATUS QUO und MATCHBOX TWENTY. Es ist kaum zu glauben, aber diese beiden Bands stehen in enger Verbindung mit der deutschen Gruppierung JANINA AND THE DEEDS. Wie man auf so eine Behauptung kommt? Ganz einfach, haben doch John „Rhino“ Edwards von STATUS QUO den Bass und Matt Beck, der zum Tour-Line-up von MATCHBOX TWENTY zählt, die Lap-Steel-Gitarre und die Mandoline für JANINA AND THE DEEDS‘ neue Scheibe „II“ eingespielt. Das Artwork ist ansprechend designet und das Booklet besticht durch Hochglanzfotos, auf welchen sich Sängerin Janina Dietz gekonnt in Pose setzt.

Doch nun zum eigentlichen Gegenstand dieser CD-Besprechung, nämlich der Musik. Bereits der Opener „Shock“ resümiert die gesamte Tendenz der Platte: Massen- und radiotaugliche Songstrukturen, bodenstängie Lyrics und großzügiger Einsatz von Synthesizern. Zum Refrain von „Lover“ wünscht man sich schnellstmöglich in das nächstbeste Cabrio, um am Strand entlangzufahren und laut mitzusingen. Dass Frontfrau Janina Dietz Gesang studiert hat, beweist sie spätestens bei der Hookline von „By Your Side“. Locker und leicht kommt „I Surrender“ daher, während bei „Dry Her Eyes“ die Mandoline ausgepackt und zur Abwechslung – man ist ja schließlich vielseitig – ein Country-Song angestimmt wird. Dass die Band zahlreiche Sessions in der Country-Hochburg  Nashville hinter sich gebracht hat, zweifelt ab diesem Zeitpunkt niemand mehr an. Ordentlich Drive weisen „Heavenly Body“, „Heart Of Ice“ sowie „Do You Love Me“ auf und gehen unmittelbar ins Ohr, während „Best Man’s Thing“ in poppigem Gewand mit ausgedehntem Gitarrensolo auftritt. Ein gedankenerfülltes und fast ein wenig melancholisches Gesicht besitzen „Suitcase Of Memories“ und „You Are The One“, während „The Crown Of Life“ die Atmosphäre mysteriös auflädt. Das Stück „Into The Light“ schafft wie auch einige der anderen Songs leider nicht die volle Entfaltung des Potenzials, der nötige Druck dahinter fehlt.

Fazit: JANINA AND THE DEEDS‘ neue Scheibe „II“ ist das ideale Sommeralbum für all jene, die musikalisch eher auf leichte Kost stehen und ansonsten auch lieber konventionelle Radiosender hören. Für ebendiese ist dieses Album konzipiert und prädestiniert. Parallelen zu Bands wie LAMBRETTA oder PARAMORE sind zwar stellenweise zu erkennen, jedoch geht die Truppe leider nicht richtig aus sich heraus, was das Album zum Teil etwas lasch erscheinen lässt. Drücken wir JANINA AND THE DEEDS die Daumen, dass ihnen der Sprung in die Charts gelingt.

WERTUNG:





Trackliste:

01. Shock
02. Lover
03. By Your Side
04. I Surrender
05. Dry Her Eyes
06. Heavenly Body
07. Best Man’s Thing
08. Suitcase Of Memories
09. Heart Of Ice
10. Do You Love Me
11. You Are The One
12. The Crown Of Life
13. Into Light
14. Shock (Feat. Jenna Sanz-Agero)
15. Suitcase Of Memories (Orchestral  Version)
16. You Are The One (Acoustic Version)
17. Dastard Beasts (Solid Version)

Christoph

ALICE COOPER - Super Duper Alice Cooper

Band: Alice Cooper
Album: Super Duper Alice Cooper (DVD)
Spielzeit: 127 min
Stilrichtung: Dokumentation
Plattenfirma: Eagle Vision
Veröffentlichung:23.05.2014
Homepage: www.alicecooper.com

Vincent Furnier, geboren 1948 und seit 1964 im Musikgeschäft, ist der Welt nur als ALICE COOPER bekannt, jenem Namen der ursprünglich einer ganzen Band galt und letztendlich doch an dem charismatischen Frontmann hängen blieb. Die Dokumentation "Super Duper Alice Cooper" beleuchtet die vielen Metal-Fans wohl nicht so bekannte Anfangszeit des Schock-Rock Paten und zeichnet den Weg des jungen Pfarrersohnes vom aufgeschlossenen Teenager über die einschneidenden Bekanntschaften mit berühmten zeitgenössischen Exzentrikern wie Frank Zappa und Salvador Dali bis zum weltweiten Schrecken aller Eltern und Held eines jeden aufmüpfigen Heranwachsenden im Detail nach. Das Team von Banger Films um Scot McFadyen und Sam Dunn hat in der jüngeren Vergangenheit mit u.a. "Iron Maiden: Flight 666", "Rush: Beyond The Lighted Stage" oder der Doku-Serie „Metal Evolution“ bereits vielumjubelte Dokumentationen altgedienter Rock-Größen in die Kinos, bzw. auf die heimischen Bildschirme gebracht. Auch mit "Super Duper Alice Cooper" ermöglichen sie einen tiefen und vor allem zu jedem Zeitpunkt fesselnden Einblick in die zumeist völlig verrückte und entrückte Welt auf, hinter und neben den Rock-Bühnen dieser Welt. „Poison“, „Bed Of Nails“ oder „Hey Stoopid“ kennt wohl jeder (junge) Metal-Fan. Aber da gibt es auch noch „I’m Eighteen“, „School’s Out“, „Welcome To My Nightmare“ oder „No More Mr. Nice Guy“ die zwar aus einem anderen Leben des ALICE COOPER zu stammen scheinen, aber auch heute noch einen deutlichen Widerhall in der Rockwelt erzeugen und allesamt Klassikerstatus innehaben.

Als Stilmittel haben Banger Films sich, im Gegensatz zu den bisherigen Werken, einer originellen Idee bedient und vermengen original Film- und Tonaufnahmen, Interviewsequenzen, Kommentare vom Meister himself sowie animierte Passagen zu einem ungewohnten (visuellen) Erlebnis. Es ist faszinierend zuzuschauen wie aus einer schier unerschöpflichen Fülle an alten Fotos und fundierten Hintergrundgeschichten vor dem Auge des Betrachters eine audio-visuelle Collage entsteht die das Gefühl vermittelt mittendrin statt nur dabei zu sein. Da der Film ein besonderes Augenmerk auf die spannenden Anfangszeiten der ALICE COOPER Band legt, gelingt es den Filmemachern dank dem gekonnten Verschmelzen der verschiedenen Quellen und Formate ein authentisches Gefühl zu vermitteln und erlebbar zu machen in welche sozialen und gesellschaftlichen Zeiten Vincent Furnier und seine Mitmusiker mit ihren bahnbrechenden Konzepten, die die recht biedere Musik der frühen Jahre zu der benötigten Attraktivität verhelfen sollten, hineinstießen. Drogen, Alkohol, zerrupfte Hühner sowie Exzesse aller Art – all die bekannten Klischees bietet auch „Super Duper Alice Cooper“ und doch gelingt es dem Film wie sonst nur selten eine Geschichte zu erzählen, die den Zuschauer mitleiden lässt, ihn nachdenklich macht und am Ende versöhnlich den geglückten Neuanfang des ALICE COOPER als Metal Star inmitten der 80er Jahre erleben lässt.

Zuschauer die das übliche Format einer Musikdokumentation gewohnt sind, werden zumindest den Einstieg in den Film als Herausforderung empfinden, denn hier sitzen keine gealterten Stars oder unbedeutende Wichtigtuer bzw. Randnotizen aus der dritten Reihe und erzählen ach so spannende Anekdoten und vom Hörensagen verwässerte Wahrheiten. Vielmehr zollen Regisseur Reginald Harkema und seine Komplizen dem revolutionären Ansatz der Band und des Künstlers ALICE COOPER mit einer gewagten Inszenierung Ihren Tribut und präsentieren Ihre „Dok-Opera“ als kleines Kunstwerk. Wer wissen möchte, wie aus einem kunstinteressierten, intelligenten Querdenker aus einem Detroiter Vorort ein Pionier des Schock-Rock, ein weltgewandter Entertainer, ein bemitleidenswertes Alkoholwrack sowie ein geläuterter Golf-Fanatiker und als Glam-Metal Opa wiederauferstandener Rock-Papst auf Lebenszeit werden konnte, der sollte sich diese sehenswerte und kurzweilige DVD (inkl. diverser Überbleibsel der „Metal Evolution“ Interviews und Outtakes) unbedingt in den Player hieven.

WERTUNG:






Mario

Donnerstag, 22. Mai 2014

NIGHTMARE - The Aftermath

Band: Nightmare
Album: The Aftermath
Spielzeit: 49:38 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.nightmare-metal.com

Über 30 Jahre sind eine lange Zeit....so lange treiben die französischen Heavy Metal Pioniere von NIGHTMARE schon ihr Unwesen in der Heavy Metalszene! Absolutes Markenzeichen der Band ist seit dem Comeback 1999 der stimmgewaltige Frontmann Jo Amore und nach wie vor regiert auf einer NIGHTMARE Platte kraftvoller Heavy Metal der immer wieder mit Thrasheinschüben gewürzt wird. Die düstere, apokalyptische Grundstimmung der Songs konnte man bislang ebenfalls immer auf einem NIGHTMARE Diskus erwarten, nachdem 2012 Diskus „The Burden of God“ nun also erneut französischer Metalstahl mit „The Aftermath“.
Viel mehr gibt es über die Band glaube ich auch nicht zu sagen, wer mehr Hintergrundinfos benötigt dem empfehle ich meine damalige Rezi zu „The Burden of God“ hier auf unserer Seite.
Die Scheibe beginnt, bandtypisch, mit dem atmosphärischen Intro „The Aftermath“ welche der Scheibe den Namen gegeben hat. Über Sinn und Unsinn dieser Tatsache lässt sich streiten, Fakt ist, das das Intro die Scheibe wunderbar einleitet.
Mit den knackigen, typischen NIGHTMARE Riffs beginnt dann mal direkt der Openersong „Bringers of a No Man's Land“. Hier zeigt die Band mal gleich wo der Hammer hängt und macht eigentlich genau dort weiter wo man beim letzten Album aufgehört hat. Geile, melodische Riffs und ein Bombenchorus das sind, wie so oft, die Merkmale dieser NIGHTMARE Nummer!
Und ohne viel Verschnaufpause legt die Band nach, denn „Forbidden Tribe“ ist ein schöner Metalstampfer geworden, der von Fronter Jo von vorne bis hinten getragen wird und noch dazu erneut über einen genialen Ohrwurmchorus verfügt. Was ein geiles Teil!
Über das pfeilschnelle, im Thrashbereich angesiedelte „Necromancer“ geht es dann in den Mittelteil, der mit „Invoking Demos“ den nächsten Ohrwurm parat hält. Wieder so ein Stampfer der sich ohne Probleme in die Gehörgänge frisst.
Und liebe Leute so geht es eigentlich auch im Anschluss direkt weiter und hier kann ich anspielen was ich will, alles ist ein absoluter Hörgenuss! „I am Immortal“, „Digital DNA“, „Ghost in the Mirror“ oder „The Bridge is burning“ alles richtig geile Songs die jedem Kenner der Band aber auch jedem Heavy Metalfan gefallen sollten.
Mit „Alone in the Distance“ hat man dann einen schönen Abschluss parat, die die Band so zeigt wie wir sie lieben, düster, stampfend und melodisch, erstklassiger Heavy Metal aus Frankreich von NIGHTMARE halt!

Anspieltipps:

Mit “Bringers of a No Man's Land”, “Forbidden Tribe”, Invoking Demons”, “Ghost in the Mirror” und “Alone in the Distance” macht die Band hier absolut keine Gefangenen.

Fazit :

Habe ich beim letzten Album der Jungs von NIGHTMARE noch die schwankende Qualität der Songs bemängelt, gelingt es dieses Mal wesentlich besser das Qualitätlevel gleichbleibend hoch zu halten. Von ein, zwei Ausrutschern mal abgesehen liefern die Jungs aus Frankreich eine bockstarke Leistung ab, die von mir auch mit einer ganz starken 9ner Wertung belohnt wird.
Mit Sicherheit ist “The Aftermath” eines der besten Alben der jüngeren Bandgeschichte, Fans der Band MÜSSEN hier zugreifen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. The Aftermath (Intro)
02. Bringers of a No Man‘s Land
03. Forbidden Tribe
04. Necromancer
05. Invoking Demons
06. I am Immortal
07. Digital DNA
08. Ghost in the Mirror
09. The Bridge is burning
10. Mission forGood
11. Alone in the Distance

Julian

ADAMANTRA - Act II Silent Narratives

Band: Adamantra
Album: Act II Silent Narratives
Spielzeit: 63:29 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.adamantra.com

Ah mal wieder eine Power/Progressive Metalband aus Schweden, die Jungs von ADAMANTRA sind nach ihrem Debütalbum „Revival“ von 2009 mit ihrem zweiten Album „Act II Silent Narratives“ zurück. Bislang waren die Jungs ein Geheimtipp in diesem Bereich und waren nur Insidern bekannt, dies möchte man nun natürlich ändern. Das Zeug dazu haben die Jungs auf jeden Fall, das Debütalbum kam bei Fans und Presse gut an und vom Stil her können sich Fans von KAMELOT, SYMPHONY X und DREAM THEATER auf einen ganz besonderen Happen freuen.
Finnen sind ja bekanntlich schweigsam, deswegen gibt es nicht mehr an Infos zu erzählen. Gut für uns können wir uns deswegen doch ausführlich der Musik widmen.
Als Opener fungiert das überlange „Lionheart“. Mit 18 Minuten gibt es hier direkt mal das erste Prog Metal Geschütz erster Güte, welches so ziemlich alles aufbietet was man sich als Fan so wünscht. Epische Teilstücke, melodische Passagen und ein klasse Chorus. Direkt also beide Daumen nach oben für diesen mächtigen Einstieg!
Etwas knackiger kommt dann das anschließende „Three“ aus den Boxen. Beim Chorus aber packt man im Vergleich zum epischen Vorgänger mindestens zwei Schippen drauf, das Ding frisst sich gerade zu in die Gehörgänge und bleibt dort ewig haften.
Das erneut ein wenig mehr ins epische abdriftende „In the Shadow of the Cross“ folgt dann direkt als Nächstes. Der Song braucht ein wenig um in Fahrt zu kommen, ist dann aber nicht mehr zu stoppen und entwickelt sich ebenfalls zu einem wahren Ohrwurm, der die Songlinie gekonnt weiterführt.
Im Mittelteil hätten wir dann das etwas härtere „The Oracle“, das eher in die Powerballadenecke tendierende „Angel of Music“ und das an ein Zwischenstück erinnernde „Red Death“. Keines dieser Stücke kommt leider an die starke erste Hälfte des Albums ran, so das wir hier leider einen kleine Qualitätsbruch haben.
Mit dem melodischen „Wicked Chain of Events“ findet man aber schnell wieder zurück in die Erfolgsspur und diese wird auch mit den beiden letzten Tracks „Circle of Sorrow“ und „On Ember Remains“ bis zum Ende hin sauber durchgehalten.
Hier zeigen die Jungs nochmal so richtig was sie drauf haben und abschließend dürften alle Fans der Band und des Genre durchaus zufrieden sein!

Anspieltipps:

Dieses Mal gibt es von mir “Lionheart”, “Three”, “In the Shadow of the Cross”, “Wicked Chain of Events” und “Circle of Sorrow” für euch als Zuckerle.

Fazit :

Also den Status des Geheimtipps haben sich die Jungs von ADAMANTRA redlich verdient! Dies beweisen sie mit ihrem zweiten Album „Act II Silent Narratives“ absolut. Jetzt kann man nur hoffen das die Band die Aufmerksamkeit bekommt, welche sie verdient.
Bis auf den kleinen Aussetzer im Mittelteil, ist hier nämlich alles im grünen Bereich und Fans der Band sowie des Genre können hier ohne Bedenken zugreifen, ganz klare Kaufempfehlung von meiner Seite!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Lionheart
02. Three
03. In the Shadow of the Cross
04. The Oracle
05. Angel of Music
06. Red Death
07. Wicked Chain of Events
08. Circle of Sorrow
09. On Ember Remains

Julian

21 OCTAYNE - Into The Open

Band: 21 Octayne
Album: Into the Open
Spielzeit: 55:08 min
Stilrichtung: Melodic Rock
Plattenfirma: AFM Records
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.21octayne.com

Mit 21 OCTAYNE betritt eine neue Melodic Rock Band aus Deutschland die Metal und Rockbühne um uns ihre Version des Genre zu präsentieren. Hinter der Band stehen die beiden Masterminds Marco Wriedt (AXXIS) und Alex Landenburg (RHAPSODY) sowie der mir unbekannte Sänger Hagen Grohe und Andrew „The Bullet“ Lauer (PAUL GILBERT). Eine illustre Mannschaft die mit Sicherheit nicht zu den Anfängern zu zählen ist. Die Band steht für den Klang des 21. Jahrhunderts von eingängigen Pop/Rock Songs bis hin zu härteren Klängen. Die Band nimmt das Beste des Jahrhunderts und macht es sich auf ihre ganz eigene Art und Weise zu eigen. Man lässt sich hier also nicht gerne in irgendwelche Schubladen stecken und ich denke genauso so aufgeschlossen sollte man auch bei dem mir nun vorliegenden Debütalbum „Into the Open“ sein.
Dies merkt man dann auch direkt beim Albumopener „She's killing me“. Groovige Rockriffs erwarten uns direkt zu Beginn. Schmuckstück ist hier der Chorus, den man schon nach kurzem mitsingen kann, der aber auch ansonsten noch einiges zu bieten, was die Nummer direkt ins Blut übergehen lässt. Cooles Ding direkt zu Beginn.
Bei „Dear Friend“ gibt es eine kleine Einleitung, bevor die Nummer erneut mit satten Gitarrenriffs startet. Sehr cool sind hier die pumpenden Bassläufe, die hier noch satter rüber kommen als beim Vorgängersong. Abwechselnd bekommen wir hier langsame und schnellere Passagen um die Ohren gehauen, welche die Nummer auf jeden Fall nie langweilig werden lassen. Ein wenig mehr Eingängigkeit hätte dem Song aber gut getan.
Dieses gibt es dann aber dafür in voller Dröhnung beim anschließenden AOR lastigen „Turn the World“, welches sich einfach nur zuckersüß in die Gehörgänge schleicht.
Und die Qualität wird auch bei den folgenden Songs schön hochgehalten, „Don't run away“ ist ein radiokompatibler Rocksong, der einfach nur Laune macht, bei „My Teddy Bear“ muss man einfach mitgehen so schön fetzig knallt die Nummer aus den Boxen und „Into the Open“ lässt einem dann mal ein wenig Zeit um zu verschnaufen. Gerade bei letzterer Nummer kann der guten Hagen zeigen, das er nicht zu Unrecht schon mit Joe Perry (AEROSMITH) die Bühne geteilt hat.
Danach gibt es zwar auch den ein oder anderen etwas schwächeren Song zu überstehen, „Me Myself and I“ ist so ein Beispiel, aber keine Bange man hat noch genug Volltreffer und Ohrwürmer in der Hinterhand!
Hier runter fallen definitiv das eingängige „The Heart (Save me), das gefühlvolle „I will always be right there“ und das abschließende „Come Alive“.

Anspieltipps:

Dieses Mal gibt es von mir “She's killing me”,”Turn the World”, “Don't run away”, “The Heart (Save me) sowie “Come Alive” als Empfehlung mit auf den Weg.

Fazit :

Auf das Debütalbum von 21 OCTAYNE haben viele Fans und Schreiberlinge da draußen gewartet. Zu groß wurde die Scheibe im Vorfeld angepriesen und was soll ich sagen, die Lobpreisungen waren mehr als gerechtfertigt!
Ohne Problem schafft man es hier ein abwechslungsreiches Melodic Rock Album zu kreieren welches sich vor den großen internationalen Top Acts nicht zu verstecken braucht!
Ganz klar eine absolute Kaufempfehlung für die Rockfreaks da draußen die von den ganzen Mainstreamkapellen die Schnauze voll haben, 21 OCTAYNE ein neuer Stern am Rockhimmel, den ich gerne auch mal im Radio hören würde!

WERTUNG:






Trackliste:

01. She's killing me
02. Dear Friend
03. Turn the World
04. Don't turn away
05. My Teddy Bear
06. Into the Open
07. Me Myself and I
08. The Heart (Save me)
09. Your Life
10. I will always be right there (Digipack Bonus)
11. Leave my Head (Digipack Bonus)
12. Come Alive (Digipack Bonus

Julian

KENZINER - The Last Horizon

Band: Kenziner
Album: The Last Horizon
Spielzeit: 54:48 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.kenziner.net

Der Mai scheint der finnische Monat bei Power Prog zu sein, nach ADAMANTRA haben wir nun die Power Metaller von KENZINER die uns ihr neues Album „The Last Horizon“ präsentieren. Dieses ist das erste Album seit dem 1999er Werk „The Prophecies“ und seit dem pausierte die Band. 2012 entschied man sich dazu die Band wieder zu reaktivieren. Mastermind und Gitarrist Jarno Keskinen suchte sich neue Bandmitglieder um die Geschichte von KENZINER weiter zu schreiben und fand diese in Markku Kuikka (Gesang,  STATUS MINOR, THE RAGGED SAINTS), Jukka Karinen (Keyboard, THUNDERSTONE, STATUS MINOR) , Make Lievonen (Schlagzeug) und Jupi Hjelt (Bass).
Nun ist man also wieder ready to rock und haut uns erneut die KENZINER Version des Neo Classic Power Metals um die Ohren.
Gestartet wird das Album mit der ersten Singleauskoppelung „Run for your Life“. Ein flotter Midtemposong der jedem Melodic Power Metalfan direkt gefallen sollte. Alles da was man sich wünscht, knackige Riffs, sanfte Keyboardunterstützung und ein melodischer, eingängiger Chorus den man schon nach kurzem mit trällern kann, so kann es bitte weitergehen!
Das folgende „Our Times“ braucht dann zwar ein bisschen und bewegt sich eher im Power/Prog Metalbereich, kann dann aber durchaus auch glänzen, wobei ich sagen muss das mir der Vorgängersong wesentlich besser gefallen hat.
Die Jungs geben uns aber keine großartige Möglichkeit um zu verschnaufen, sondern drücken uns mit „Heroes Ride“ direkt die nächste Ohrbombe rein. Hier orientiert man sich wieder mehr am Openersong und das gefällt dem Melodic Powermetalohr wieder mehr!
Über die ähnliche gelagerten „Devour the World“, „End of an Era“ und „Keep the Flame alive“ geht es dann im Mittelteil ebenfalls recht ordentlich zur Sache, obwohl man festhalten muss das einzig letzterer richtig überzeugen kann, alles andere ist zwar ganz ok aber nichts weltbewegendes halt.
Auf den letzten Metern hat man aber mit „I Am Eternal“ und dem Titeltrack „The Last Horizon“ noch zwei weitere Killertracks auf der Pfanne, so das der abschließende Gesamteindruck dann doch absolut im positiven Bereich landet. Der eher im Mittelmaß angesiedelte Mittelteil war also eher ein Ausrutscher, der nicht für die gesamte Qualität der Platte steht!

Anspieltipps:

Mit “Run for your Life”, “Heroes Ride”, “Keep the Flame alive” und “The Last Horizon” fährt man hier definitiv am Besten.

Fazit :

KENZINER schaffen auf jeden Fall mit “The Last Horizon” ein ordentliches Comeback, welches beweist das die Jungs noch lange nicht zum alten Eisen gehören! Von den zwei, drei etwas schwächeren Songs mal abgesehen bewegen wir uns hier auf der gesamten Platte im absolut grünen Bereich und Fans des Neo Classic Metal die auch vor Power und Melodic Metal nicht halt machen, werden hier auf jeden Fall bestens unterhalten!
Da kann man nur sagen willkommen zurück KENZINER, Daumen nach oben für dieses gelungene Comeback!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Run for your Life
02. Our Times
03. Heroes Ride
04. Devour the World
05. End of an Era
06. Keep the Flame alive
07. I Am Eternal
08. No Turning Back
09. The Last Horizon
10. Perfect Moment (Bonus Track)

Julian

GOD´S ARMY A.D. - God´s Army A.D.

Band: God's Army A.D
Album: God's Army A.D
Spielzeit: 39:23 min
Stilrichtung: Modern Melodic Metal
Plattenfirma: Massacre Records
Veröffentlichung: 23.05.2014
Homepage: www.facebook.com/Godsarmymusic

Der ehemalige GALLOW'S POLE Sänger und AT VANCE/ Bassist John A.B.C. Smith gründete GOD‘S ARMY A.D. 2004. Er begann sofort damit, Material zu schreiben und machte sich auf die Suche nach den richtigen Musikern, um eine überzeugende Band auf die Beine zu stellen.
Zwei seiner langjährigen Freunde und Gitarristen, Ian O‘Sullivan und Don Amiro, stiegen kurz darauf bei ihm ein und Ende 2004 begannen sie erste Songs aufzunehmen.
In Mai 2005, traf John den Drummer Mark Cross (METALIUM, KINGDOM COME, FIREWIND), dieser stieg dann auch kurzer Hand in die Band ein, nachdem man sich direkt sympathisch war.
Aufgrund des Einstiegs von Drummer Mark 2007 bei FIREWIND kamen die Arbeiten am Debütalbum von GOD'S ARMY A.D erstmal zum erliegen, dazu kam noch ein schwerer Autounfall von Mastermind John der ihn bis ihn Jahr 2012 daran hinderte die Band richtig in Fahrt zu bringen.
Erst nachdem es ihm wieder besser ging und auch Drummer Mark wieder zur Verfügung stand machte man sich daran das mir nun vorliegende, selbstbetitelte Debütalbum einzuspielen.
Geboten wird uns hier Melodic Metal der alten Schule, der einfach zeitlos ist aber durchaus mit modernen Elemente gewürzt ist.
Ich war auf jeden Fall gespannt und so horchen wir doch mal direkt in den Openertrack „The World that never was“ rein. Und hier geht es direkt zur Sache, keine große Einleitung, kein Rumgeklimper. Hier bestimmen direkt die knackigen Riffs das Geschehen. Quasi ein RAMONES Gedächtnissong : - ).
Der Song ist aber leider nicht so eingängig wie gewünscht, bietet aber trotzdem einen guten Einblick in das was uns hier erwartet. Weiter geht es dann mit „City Lights“, hier wird ebenfalls direkt drauf los geholzt, diese Mal aber zum Glück ein wenig songdienlicher und mit mehr Refrain. Gefällt mir auf jeden Fall wesentlich besser als der Openersong.
Aber dann bei „God's must be cracy“ geht die Partie so richtig ab! Der Song brettert quasi aus den Boxen in euer Wohnzimmer, beschallt euch mit einem geilen Refrain und lädt absolut zum mitbangen ein. Der Partykracher schlecht hin auf dem Album, sehr geil!
Mit dem anschließenden „Waiting for the Miracle“ und vor allem dem pfeilschnellen „Hear your Scream“ unterhält uns die Band ganz ordentlich, ganz an den bockstarken Vorgängersong kommt man hier aber nicht ran, gut gemacht ist das Ganze aber trotzdem noch.
Aber auch langsame Songs haben die Jungs durch aus drauf, das beweisen sie eindrucksvoll bei „Coming back to Life“, ich denke mal die Nummer spielt auf den schweren Unfall von Mastermind John an und ist der Band ebenfalls gut gelungen.
Mit der abschließenden Bandhymmne „God's Army“ wird das Album dann zwar standesgemäß abgeschlossen, die stärksten Songs des Albums sind aber ganz klar in der ersten Hälfte zu suchen, die Jungs lassen zum Schluss leider ein bisschen nach.

Anspieltipps:

“City Lights”, God's must be cracy”, “Waiting for the Miracle” sowie “Hear your Scream” sind hier zu nennen.

Fazit :

Das selbst betitelte Debütalbum der Jungs von GOD'S ARMY ist auf jeden Fall eins, absolut mitreißend was die Geschwindigkeit angeht! Man brettert hier quasi in knappen 40 Minuten durch das Album und findet kaum Zeit zum verschnaufen. Ein wenig bleibt bei der ganzen Hatz zum Ende hin die Qualität und Eingängigkeit auf der Strecke, aber für ein Debüt ist das Ganze auf jeden Fall absolut in Ordnung!
Modern Metal Freaks mit einem Hang zu schnellen, kraftvollen Songs sollten hier definitiv mal ein Ohr riskieren!

WERTUNG:






Trackliste:

01. The World that never was
02. City Lights
03. Gods must be crazy
04. Waiting for the Miracle
05. Hear your Scream
06. Coming back to Life
07. Running around in Circles
08. God's Army

Julian

Dienstag, 20. Mai 2014

AVATAR - Hail The Apocalypse

Band: Avatar
Album:  Hail The Apocalypse
Spielzeit: 50:52 min.
Stilrichtung: Melodic Death Metal
Plattenfirma: Gain
Veröffentlichung: 16.05.2014
Homepage: www.avatarmetal.com

Nach ihrem letzten Album 'Black Waltz' von 2012 legen die fünf Schweden von AVATAR nun mit 'Hail The Apocalypse' ordentlich nach. Obwohl 'Black Waltz' schon ihr viertes Album war, schienen sie erst da ihren Stil gefunden zu haben und führen diesen jetzt mit 'Hail The Apocalypse' weiter. Gruseliger Zirkus mit Sänger Johannes Eckerström als bösen Clown soll es also sein. Vor allem beim jetzigen Album wird das konsequent durchgezogen; die Zirkusmelodien ziehen sich wie ein roter Faden durch die ganze Platte. Das und auch die generelle Liebe zum Detail, die einen jedes Mal, wenn man die Scheibe hört etwas Neues entdecken lässt, machen 'Hail The Apocalypse' zu einem Gesamtkunstwerk.

Gestartet wird mit dem Titelsong, der gleich unmissverständlich klarmacht, dass die Fahrt auf diesem Karussell alles andere als bequem wird. 'What I Don't Know' groovt so richtig und vor allem das Solo begeistert, weil es genauso melodiös ist wie der Rest des Songs und sich perfekt einfügt. 'Death Of Sound' ist schließlich nicht unbedingt ein Highlight des Albums, aber hat einen recht einprägsamen Refrain. 'Vultures Fly' sticht wieder als besonders rhythmisch hervor bevor es dann zu einem meiner Favoriten geht, nämlich 'Bloody Angel'. Das Lied führt einen durch Höhe-und Tiefpunkte einer Geschichte, die es erzählt und zieht einen gleich mit hinein und lässt einen nicht mehr los. Wem dazu keine eigene Geschichte einfällt, der kann sich ja vom Video ein paar Ideen holen. (HIER) Super gemacht, wie alle Videos, die das Quintett sich komplett selbst ausdenkt!

Nach dem düsteren 'Murderer' kommt dann 'Tsar Bomba', welches auf Deutsch abgeliefert wird. Das ist an dem Song jedoch auch am spannendsten, aber 'Puppet Show' macht das wieder gut, hier wird mit der Drehorgel gearbeitet und spätestens ab der Tuba macht es dann richtig Spaß dem Jahrmarkt weiter zu folgen. Mit 'Something In The Way' wird uns ein Nirvana-Cover geboten, dass auch von MARILYN MANSON hätte kommen können. Das Schlusslicht bildet 'Tower'. Ein bedrückendes und schauerliches Stück, dass mit seiner Märchenhaftigkeit an Rapunzel erinnert.

Zwar kommt 'Hail The Apocalypse' nicht unbedingt an 'Black Waltz' heran, ist jedoch im Ganzen ein wunderbares Album mit Highlights wie 'Bloody  Angel' und 'What I Don't Know' und überzeugt durch coole Melodien, groovende Rhythmen und facettenreichen Gesang!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Hail The Apocalypse
02. What I Don't Know
03. Death Of Sound
04. Vultures Fly
05. Bloody Angel
06. Murderer
07. Tsar Bomba
08. Puppet Show
09. Get In Line
10. Something In The Way
11. Tower

Lotta Craze

MARTY FRIEDMAN - Inferno

Band: Marty Friedman
Album: Inferno
Spielzeit: 48:55 min
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Prosthetic Records
Veröffentlichung: 27.05.2014
Homepage: www.martyfriedman.com

Den meisten Metalheads dürfte MARTY FRIEDMAN wohl als Ex-Megadeth Flitzefinger, Saite an Saite mit Dave Mustaine, bekannt sein. Auf Klassikern wie „Rust In Peace“ oder „Countdown To Extinction“ sorgte er mit exotischen Soli und ultra-tightem Spiel für so manches Highlight und lies Gitarristen Weltweit mit der Zunge schnalzen. Nach seinem Ausstieg bei Megadeth im Jahre 2000 wurde es um den sympathischen Lockenkopf und Asien-Fan zwar im internationalen Hartwurst Sektor ruhig, FRIEDMAN hat aber seither weiterhin in schöner Regelmäßigkeit Soloalben veröffentlicht die sich in erster Linie auf dem Japanischen Markt eines beachtlichen Zuspruchs erfreuen können. Mit „Inferno“ soll der gute Marty nun auch wieder weltweit hoffähig gemacht werden. Was liegt da näher als hierzu eine ganze Riege an interessanten Gastmusikern ins Studio zu bitten um der Platte einen internationalen Anstrich zu verpassen. So geben auf der vorliegenden neuen Scheibe u.a. die Flamenco-Querköpfe Rodrigo Y Gabriela, Danko Jones und Alexi Laiho von Children Of Bodom ein Stelldichein.

Die erstaunlich harten Songs knallen dank Jens Bogren Produktion zeitgemäß und modern aus den Boxen. Besonders der sehr punchige Gitarrensound (seltsamerweise oft der Haken bei Gitarren-Frickelalben) kann begeistern und gewinnt durch die Hochglanz-Politur deutlich an Substanz. Nachdem Friedman im Opener „Inferno“ ein ebensolches von der Leine lässt und sich dabei durch halsbrecherische Soli pflügt, wird das Adrenalinlevel auch im weiteren Verlauf auf hohem Niveau gehalten: in „Wicked Panacea“ liefert Friedman sich ein interessantes Duell mit dem großartigen Flamenco-Duo Rodrigo y Gabriela, Shining‘s Jorgen Munkeby am Saxofon bereichert das Frickelige „Meat Hook“ mit Lines zwischen Freejazz und entspannter Melodik. Die Highlights des Album sind aber der von Danko Jones mit vollem Einsatz rausgehauene straighte Rocker „I Can’t Relax“ und das mit FRIEDMAN‘s altem Kumpel Jason Becker gemeinsam komponierte „Horrors“, das Erinnerungen an alte Cacophony Zeiten aufleben lässt. Lediglich der mit Alexi Laiho eingeshredderte Track „Lycanthrope” und das stilistisch unpassende „Undertow“ sind etwas blutarm geraten und erscheinen fehl am Platze.

Das Konzept instrumentale Saitenakrobatik mit straighten Metal-Songs zu kombinieren geht weitestgehend auf, der Flow des Albums kommt allerdings hier und da aufgrund der Gesangbeiträge etwas ins Stocken. Die Zielgruppe dürfte sich aber trotz der guten Songs mit Gesang auf Fans von Gitarrenmusik beschränken. Die bekommen bei MARTY FRIEDMAN allerdings Gitarrenarbeit der Extraklasse geboten, eingespielt von einem absoluten Könner der über eine ganz eigene Stimme auf dem Instrument und eine immer wieder überraschende Notenauswahl verfügt.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Inferno
02. Resin
03. Wicked Panacea (feat. Rodrigo y Gabriela)
04. Steroidhead (feat. Keshav Dhar)
05. I Can’t Relax (feat. Danko Jones)
06. Meat Hook (feat. Jorgen Munkeby)
07. Hyper Doom
08. Sociopaths( feat. David Davidson)
09. Lycanthrope (feat. Alexi Laiho & Danko Jones)
10. Undertow (feat. Gregg Bissonette & Tony Franklin)
11. Horrors (co-written by Jason Becker)
12. Inferno (Reprise)

Mario

LIONS OF THE SOUTH - Chronicles Of Aggression

Band: Lions of the South
Album: Chronicles of Aggression
Spielzeit: 43:41 min
Stilrichtung: Heavy / Thrash Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 01.01.2014
Homepage: www.facebook.com/lionsofthesouth

Bereits am 01.01. diesen Jahres haben die aus Miami, Florida, stammenden LIONS OF THE SOUTH ihr Debütalbum "Chronicles of Aggression" in Eigenregie auf den Markt gebracht. Mit etwas Verspätung ist das Werk nun auch auf meinem Seziertisch gelandet. Die Band besteht aus Cristobal Perez (Gesang & Gitarre), Andres Nayar (Schlagzeug & Percussion) und Felipe Vilches (Bass), aktiv ist das Dreigespann seit 2008.

Musikalisch wildern die Jungs im Heavy Metal, Thrash und Hardcore. Besonders die Vocals von Cristobal haben eine modernere Ausrichtung, die auch jeder HC-Truppe gut zu Gesicht stehen würde. Die Produktion ist für eine Eigenproduktion überraschend kräftig und klar. Die Songs legen weitestgehend mehr Wert auf Groove und Melodie ("In Your Hands", "Reflection") als auf Geschwindigkeit, obwohl die Band gerade bei den flotteren Passagen einen richtig guten Eindruck hinterlässt, etwa beim treibenden "Vicious Cycle". Krachend, kraftvoll und technisch ansprechend ist besonders die Gitarrenarbeit, auch Andres an der Schießbude macht einen sehr ordentlichen Job.

Ein respektables und engagiertes Debüt liefern LIONS OF THE SOUTH ohne Frage ab. Das gewisse Etwas, die Eigenständigkeit, der letzte Kick beim Songwriting fehlt noch, aber die Jungs sind auf jeden Fall besser und professioneller als viele Nachwuchskapellen der letzten Zeit. Von daher sollte jeder Metalhead mit einem Herz für den Underground "Chronicles of Aggression" mal auf dem Zettel haben, die Jungs haben es sich verdient und werden bestimmt noch von sich hören lassen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Awakening
02. Vicious Cycle
03. In Your Hands
04. Chronicles of Aggression
05. Reflection
06. A Call To Act
07. Rising Sun
08. Mirroring Hells
09. Countdown

Chris