Dienstag, 20. Mai 2014

MARTY FRIEDMAN - Inferno

Band: Marty Friedman
Album: Inferno
Spielzeit: 48:55 min
Genre: Heavy Metal
Plattenfirma: Prosthetic Records
Veröffentlichung: 27.05.2014
Homepage: www.martyfriedman.com

Den meisten Metalheads dürfte MARTY FRIEDMAN wohl als Ex-Megadeth Flitzefinger, Saite an Saite mit Dave Mustaine, bekannt sein. Auf Klassikern wie „Rust In Peace“ oder „Countdown To Extinction“ sorgte er mit exotischen Soli und ultra-tightem Spiel für so manches Highlight und lies Gitarristen Weltweit mit der Zunge schnalzen. Nach seinem Ausstieg bei Megadeth im Jahre 2000 wurde es um den sympathischen Lockenkopf und Asien-Fan zwar im internationalen Hartwurst Sektor ruhig, FRIEDMAN hat aber seither weiterhin in schöner Regelmäßigkeit Soloalben veröffentlicht die sich in erster Linie auf dem Japanischen Markt eines beachtlichen Zuspruchs erfreuen können. Mit „Inferno“ soll der gute Marty nun auch wieder weltweit hoffähig gemacht werden. Was liegt da näher als hierzu eine ganze Riege an interessanten Gastmusikern ins Studio zu bitten um der Platte einen internationalen Anstrich zu verpassen. So geben auf der vorliegenden neuen Scheibe u.a. die Flamenco-Querköpfe Rodrigo Y Gabriela, Danko Jones und Alexi Laiho von Children Of Bodom ein Stelldichein.

Die erstaunlich harten Songs knallen dank Jens Bogren Produktion zeitgemäß und modern aus den Boxen. Besonders der sehr punchige Gitarrensound (seltsamerweise oft der Haken bei Gitarren-Frickelalben) kann begeistern und gewinnt durch die Hochglanz-Politur deutlich an Substanz. Nachdem Friedman im Opener „Inferno“ ein ebensolches von der Leine lässt und sich dabei durch halsbrecherische Soli pflügt, wird das Adrenalinlevel auch im weiteren Verlauf auf hohem Niveau gehalten: in „Wicked Panacea“ liefert Friedman sich ein interessantes Duell mit dem großartigen Flamenco-Duo Rodrigo y Gabriela, Shining‘s Jorgen Munkeby am Saxofon bereichert das Frickelige „Meat Hook“ mit Lines zwischen Freejazz und entspannter Melodik. Die Highlights des Album sind aber der von Danko Jones mit vollem Einsatz rausgehauene straighte Rocker „I Can’t Relax“ und das mit FRIEDMAN‘s altem Kumpel Jason Becker gemeinsam komponierte „Horrors“, das Erinnerungen an alte Cacophony Zeiten aufleben lässt. Lediglich der mit Alexi Laiho eingeshredderte Track „Lycanthrope” und das stilistisch unpassende „Undertow“ sind etwas blutarm geraten und erscheinen fehl am Platze.

Das Konzept instrumentale Saitenakrobatik mit straighten Metal-Songs zu kombinieren geht weitestgehend auf, der Flow des Albums kommt allerdings hier und da aufgrund der Gesangbeiträge etwas ins Stocken. Die Zielgruppe dürfte sich aber trotz der guten Songs mit Gesang auf Fans von Gitarrenmusik beschränken. Die bekommen bei MARTY FRIEDMAN allerdings Gitarrenarbeit der Extraklasse geboten, eingespielt von einem absoluten Könner der über eine ganz eigene Stimme auf dem Instrument und eine immer wieder überraschende Notenauswahl verfügt.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Inferno
02. Resin
03. Wicked Panacea (feat. Rodrigo y Gabriela)
04. Steroidhead (feat. Keshav Dhar)
05. I Can’t Relax (feat. Danko Jones)
06. Meat Hook (feat. Jorgen Munkeby)
07. Hyper Doom
08. Sociopaths( feat. David Davidson)
09. Lycanthrope (feat. Alexi Laiho & Danko Jones)
10. Undertow (feat. Gregg Bissonette & Tony Franklin)
11. Horrors (co-written by Jason Becker)
12. Inferno (Reprise)

Mario

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