Mittwoch, 23. April 2014

Hi Folks!

Kaum einen Tag gearbeitet, haben wir auch schon wieder Mittwoch. Kurze Wochen sind was schönes. Kommen wir gleich ohne Umschweife zu unseren heutigen Rezensionen:

- seit zwei Jahrzehnten lungern EDGUY nun schon in der Metalwelt herum. Anfangs vielleicht von einigen belächelt haben sich die Mannen um Mastermind Tobi Sammet zu einer festen Größe entwickelt. Da macht auch ihr mittlerweile elftes Album "Space Police - Defenders Of The Crown" keine Ausnahme,

- auch den Ami-Rockern WINGER wurde die Ernsthaftigkeit in den Neunzigern nicht abgekauft. Und so gab es zwei Lager, die Hasser konnten sich dabei noch auf die MTV Kultfiguren Beavies und Butthead verlassen. Das ist schon lange her: MTV sendet keine Musik mehr und WINGER sind seit einigen Jahren wieder gut unterwegs. Kann das neue Album "Better Days Comin´" da mithalten?

- Thrash Metal aus Deutschland - dafür stehen DRONE. Ihr gleichnamiges Album hat sich unser Neuzugang Christoph mal unter den Arm geklemmt,

- aus dem sonnenverwöhnten Südkalifornien stammen die drei Rocker von KYNG. "Burn The Serum" nennt sich ihr neues Werk, das auch den Stoner-Fans gut reinlaufen dürfte, und

- dass ALVENRAD Folk Metal machen, dürfte schon mit dem Bandnamen klar sein. Das Zwei-Mann-Projekt aus den Niederlanden haben ihr neues Album "Habitat" eingetütet.

Wir wünschen Euch eine relaxte Restwoche und viel Spaß beim Lesen!

Euer Rock-Garage Team

EDGUY - Space Police - Defenders Of The Crown

Band: Edguy
Album: Space Police - Defenders Of The Crown
Spielzeit: 54:13 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 18.04.2014
Homepage: www.edguy.net

Drei Jahre nach dem letzten Album "Age of the Joker" melden sich EDGUY mit dem neuesten Stück Edelmetall "Space Police - Defenders Of The Crown" zurück. Die Mannen um Bandchef Tobias Sammet haben auch weiterhin ihren sehr eigenen Kopf und ignorieren so manche "Gepflogenheit" des Metal-Business. "Es gibt mehr Verhaltensregeln im Rockbusiness als beim katholischen Ferienzeltlager. Kein Scheiß!", so drückt es Herr Sammet aus.
Und auch wenn die Band und besonders Sammet in den vergangenen Jahren immer mal den schmalen Grat zwischen ironischem Augenzwinkern und Albernheiten überschritten haben, bleiben EDGUY doch eine äußerst angenehme Abwechslung in unserer Szene.

Die Musik haben EDGUY immer ernst genommen und so gibt es den gewohnten Mix aus Power, Heavy und Melodic Metal mit dem sich die Hessen als internationale Größe etabliert haben.
Der Opener "Sabre & Torch" ist ein rifflastiger und flotter Banger der ohne Intro-Vorspiel schwungvoll einsteigt, während der Titeltrack (Teil 1) "Space Police" sich als typische EDGUY-Hymne entpuppt. Genau diese Songs will man von den Jungs hören, und sie enttäuschen ihre Fans auch diesmal nicht. Titeltrack (Teil 2) "Defenders Of The Crown" toppt die beiden starken ersten Songs nochmals und liefert einen majestätischen Song ein, der sich mit Sicherheit nahtlos bei den Bandklassikern einreihen wird.
Nach drei sehr traditionellen Heavy Metal Stücken kommt dann der erste Ausreißer mit dem glammigen Ohrwurm "Love Tyger" zu dem es auch ein bandtypisches Video zu bewundern gibt.
"The Realms Of Baba Yaga" bietet dann wieder klassische Heavy/Power Metal Kost, bevor für Metal-Puristen der nächste Tiefschlag in Form des FALCO-Cover "Rock Me Amadeus" folgt. Wer hingegen mit ähnlich viel Humor an die Sache herangeht wie die Band, wird mit der sehr nah am Original gehaltenen Version seinen Spaß haben. FALCO und EDGUY, das passt. Bei "Do Me Like A Caveman" und "Shadow Eaters" bekommt man wieder hochmelodische Kost geboten, die sich sofort in den Gehörgängen einnistet. Die poppige Powerballade "Alone In Myself" fällt dann ein klein wenig ab bevor das epische "The Eternal Wayfarer" ein starkes Album perfekt abschließt. Nach den letzten drei etwas schwächeren Alben habe ich nicht mit so einem starken Album, wie es "Space Police - Defenders Of The Crown" geworden ist, gerechnet.

EDGUY polarisieren auch auf Album Nummer elf. Aber auch diesmal findet der gute Tobias die passenden Worte. Eigentlich ist das ja mein Job abschließend ein geistreiches und treffsicheres Fazit zu hinterlassen, aber in diesem Fall kann man es einfach nicht besser ausdrücken:
"Und fertig ist ein Album, für das man eigentlich in der Luft zerrissen wird; es sei denn man heißt EDGUY, dann könnte sowas zu einem Bandklassiker werden. [...] Außerdem sollte man grundsätzlich in Erwägung ziehen, sich unwillkommene Reaktionen am Ende auch mal am Allerwertesten vorbeigehen zu lassen. Damit fahren wir jetzt seit zwei Dekaden ziemlich gut, und mal ehrlich: SO GEHT HEAVY METAL!"

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Sabre & Torch
02. Space Police
03. Defenders Of The Crown
04. Love Tyger
05. The Realms Of Baba Yaga
06. Rock Me Amadeus
07. Do Me Like A Caveman
08. Shadow Eaters
09. Alone In Myself
10. The Eternal Wayfarer

Chris

WINGER - Better Days Comin´

Band: Winger
Album: Better Days Comin‘
Spielzeit: 49:16 min
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 18.04.2014
Homepage: www.wingertheband.com

Wer hätte vor 20 Jahren gedacht, dass WINGER im Jahre 2014 noch lachen während Beavis und Butt-Head das dämliche Gackern längst vergangen ist? Auch wenn Kip Winger und Co. nie die absoluten Top-Stars des Genres waren und der zwischenzeitliche Absturz in die Belanglosigkeit so ziemlich alle Hair-Metal und Hardrock Bands erwischte, so war der ungleiche Zweikampf zwischen den grenzdebilen Comicfiguren und WINGER, als Paradebeispiel von Allem was am bunten Hairmetal "falsch" war, doch ein interessantes Thema damals. Im Gegensatz zu manchem Kollegen waren die WINGER Jungs technisch äusserst versierte Musiker die sich nach dem Ende Ihrer Hauptband recht gut im Musikbusiness über Wasser halten konnten und seit 2006 nun auch wieder in fast kompletter Original-Besetzung wieder hochklassige Alben rausbringen. Die letzte Scheibe "Karma" hat nun auch schon wieder 5 Jahre auf dem Buckel, Zeit also für neues Futter der Band, die mit "Winger" (1988) und "In The Heart Of The Young" (1990) 2 waschechte Perlen des Melodic Metal abgeliefert hat. Die brandneue Scheibe erscheint über da Italienische Genre-Label Frontiers Records und hat mit den anderen Veröffentlichungen aus gleichem Haus die etwas "günstigere" Produktion gemeinsam. So gigantisch und teuer wie auf den von Beau Hill in Szene gesetzten Platten aus den späten 80ern klingt’s anno 2014 nicht mehr.

Der Start in die Scheibe ist mit den 3 hintereinander platzierten Rockern „Midnight Driver Of A Love Machine“, „Queen Babylon“ und dem treibenden „Rat Race“ bestens gelungen. Reb Beach, der bei Whtesnake bestensfalls die 2. Geige neben Doug Aldrich spielen darf, ist bei WINGER spürbar besser aufgehoben und kann seine flüssigen Tapping-Lines nach Lust und Laube einstreuen. Sein alter Kumpel Kip Winger ist stimmlich noch auf der Höhe wie zu den grossen Zeiten, was auch nicht jeder Kollege der den Schritt ins Heute geschafft hat von sich behaupten kann. Und dass WINGER auch im 2. Frühling Ihrer Karriere den Mut haben über den Tellerrand zu schauen, stellt ein Song wie „Better Days Comin'“ mit seinen funky Basslines und Gospel-angehauchtem Refrain bestens unter Beweis. Überhaupt klingen WINGER auf der neuen Scheibe erstaunlich frisch und hungrig, dabei aber gewohnt routiniert und souverän. Weitere Highlights sind die Ohrwürmer „So Long China“ und „Out Of This World“. Lediglich das etwas bemüht wirkende, unnötig knurrige „Storm In Me“ wirkt übers Knie gebrochen und fällt im Vergleich zum hochkarätigen Rest etwas ab. Das ist aber ein vernachlässigbarer Ausfall.

Man kann die etwas pappigen Drums monieren, die auf früheren Veröffentlichungen wuchtiger aus den Speakern drückten. Aber das ist natürlich auch immer eine Frage des Budgets, das heutzutage deutlicher schmaler als in den 80ern ausfallen dürfte. Alles in Allem ist WINGER mit „Better Days Comin'“ ein weiteres starkes Album gelungen, das gekonnt alte Tugenden der Band mit einem modernen Ansatz verbindet. Das Album erscheint als CD sowie CD & DVD Digipack, letzteres mit einem Making Of und 2 Video-Clips.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Midnight Driver Of A Love Machine
02. Queen Babylon
03. Rat Race
04. Better Days Comin‘
05. Tin Soldier
06. Ever Wonder
07. So Long China
08. Storm In Me
09. Be Who You Are, Now
10. Out Of This World

Mario

DRONE - Drone

Band: Drone
Album: Drone
Spielzeit: 45:44 min
Stilrichtung: Trash Metal
Plattenfirma: Metalville
Veröffentlichung: 25.04.2014
Homepage: www.dronemetal.com

DRONE? Noch nie was davon gehört! Eine schnelle Recherche besagt, die vier Kerle sind keine Unbekannten mehr. Mit nahezu 5.000 „Gefällt mir“-Angaben auf Facebook haben sich die deutschen (!) Metalheads bereits eine beachtliche Fanbase erarbeitet. Das ansprechende Artwork und das detailverliebt gestaltete Booklet wirken auf den ersten Blick schon einmal sehr professionell... also: CD-Laufwerk geöffnet, die im Comicstyle bedruckte Scheibe eingelegt und dann sofort die erste Überraschung: Statt dem üblichen genretypischen 32tel-Doublebass-Gehämmer klingen sanfte Gitarrentöne an. Was geschieht hier…? Die erste Verwirrung hält jedoch nicht lange an, handelt es sich dabei doch lediglich um ein nervenschonendes Intro – man will ja schließlich nicht direkt mit der Tür ins Haus fallen. Der gesellschaftskritische Opener „Guilt“ brilliert durch eine geniale Hookline, die durch die stabile Rhythmustruppe untermauert wird. Unmittelbar auffällig ist, dass der gutturale Gesang Mutz Hempels sehr an TRIVIUMS Matthew Heafy erinnert. Der zweite Brecher „The Reason“ hebt sich durch den tight gespielten Breakdown vom Rest des Albums ab. „Hammered, Fucked And Boozed“ wird durch das dezente Muhen einer Kuh sowie dem geschickt platzierten Einsatz eines Banjos eingeleitet und erinnert musikalisch eher an Rock’n’Roll anstatt an Trash Metal. Ebenfalls mit einer gewaltigen und eingängigen Hookline überzeugt „Buried In Blue“: Die kultivierten Gitarrenflächen im Refrain und der raue Gesang tun ihr Übriges. Mit einem Intro à la FIREWIND startet „Into Darkness“ und gipfelt in einem temporeichen Gitarrensolo, die fiesen Shouts finden Anlehnung bei Mitch Lucker von SUICIDE SILENCE. Mit „How We Suffer“ haben die vier Celler Metaler einen Song geschaffen, der den skandinavischen Vergleichswerken und dem Material deutscher Genrekollegen wie zum Beispiel CALIBAN in nichts nachsteht. Schnelle Tempi und abartige Schredder-Riffs zeichnen „Beatbox Within“ und „Carry Me Home” aus. „Hung And Over“ ist eine Hommage an den Tag nach durchfeierten Nächten und die damit oft einhergehende Verwirrung, in wessen Bett man eigentlich gerade aufwacht. Hier glänzen DRONE wie auch in bei den beiden Bonustracks „Life Of Riley“ und „Out In The Rain“ mit Akustikgitarren und einfühlsamem Gesang. Zweifelsfrei das stärkste Stück des selbstbetitelten Albums ist „Rock’n’Rollercoaster“ und wird hiermit offiziell als Anspieltipp empfohlen!

Fazit: Ihr Können haben DRONE bereits bei diversen Festivals im In- und Ausland unter Beweis gestellt. Auch 2014 sind sie wieder ordentlich unterwegs und Fans von gepflegtem Trash Metal sollten die Chance auf jeden Fall nutzen und der Truppe einen Besuch abstatten. Der Kauf des neuen Albums ist obligatorisch, es darf in keinem gut sortierten CD-Regal fehlen!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Guilt
02. The Reason
03. Hammered, Fucked And Boozed
04. Buried In Blue
05. Into Darkness
06. Hung And Over
07. Rock’n’Rollercoaster
08. How We Suffer
09. Beatbox Within
10. Carry Me Home
11. Life Of Riley
12. Out In The Rain

Christoph

KYNG - Burn The Serum

Band: Kyng
Album: Burn The Serum
Spielzeit: 45:39 min
Stilrichtung: Heavy Rock / Hard Rock
Plattenfirma:  Razor&Tie
Veröffentlichung: 18.04.2014
Homepage: www.kyngband.com

KYNG, dass sind drei bullige Rocker aus dem sonnenverwöhnten Südkalifornien, die ihr nunmehr zweites Album "Burn The Serum" unters Volk bringen und sich mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Hardrock, Heavy Metal, n bisserl Stoner und einer Prise Southern Rock ein ums andere Mal wohltuend vom sonstigen Einerlei absetzen. Nachdem der in klassischer Powertrio-Besetzung antretende Verein um den Sänger/Gitarristen Eddie Veliz für ihr Debüt „Trampled Sun“ aus dem Jahre 2011 schon in Ihrer Heimat respektable Resonanzen einfahren konnte, soll das neue,  von Andrew Alekel (Foo Fighters, Queens of the Stone Age, Clutch) und James A. Rota (Sound City) produzierte Werk, auch international etwas bewegen. Auf zahlreichen Konzerte mit u.a. In Flames, Black Stone Cherry, Trivium oder Megadeth haben KYNG Ihr Handwerk verfeinert, was auf „Burn The Serum“ einen professionellen Eindruck hinterlässt.

Schon das durchgeknallte, irrwitzige Artwork lässt erahnen, dass die Band Ihren ganz eigenen Weg geht. So setzt sich der KYNG-Sound zwar aus altbekannten Zutaten zusammen (Heavy Gitarrenriffs, eingängige Melodien, recht klassisch gehaltenes Songwriting), das Ganze bringt aber dennoch seine ganz eigene, kompromisslose Note mit. Das auch nicht zuletzt dank der ein wenig an Chad Kroeger (Nickelback) erinnernde Stimme von Veliz. Auch seine beiden Mitstreiter lassen nichts anbrennen und agieren äusserst kompetent an Ihren Instrumenten – man kann das jahrelange Zusammenspiel der Drei in jedem Riff und jeder Melodie heraushören. KYNG präsentieren sich als ein wirklich eingespieltes Team. Als Anspieltipps seien das mit geilen Riffs versehene „Burn The Serum“, der megalässige Stampfer „Electric Halo“ oder das völlig unerwartet mit Led Zeppelin Akustikgitarren auftrumpfende „Paper Heart Rose“ genannt. Die anderen Tracks fallen aber im Vergleich auch nicht ab und hinterlassen ein ums andre Mal ein dickes Grinsen im Gesicht.

KYNG haben mit Ihrem zweiten Werk eine kleine Überraschung hingelegt. Während viele Kollegen sich schon sklavisch an Regeln und Normen halten, wird auf der vorliegenden Scheibe mal locker der Mainstream ignoriert und Fokus auf originelle Songs und einen eigenständigen Bandsound gelegt. Die Scheibe funktioniert  am Besten wenn man sie am Stück geniesst, möglichst richtig schön laut, vorzugsweise im Auto mit runter gedrehten Scheiben und einem fetten Lächeln im Gesicht. Das dürfte mit den Songs auf „Burn The Serum“ auch nicht schwer fallen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Burn The Serum
02. Lost One
03. Electric Halo
04. Sewn Shut
05. Faraway
06. Self Medicated Man
07. The Ode
08. In The Land Of Pigs
09. Sunday Smile
10. Big Ugly Me
11. Paper Heart Rose

Mario

ALVENRAD - Habitat

Band: Alvenrad
Album: Habitat
Spielzeit: 44:53 min
Stilrichtung: Folk Rock/Metal
Plattenfirma: Trollmusic
Veröffentlichung: 04.04.2014
Homepage: www.facebook.com/Alvenrad

Die 2011 gegründeten Niederländer von ALVENRAD, was so viel bedeutet wie "Rad der Elfen", legen dieser Tage ihr Debütalbum "Habitat" vor. Geboten wird eine vielseitige Mischung, neben starken Folk Rock/Metal Einflüssen finden sich auch Black Metal Einschübe sowie Passagen aus den Bereichen Prog und Pagan.
ALVENRAD ist ein Zwei-Mann-Projekt, Mark Kwint übernimmt dabei sämtliche Vocals, die Gitarren und die Flöte, während Jasper Strik für Piano, Keyboard und die Programmierungen zuständig ist.

Das eröffnende "Woudakoestiek" und "Zwartwildernis" bieten einen eher rockigen und gemäßigten Einstieg, die beiden Stücke laden zum Mitsingen (wenn man denn dem Holländischen mächtig ist) und zum Schunkeln ein. "Verweven Klauwen" nimmt dann schon eine gute Ecke mehr Fahrt auf und bereitet den Weg für das von melodischen Black Metal Klängen dominierte "1911". Diese Mischung zieht sich auch durch die weiteren Stücke bis die akustische Ballade "Ondermaans" ein interessantes Album abschließt, welches auch nach mehreren Durchgängen noch einiges zum Entdecken bereit hält.

Die Niederländer schreiben Abwechslung auf "Habitat" auf jeden Fall groß und lassen sich nicht von irgendwelchen Genre-Schubladen in die Enge treiben. Die beiden Musiker wechseln auf sehr gelungene Art und Weise zwischen ruhigen und von Flöten und akustischen Gitarren getragenen Passagen, zu düsteren und harten (Black) Metal Ausbrüchen. Die Palette der als Inspiration zu nennenden Bands ist dementsprechend sehr lang: JETHRO TULL, SKYCLAD, VINTERSORG, EMPYRIUM, WINDIR oder BORKNAGAR.

Wer also auf unverbrauchten und vielschichtigen Folk-Metal steht, sollte ALVENRAD auf jeden Fall ein paar Durchläufe im Player spendieren.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Woudakoestiek
02. Zwartwildernis
03. Verweven Klauwen
04. 1911
05. Habitat
06. O Patrones
07. Adel des Gemoeds
08. Foreest in Tweelicht
09. Ondermaans

Chris

Montag, 21. April 2014

SUNSTRIKE - Rock Your World

Band: SunStrike
Album: Rock Your World
Spielzeit: 49:16 min.
Stilrichtung: Melodic Rock, AOR
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 25.04.2014
Homepage: www.facebook.com/sunstrikeband

Schon im vergangenen Sommer erregten SUNSTRIKE mit 2 Demosongs auf ihrer Facebook-Seite einiges an Aufsehen. Die geballte Power, die die Schweden in den eigentlich klassichen AOR bringen, ist selten geworden. Trotzdem entbehren die Songs auf „Rock Your World“ keinesfalls dicke Keyboards und zuckersüße Melodien. Und wenn man sich die Besetzungsliste mal so ansieht, reibt man sich zwangsläufig erst mal die Augen. Neben Christian Hedgren von TWILIGHT FORCE (vocals) zocken hier auch noch Joachim Nordlund (guitars) und Johan Lindstedt (drums) von ASTRAL DOORS. Kurze Zeit später fand man in Fredrik Plahn von PREY den geeigneten Keyboarder, um die Songs gehörig aufzupolieren und Mats Gesar (guitars, THALAMUS) sowie Björn Lundquist (bass, ebenfalls TWILIGHT FORCE) komplettieren den Sonnenhieb.

Mit dem frischen „Power Of The Dreams“ geht es in die erste von zwölf Runden auf „Rock Your World. Ein Sound, der Fans von knackigem Melodic Rock klassischer Prägung sicher die Freudentränen in die Augen treiben wird. Gleich darauf folgt der Titeltrack mit der gleichen großen Klasse. Dicke Chöre, noch größere Melodien und der fette Sound von Erik Martensson (ECLIPSE, W.E.T.) machen auch daraus einen Gewinner. Im Midtempo geht es bei „Fireball“ weiter. Manchmal erinnert Sänger Hedgren an HAMMERFALL´s Joachim Cans. Mit „Right Track“ schrammen SUNSTRIKE aber gerade noch an der Kitschgrenze vorbei und die Keyboards rücken mehr in den Vordergrund. Auch „Roll The Dice“ ist nicht mehr so bissig wie das Eingangsduo, aber wir meckern hier auf hohem Niveau.

Etwas Abwechslung bietet „Rock It Out“, das etwas epischer gehalten wird. Ein einfach gestrickter Song wie „Never Let You Go“ verliert indes schon nach einiges Durchläufen seinen Reiz. Viel stärker kommen da schon Rocker wie „Scream & Shout“ oder „Heat Of The Night“ daher und auch das langsamere „Edge Of Life“ hinterlässt einen sehr guten Eindruck und tendiert ein wenig in Richtung EUROPE zu ihren (alten) Glanzzeiten. Natürlich gibt es mit „Higher“ auch eine Ballade.

SUNSTRIKE machen auf ihrem Erstling „Rock Your World“ eine richtig gute Figur, zumal es sich hier um Musikanten aus eher härteren Gefilden handelt haben die Schweden hier eine eindrucksvolle Liedersammlung abgeliefert, die wohl jedem Connaisseur des melodischen Hardrocks die fälligen Euronen wert sein dürften, die dafür aufgerufen werden. Stark!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Power Of The Dreams
02. Rock Your World
03. Fireball
04. Right Track
05. Roll The Dice
06. Rock It Out
07. Never Let You Go
08. Higher
09. Scream & Shout
10. Into The Light
11. Edge Of Life
12. Heat Of The Night

Stefan

ALIEN - Eternity

Band: Alien
Album: Eternity
Spielzeit: 54:54 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: AOR Heaven
Veröffentlichung: 25.04.2014
Homepage: www.alientheband.com

Nicht erst seit der letzten Platte von BOSTON wissen wir, wie sehr ein Comeback in die Hose gehen kann. Und trotzdem haben sich ALIEN nicht beirren lassen und kommen nach 9 Jahren mit dem Nachfolger zum eigentlichen Comebackalbum „Dark Eyes“ von 2005 um die Ecke. Allerdings sind jetzt neben Jim Jidhed (vocals) und Tony Borg (guitars) auch Jimmy Wandroph (keyboards), Ken Sandin (bass) und Toby Tarrach (drums) an Bord und was heißt das? Na klar, ALIEN sind zurück in Originalbesetzung! Zumindest ist „Eternity“ der erste gemeinsame Longplayer seit 1989 – zusammen ist man ja schon wieder seit 2010, wo die ersten gemeinsamen Konzerte stattgefunden hatten.

So weit – so gut, aber was bietet das neue Album? „Dark Eyes“ konnte nicht wirklich punkten und bis heute ist die erste Scheibe von 1989 – also die zweite Version von „Alien“ - die stärkste der Bandgeschichte. Eine Schnittstelle mit den glorreichen Zeiten gibt es auf jeden Fall, denn der Song „I´m A Fighter“ wurde bereits in den 80ern geschrieben, als die Band in Los Angeles weilte um zusammen mit Pam Barlow und Janet Morrison Minto neue Songs zu verfassen. Auch einige Texte auf „Eternity“ stammen von den beiden.

Fassen wir einmal zusammen:
- Originalbesetzung – check
- Spirit des Los Angeles der späten 80er – check
- Gute alte Kontakte aufgefrischt – check

Der Opener „In Love We Trust“ startet mit atmosphärischen Keyboards, der Sound ist kernig und die Chöre beim Refrain sind fett. Und obwohl der Refrain ein bisschen an „No Easy Way Out“ von ROBERT TEPPER erinnert ist der Start geglückt. Etwas befreiter spielen die Schweden gleich bei „Unbroken“ auf- das klingt frisch und unverbraucht. Und auch Songs wie das luftig-rockende „Summer Of Love“, das AOR-lastige „Liar, Liar“ oder das melodiöse „Burning Heart“ sind erste Sahne und zeigen, dass ALIEN sich nicht wie viele andere in die Nesseln gesetzt und für dieses Comeback halbgare Überbleibsel verwurstet haben.

„I´m A Fighter“, der schon erwähnte Track aus der guten alten Zeit, „In Truth“ oder „I Believe“ zeigen ALIEN von der balladesken Seite, mal mit Pathos, mal einfach klassisch. „Eternity“ ist ein gelungenes Unterfangen, das von einer Band erdacht und eingespielt wurde, die sichtlich Freude an dem hat, was sie macht. Welcome back…

WERTUNG: 






Trackliste:

01. In Love We Trust
02. Unbroken
03. Love Will Lead Me Home
04. I Believe
05. Summer Of Love
06. What Goes Up
07. I´m A Fighter
08. Wildheart
09. Liar, Liar
10. Look At Us Know
11. Burning Heart
12. In Truth

Stefan

TERAMAZE - Esoteric Symbolism

Band: Teramaze
Album: Esoteric Symbolism
Spielzeit: 78 :04 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Power Prog / Nightmare Records
Veröffentlichung: 15.04.2014
Homepage: www.teramaze.com.au

Die Australier TERAMAZE um den international sehr respektierten jungen Gitarristen Dean Wells haben mit Ihrem letzten, dritten Album „Anhedonia“ (2012) für ordentlich Wirbel im Prog-Underground gesorgt und nicht wenige waren gespannt wohin die Reise des Quartetts in Zukunft wohl gehen mag. Der neue Broken „Esoteric Symbolism“ liefert die Antworten und die sind alles andere als leicht verdaulich, dafür aber umso belohnender:

Mit Intros ist das ja immer so eine Sache – die meisten davon sind vernachlässigbarer Ballast. „All Seeing Eye“ ist allerdings einer der geilsten Opener die ich seit langer Zeit gehört habe. Der Track baut gekonnt die Spannung auf bevor ein tierisches Riff einsetzt und den instrumentale Track zu einem furiosen, frühen Highlight werden lässt, der Hunger auf mehr macht. Ein Hammertrack, den ich in Endlosschleife hören könnte! Was folgt ist gnadenloser Ritt durch originelle Gitarrenriffs, die immer ganz nah am Thrash sind, absolut beeindruckendes Drumming und einem Sänger der eine mehr als solide Vorstellung abliefert und ab und an gar an zwischen Chester B… (Linkin Park) erinnert. Auch wenn in den einzelnen Songs eine ganze Menge Abwechslung für eine nicht enden wollende Flut an Details sorgt, so sind die Songs an sich allesamt recht straight nach vorne angelegt. Es wird also hauptsächlich nach vorne geballert, wobei zahlreiche Wendungen das Abenteuer immer spannend halten: „In Vitro“ kann seine Fates Warning Wurzeln  nicht verleugnen, der Mittelteil in „Parallels – Dual Reality“ ist ein spektakuläres Riffmassaker flankiert von packenden Gesangslinien und in „Spawn“ sowie dem nur auf der CD enthaltenen Track „The Divulgence Act“ gibt’s es eingängige Hooklines zu bestaunen. Mit Worten sind die insgesamt prall gefüllten 78 Minuten / 13 Tracks nur schwerlich zu beschreiben, das Album geht mehr als zusammenhängendes Gesamtkunstwerk über die Ziellinie denn als Sammlung von Hitsingles. Besondere Erwähnung verdient die Gitarrenarbeit auf „Esoteric Symbolism“, die man eigentlich nur mit monströs bezeichnen kann. Dean Wells, der das Album ganz nebenbei auch noch produziert und gemischt hat, feuert mit einem fabelhaften, punchigen Ton Riffs und Soli der Extraklasse ab („Bodies Of Betrayal“!). Dass er dabei nie in selbstverliebtes Genudel abdriftet sondern stets auf den Punkt kommt spricht für die Klasse dieses großartigen Musikers. Ganz großes Kino.

Nach all den Lobpreisungen aber noch 2 Haare in der Suppe, die den Zugang zu der Scheibe deutlich erschweren und nicht unerwähnt bleiben sollen: Als erstes wäre da die sehr heiß gemasterte Produktion zu nennen, die einfach zu schnell zu Ermüdungserscheinungen führt und den Hörer, trotz starker Songs, irgendwann das Interesse verlieren lässt. Zum anderen ist die ziemlich üppige Spieldauer von knapp 80 Minuten schon ganz schön happig, besonders wenn man in Betracht zieht was in den einzelnen Tracks so alles passiert. Ein wenig hat man den Eindruck TERAMAZE könnten das ein oder andere mal etwas schneller auf den Punkt kommen, denn manche Tracks wirken künstlich in die Länge gezogen („Line Of Symmetry“).
Junge Junge, was die Australier TERAMAZE auf Ihrem vierten Album „Esoteric Symbolism“ abliefern ist nicht von schlechten Eltern, verlangt dem Hörer aber auch Einiges ab. Wer aber Zeit und Geduld aufbringt und gewillt ist sich das Album zu erarbeiten, wird mit einem der spannendsten Prog/Metal Alben der letzten Zeit belohnt.

WERTUNG:






Trackliste:

01. All Seeing Eye
02. Line Of Symmetry
03. Transhumanist
04. Bodies Of Betrayal
05. Parallels – Dual Reality
06. Spawn
07. Punishment By Design
08. Dust Of Martyrs
09. The Divulgence Act
10. Esoteric Symbolism
11. vi. Order Out Of Chaos
12. vii: Darkest Days Of Symphony
13. viii. In Vitro

Mario

PRONG - Ruining Lives

Band: Prong
Album: Ruining Lives
Spielzeit: 41:49 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 25.04.2014
Homepage: www.prongmusic.com

PRONG gehören seit der Gründung 1986 zu den Vorreitern des modernen Thrash Metal. Mit Alben wie “Prove You Wrong”, “Cleansing” und “Rude Awakening” etablierten die Amis einen druckvollen Crossover-Mix aus Thrash, Hardcore, Groove und Industrial. 1997 löste sich die Band dann auf, kehrte aber 2002 auf die große Bühne zurück. Zum Glück, wie der aktuelle Langspieler "Ruining Lives" belegt.

Der erste Durchlauf hinterlässt einen eher unspektakulären Eindruck, mit jedem weiteren brennen sich die Songs dafür mehr und mehr ein. Harte Riffs, ein wummernder Bass, ein druckvolles Drumming und eingängige Vocals fesseln den Hörer immer weiter. Zwar fehlen Übersongs der Marke “Snap Your Fingers Snap Your Neck", trotzdem kann "Ruining Lives" mit einigen starken Stücken überzeugen. Da wären etwa der eingängig groovende Opener "Turnover", der harte Titeltrack oder das rasende "The Book Of Change" zu nennen. Die Songs halten ein einheitlich hohes Niveau, einzig das etwas sehr poppig-moderne "Self Will Run Riot" fällt nach unten ab.

PRONG erfinden sich nicht neu, schaffen es aber mit dem neuen Album sehr nahe an die Bandklassiker heranzukommen. Fans aus den Anfangstagen werden mit dem neuen Silberling nichts falsch machen, jüngere Leser denen die Band nicht bekannt ist, denen aber Bands wie MACHINE HEAD, PANTERA oder WHITE ZOMBIE zusagen, sollten die Mitbegründer des Crossover-Thrash auf jeden Fall mal einer genaueren Betrachtung unterziehen.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Turnover
02. The Barriers
03. Windows Shut
04. Remove, Separate Self
05. Ruining Lives
06. Absence Of Light
07. The Book Of Change
08. Self Will Run Riot
09. Come To Realize
10. Chamber Of Thought
11. Limitations And Validations
12. Retreat (Bonus Track)

Chris

AUTOPSY - Tourniquets, Hacksaws & Graves

Band: Autopsy
Album: Tourniquets, Hacksaws & Graves
Spielzeit: 48:55 min
Stilrichtung: Death Metal
Plattenfirma: Peaceville Records
Veröffentlichung: 21.04.2014
Homepage: www.autopsydeathmetal.com

Schlachtfest Nummer Sieben der amerikanischen Death Metal Legende AUTOPSY kommt dieser Tage in die Plattenläden und nennt sich "Tourniquets, Hacksaws & Graves". Die Kalifornier haben mit "Severed Survival" und "Mental Funeral" zwei absolute Szeneklassiker veröffentlicht und auch später noch einige sehr starke Langrillen auf den Markt geworfen. Der dritte Silberling seit der Reunion 2009 steht dieser Tradition in nichts nach.

Der Opener "Savagery" ballert gleich mal aus allen Rohren und macht keine Gefangenen, die pure Death Metal Raserei. "King Of Flesh Ripped" wälzt sich fast schon doomig durch die Gehörgänge welche immer wieder durch treibende Groovepassagen unterbrochen werden. Der Mix aus tonnenschweren Death-Walzen, groovenden Bangern und rasenden Wutausbrüchen zieht sich durch alle 12 Songs von "Tourniquets, Hacksaws & Graves".

Die Mitbegründer des amerikanischen Death Metal gehören auch 2014 noch lange nicht zum alten Eisen, an die Meilensteine aus den Anfangstagen können AUTOPSY zwar nicht ganz anknüpfen, für ein kurzweiliges und überdurchschnittliches Album reicht es aber alle Mal.

Aufgenommen wurde "Tourniquets, Hacksaws & Graves" in den Fantasy Studios mit Produzent Adam Munoz, das Cover wurde von Wes Benscoter gestaltet, welcher bereits "Macabre Eternal" in Szene gesetzt hat.

Todesbleifreunde der alten Schule bekommen von AUTOPSY die gewohnte Qualität und können hier bedenkenlos zugreifen. Oder um es mit den Worten der Band zu sagen: "This is AUTOPSY, this is Death Metal!"

WERTUNG:






Trackliste:

01. Savagery
02. King Of Flesh Ripped
03. Tourniquets, Hacksaws And Graves
04. The Howling Dead
05. After The Cutting
06. Forever Hungry
07. Teeth Of The Shadow Horde
08. All Shall Bleed
09. Deep Crimson Dreaming
10. Parasitic Eye
11. Burial
12. Autopsy

Chris

RASPBERRY PARK - Scratchin´ The Surface

Band: Raspberry Park
Album: Scratchin’ The Surface
Spielzeit: 44:14 min
Stilrichtung: AOR / Melodic Rock
Plattenfirma: Power Prog
Veröffentlichung: 18.04.2014
Homepage: www.raspberrypark.de

Der 08/15 Bandname und das einfallslose Artwork sollten den an melodischem AOR interessierten Leser nicht gleich abschrecken, denn tatsächlich ist auf dem Debüt der Dänen RASPBERRY PARK eine Menge guter Musik zu finden. Die Band besteht im Grunde aus dem Sänger/Keyboarder Mikkel Bryde und dem Gitarristen Jes Kirstein, die sich ursprünglich als Songschreiberteam für diverse Künstler zusammengetan hatten, bevor die Qualität der gemeinsam erarbeiteten Songs die Eigenverwertung nahe legte. Mit Schlagzeuger Jesper Andersen und Bassist Morten Maltesen fanden die beiden Gleichgesinnte die die Musik auf „Scratchin’ The Surface“ zu einem kurzweiligen Vergnügen machen.

Mit den starken Rockern „On The Battlefield“, „Dangerous Zone“ und „Paradise“ gelingt RASPBERRY PARK ein Einstand nach Maß. Auch im weiteren Verlauf des Albums gibt es keinen schwachen, und mit „Let Them Burn“ nur einen okayen, Song zu vermelden. Das restliche Material überzeugt durchweg mit Songwriting auf hohem Niveau und Hooklines mit Langzeiutgarantie in Hülle und Fülle. Die Songschreiber-Herkunft können die beiden Bandköpfe Bryde und Kirstein mit den stark an die genialen The Rembrandts angelehnten Songs „Straight To The Bone“ und „I’m The Only One“ auch nicht verleugnen. In der Mitte der Scheibe wir das Energielevel ein wenig zurückgenommen, was dem Fluss der Platte gut tut, bevor gegen Ende nochmal ein paar Kohlen ins Feuer gelegt werden („The Message“, das Kid Rock-mäßige „Make Me Wonder“) und mit der Ballade „One Second“ auch der unverzichtbare Feuerzeug Moment bedient wird. Im Gegensatz zu einigen anderen vergleichbaren AOR angehauchten, skandinavischen Künstlern ist die Scheibe luftig und nicht zu brachial produziert – die Gitarren sind noch als solche zu erkennen und die Drums spielen songdienlich und planieren nicht jede Dynamik weg, was die 12 Songs wie im Flug vergehen lässt. Zu diesem Mut zur Zurückhaltung gehört heutzutage schon ein gewisses Maß an Abgeklärtheit und Selbstbewusstsein. Man hört, dass die Jungs ziemlich genau wissen was sie da eigentlich tun.

„Scratchin’ The Surface” ist ein durch und durch professionelles AOR Werk mit Ohrwurm-Refrains im Dutzend, dem es unterm Strich eigentlich nur ein wenig an Dreck unter den Fingernägeln und dem absoluten Überhit fehlt. Freunde von zeitlosem AOR und guter Singer/Songwriter-Musik sollten auf jeden Fall ein Ohr riskieren.

WERTUNG:






Trackliste:

01. On The Battlefield
02. Dangerous Zone
03. Paradise
04. Can’t Get Out
05. Straight To The Bone
06. I’m The Only One
07. Friends & Lovers
08. I’ll Stay
09. The Message
10. Make Me Wonder
11. Let Them Burn
12. One Second

Mario

Freitag, 18. April 2014

STREAM OF PASSION - War Of Our Own

Band: Stream of Passion
Album: War of our own
Spielzeit: 59:23 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Eigenproduktion
Veröffentlichung: 18.04.2014
Homepage: www.streamofpassion.com

Crowd Funding Kampagnen scheinen aktuell schwer in Mode zu sein, denn auch die niederländischen Symphonic Metaller von STREAM OF PASSION beschreiten diesen Weg und habe so die notwendigen Moneten für die Produktion ihrer neuen, vierten, Scheibe „War of our own“ zusammen bekommen.
Nachdem man nämlich mit den letzten Album den Plattendeal beendete und sich nicht auf eine weitere Zusammenarbeit einigen konnte, musste man um die musikalische Existenz bangen! Aber nachdem man die Entscheidung für die Crowd Funding Kampagne getroffen hatte, wurde schnell klar das die Band, rund um die attraktive Frontfrau Marcela Bovio, sich auf ihre Fans verlassen konnte und so kam das benötigte Geld zusammen.
Das Thema Konflikt ist auf dem neuen Album immer wieder anzutreffen und wird lyrisch und musikalisch verarbeitet und die Band selbst sieht sich aus der schweren, letzten Zeit gestärkt und weiterentwickelt.
Na schauen wir mal, ob das auch auf das neue Album im Vergleich zu den bisherigen Veröffentlichungen zutrifft.
Mit den ersten Tracks „Monster“, „A war of our own“ und „The Curse“ trifft man auf jeden Fall schon mal direkt ins schwarze. Genrefans werden hier absolut gut bedient und die Gesangsstimme von Frontfrau Marcela ist auch im absolut angenehmen Bereich angesiedelt. Dazu noch packende Refrains und eine klasse Songstruktur, passt also alles perfekt!
Bei „Autophobia“ gibt es dann einen kleine Bruch, die Nummer kann einen nicht direkt überzeugen, es fehlt ein wenig die Eingängigkeit die die ersten Nummern ganz klar ausgemacht haben.
Aber dieser Zustand hält nicht allzu lange an, denn ab „Exile“ kommt man wieder etwas besser in die Spur“, der Mittelteil ist aber rückblickend als nicht so gut gelungen abzustempeln.
Und mit dem folgenden „Delirio“ sowie dem abschließenden „The distance between us“ hat man sogar noch zwei richtige Ohrbomben im Gepäck. Zwar gibt es im weiteren Verlauf auch immer wieder den ein oder anderen Song der nicht direkt zündet oder an einen vorbeiläuft aber bei 13 Songs ist das denke ich mal auch normal und teilweise zu verschmerzen.
Eine starke Leistung liefert man hier in der Summe nämlich trotzdem noch ohne Probleme ab und die Fans der Band werden auf jeden Fall zufrieden sein, sie waren an dem Album ja nicht ganz unbeteiligt!

Anspieltipps:

“Monster”, “A war of our own” sowie “Delirio” sollte man sich hier auf jeden Fall genauer zu Gemüte führen.

Fazit :

Crowd Funding Kampagnen kommen auf jeden Fall immer mehr in Mode! Aber ich denke das ist eigentlich auch eine gute Idee, einfach die Fans fragen wie und ob sie noch ein neues Album der Band möchten, in der heutigen, medialen Welt auf jeden Fall eine gute Alternative und kein Problem mehr!
Das Problem was hier aber STREAM OF PASSION definitiv haben, das neue Album ist vielleicht ein Tucken zu lang und man kann die Songqualität nicht über die komplette Spielzeit halten. Zusätzlich kommt man in einem Monat, mit Genrekollegen wie DELAIN oder DIABULUS IN MUSICA mit einem neuen Diskus um die Ecke wo der Markt dann einfach zu voll ist! Aber man zieht sich dennoch ganz beachtlich aus der Affäre und liefert eine starke Leistung ab die die Fans der Band auf jeden Fall zufrieden stellen wird!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Monster
02. A war of our own
03. The Curse
04. Autophobia
05. Burning Star
06. For you
07. Exile
08. Delirio
09. Earthquake
10. Secrets
11. Don‘t let go
12. Out of the Darkness
13. The distance between us

Julian

DIABULUS IN MUSICA - Argia

Band: Diabulus in Musica
Album: Argia
Spielzeit: 56:34 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 11.04.2014
Homepage: www.diabulusinmusica.com

Die spanischen Symphonic Metalband DIABULUS IN MUSICA veröffentlicht mit "Argia" endlich ihr heiß ersehntes drittes Album. Nach dem das 2012 Werk „The Wanderer“ Fans und Presse gleichermaßen überzeugt hatte, war nicht nur ich gespannt wie das neue Album der Band rund um die engelsgleich Frontstimme Zuberoa Aznárez klingt. Fakt ist, die Truppe hat es schon immer verstanden symphonische Elemente mit harten Riffs und gepaart mit eingängigen Refrains gut zu verbinden, schauen wir mal ob das auch auf „Argia“ zutrifft.
Mit dem obligatorischen Intro „ Et Resurrexit” wird die Scheibe standesgemäß eingeleitet. Das erste Mal so richtig in die Vollen geht es dann mit “From the Embers”. Knackige Riffs und Chorgesang gibt es direkt zum Anfang aus den Boxen. Es entwickelt sich eine flotte Nummer die immer wieder mit dem Spiel zwischen Zuberoa’s engelsgleichem Gesang und männlichen Growls aufwarten kann. Dazu noch ein Refrain der ohne Probleme im Kopf bleibt. Erster Song, erster Volltreffer würde ich sagen!
Direkt an diese starke Leistung anknüpfen kann dann das folgende „Inner Foce“, welches sich ebenfalls direkt auf die Liste der Anspieltipps setzt!
Beim spanischen „Furia de Libertad“ gibt es dann ein Duett mit SIRENIA Sängerin  Ailyn Gimenez zu bestaunen. Gut gemacht, allerdings nicht mehr mit dem notwendigen Drive der ersten Stücke ausgestattet. Definitiv aber Symphonic/Gothic und auch Epic Metal in Reinkultur und gut kombiniert.
Bei 13 Songs sind wir natürlich noch lange nicht am Ende der Platte angelangt und so haben wir noch ein Haufen Songs durch zuhören. Das gelingt mal gut, mal aber auch weniger gut. „Matagarri“ oder „Spoilt Vampire“ sind da zum Beispiel eher Vertreter der nicht so gelungen Songs. Dem entgegen stehen mit dem gefühlvollen „Eternal Breeze“, dem krachenden „Mechanical Echos“ oder auch dem epischen „Healing“ aber absolute Ohrbomben wo die Band zeigt was sie drauf hat und das sie definitiv zu den stärksten Symphonic Metalbands mit weiblichem Gesang zu zählen sind! Zu erwähnen ist natürlich auch der zweite Gastauftritt der Scheibe. Bei „Encounter at Chronos‘ Maze“ kommt THERION Fronter Thomas Vikström zum Einsatz und wertet die Nummer ganz klar auf.
Mit dem Outro „Horions“ beschließt man die Scheibe wie man sie begonnen hat und beendet die klangliche Reise in die symphonische Folkmetalwelt.

Anspieltipps:

Auf jeden Fall solltet ihr euch “From the Embers”, “Inner Force”, “Eternal Breeze” und “Healing” dieses Mal genauer zu Gemüte führen.

Fazit :

Wie schon in einer anderen Rezi gesagt, kommt das neue Album halt in einem ungünstigen Monat heraus, denn mit STREAM OF PASSION und den Labelkollegen von DELAIN veröffentlichen ähnlich gelagerte Bands ihr neues Album.
DIABULUS IN MUSICA ziehen sich im Vergleich aber sehr beachtlich aus der Affäre und punkten einfach mit ihren abwechslungsreichen Songs die immer wieder auch die spanische Musikkultur zum Vorschein kommen lässt.
Für Fans der Band und Anhänger des Symphonic Metalgenres definitiv ein Pflichtkauf!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Et Resurrexit (Libera Me)
02. From the Embers
03. Inner Force
04. Furia de Libertad (feat. Ailyn Gimenez)
05. Matagarri
06. Sed Diabolus
07. Spoilt Vampire
08. Eternal Breeze
09. Mechanical Ethos
10. Encounter at Chronos‘ Maze (feat. Thomas Vikström)
11. Indigo
12. Healing
13. Horizons

Julian

EVENOIRE - Herons

Band: Evenoire
Album: Herons
Spielzeit: 56:15 min
Stilrichtung: Symphonic Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 15.04.2014
Homepage: www.evenoire.it

Nachdem viel umjubelten Debütalbum „Vitriol“ steht uns dieser Tage das zweite Album der Symponic Metaller EVENOIRE ins Haus. Angeführt von Sängerin und Flötenspielerin Lisy Stefanoni möchte man uns dieses Mal erneut mit dem bandeigenen Mix aus Gothic und Symphonic Metal begeistern.
Das Debütalbum war thematisch im Wasser angesiedelt, mit dem zweiten Album „Herons“ geht es nun um das Element Feuer mit all seinen Facetten.
Ein Gastauftritt gibt es ebenfalls auf dem Album zu vermelden, bei einem Track erklingt die Stimme von Linnea Vikström von THERION.
Mit dem Intro „Herons“ stimmt man uns schon mal ganz ordentlich auf das neue Album ein, ein richtiger Titeltrack ist das Ganze zwar nicht, aber man wird schon seine Gründe gehabt haben ausgerechnet diese Nummer zum Titeltrack zu machen!
Einen leicht orientalischen Touch hat dann das folgende „Drops of Amber“, welches schön abwechslungsreich aus den Boxen tönt und beim Refrain sowie dem anschließenden Flötenspiel so richtig punkten kann. Ein klasse Song zum Einstieg, so kann es bitte weitergehen.
Die nächsten Nummern „Season of Decay“ und „Love Enslaves“ gehen eher in die Gothicmetalrichtung, vom Aufbau und vom Refrain her gefiel mir der Vorgängersong auf jeden Fall wesentlich besser.
Aber dann bei „The Newborn Spring“ und „Tears of Medusa“, wo dann die gute Frau Vikström ihren Gastauftritt hat, da ist das Gefühl und die Melodic des zweiten Tracks wieder da. Hier kommen die Symphonic Metalfans unter uns wieder voll auf ihre Kosten!
Und auch die anschließenden „Devil‘s Sign“ und „The Lady of the Game“ wissen durchaus zu gefallen, speziell letztere Nummer ist wieder mit so einem klasse Ohrwurmchorus ausgestattet, der einfach nur zum mit trällern geeignet ist.
Mit den beiden letzten Nummern „Wild Females“ und „Aries“ findet das Album dann einen ordentlichen Abschluss, auch wenn man sagen muss das hier teilweise noch ein wenig mehr drin gewesen wäre, aber ich denke Genrefans bekommen hier auf jeden Fall das was sie erwarten.

Anspieltipps:

Hier sind auf jeden Fall “Drops of Amber”, “The Newborn Spring”, “Tears of Medus” sowie “The Lady of the Games” zu nennen.

Fazit :

Das neue Album “Herons” von EVENOIRE ist auf jeden Fall ein absoluter Volltreffer für die Genrefans die auf eine gesunde Mischung aus Gothic, Symphonic und Folkmetal stehen! Denn genau zwischen diesen drei Genres ist das Album anzusiedeln. Dabei kommt der Gesang sowie das Flötenspiel von Frontfrau Lisy sehr schön zur Geltung und man hat auch einige Ohrwurmtracks auf Lager, die die eher weniger zündenden Songs schnell vergessen machen.
Im Großen und Ganzen eine starke Leistung für ein zweites Album, welches die Genrefans auf jeden Fall zufrieden stellen wird, ganz nach oben auf den Symphonic Metal Thron reicht es dieses Mal aber (noch) nicht!

WERTUNG: 






Trackliste:

01. Herons
02. Drops of Amber
03. Season of Decay
04. Love Enslaves
05. The Newborn Spring
06. When the Sun sets
07. Tears of Medusa (feat. Linnea)
08. Devil's Sings
09. The Lady of the Game
10. Wild Females
11. Aries (Bonus Track)

Julian