Mittwoch, 17. September 2014

Hi Folks!

Habt Ihr auch immer zur Mitte der Woche einen Durchhänger? Keine Panik - vielleicht kann Euch ja unser heutiges Update ein bisschen den Tag versüßen. Here we go:

- Als das schwedische Dreigestirn WORK OF ART im Jahre 2008 ihren ersten Tonträger veröffentlichten, ging ein Ruck durch die Musikwelt – zumindest durch die mittlerweile doch recht überschaubare Anhängerschaft, die sich immer noch dem klassischen AOR verschrieben hat. Jetzt steht mit "Framework" Album Nummer drei in den Startlöchern,

- 2010 startete SLASH seine Solokarriere mit seinem selbstbetitelten Album mit einigen Gastsängern, unter anderem OZZY OSBOURNE und FERGIE. Seit geraumer Zeit scheint er mit Myles Kennedy (ALTER BRIDGE) die optimale Besetzung gefunden zu haben. Davon zeugt zumindest das aktuelle Album "World On Fire",

- das neue Album der finnischen Prog Metaller MALPRACTICE erscheint, im Gegensatz zu den drei vorangegangenen Veröffentlichungen, nun auch weltweit – dank neuem Deal mit Sensory Records. Und was die fünf Jungs auf „Turning Tides“ zusammen gebastelt haben kann sich wirklich sehen und hören lassen, und

- nach vier Veröffentlichungen für das Inside/Out Label sind die US Progger REDEMPTION nun wieder bei Ihrem ursprünglichen Label Sensory Records gelandet. Mit "Live From The Pit" liefert die Truppe um Fates Waring Frontmann Ray Alder ihre zweite Live Scheibe ab.

Wir wünschen Euch eine relaxte Restwoche und viel Spaß beim Lesen!

Euer Rock-Garage Team

WORK OF ART - Framework

Band: Work Of Art
Album: Framework
Spielzeit: 48:35 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage: www.facebook.com/musicofworkofart

Als das schwedische Dreigestirn Lars Säfsund (vocals), Robert Säll (guitars, keyboards) und Herman Furin (drums) im Jahre 2008 ihren ersten Tonträger unter dem Banner WORK OF ART veröffentlichten, ging ein Ruck durch die Musikwelt – zumindest durch die mittlerweile doch recht überschaubare Anhängerschaft, die sich immer noch dem klassischen AOR verschrieben hat. „Artwork“ ist jetzt schon ein moderner Klassiker und geizt nicht mit Hits wie es TOTO, JOURNEY oder SURVIVOR zu ihren Glanzzeiten nicht besser hätten machen können. Mit dem 2011 erschienenen Album „In Progress“ legte das Trio stark nach und jetzt steht mit „Framework“ – abermals drei Jahre danach – das dritte Werk in den Startlöchern. Zwar war die Platte schon länger in Planung und hätte schon längst fertig sein sollen, aber die Aktivitäten von Robert Säll bei W.E.T. und die Gesundheit von Lars Säfsund machten diesen Plänen den Garaus.

Dass WORK OF ART erst 2012 damit begannen, ihre Songs auch live zu präsentieren, mag vielleicht etwas ungewöhnlich sein, dennoch kann man behaupten, dass damit ein weiterer Baustein für die neuen Songs hinzugefügt wurde, denn die 11 neuen Kreationen klingen äußerst kompakt und durchdacht wie eh und je. Auch auf Album Nummer drei findet sich ein Stück, das mit einem Frauennamen ausgestattet wurde. „Natalie“ ist somit die Weiterführung dieser Tradition, eigentlich ist das aber ganz zufällig entstanden. Aber „Natalie“ ist ein würdiger Nachfolger von „Camelia“ vom Debüt und „Emelie“ vom Zweitling. Und überhaupt haben sich die Herren Säfsund/Säll/Furin wieder ganz weit gestreckt, um nur erstklassiges Material auf dieser Silberscheibe zu versammeln. Manchmal ist es schon verwunderlich, wie leicht dieses Gespann solch hochklassiges Material aus dem Ärmel schüttelt, wenn man bedenkt, für wen vor allem Robert Säll schon unzählige Songs geschrieben hat.

“Framework“ gehört, wie auch schon die beiden ersten Alben, in jede Sammlung, sofern sich dort die oben genannten Bands ebenfalls tummeln. WORK OF ART ist erneut ein bärenstarkes Album gelungen, das keine Schwächen offenbart. Weder beim Songwriting, bei der Umsetzung noch beim Sound. Somit kann man auch dem dritten Album der Schweden attestieren, dass es nahezu perfekt ist. Wer Anspieltipps benötigt: Der Opener „Time To Let Go“, „How Will I Know“, „Natalie“ oder „The Turning Point” dürften ausreichen, um den Geldbeutel zu zücken.

WERTUNG:







Trackliste:

01. Time To Let Go
02. How Will I Know
03. Shout Till You Wake Up
04. Can´t Let Go
05. How Do You Sleep At Night
06. Over The Line
07. The Machine
08. Hold On To Love
09. Natalie
10. The Turning Point
11. My Waking Dream

Stefan

SLASH feat. MYLES KENNEY AND THE CONSPIRATORS - World On Fire

Band: Slash feat. Myles Kennedy and The Conspirators
Album: World On Fire
Spielzeit: 77:12 min.
Stilrichtung: Hard Rock
Plattenfirma: Roadrunner Records
Veröffentlichung: 15.09.2014
Homepage: www.slashonline.com

2010 startete SLASH seine Solokarriere mit seinem selbstbetitelten Album mit einigen Gastsängern, unter anderem OZZY OSBOURNE und FERGIE. Bei seinem nunmehr dritten Album scheint er seine Traumbesetzung mit MYLES KENNEDY und THE CONSPIRATORS (Brent Fitz/Schlagzeug und Todd Kerns/Bass) gefunden zu haben. Für „World On Fire“ holten sie sich Contemporary Künstler Ron English mit ins Boot genauso wie Michael "Elvis" Baskette (Alter Bridge, Falling In Reverse, Incubus) als Produzent.
„World On Fire“ trägt die Bezeichnung Longplayer völlig zurecht, denn mit einer Spiellänge von fast 80 Minuten und 17 Songs sollte man schon etwas Zeit mitbringen, wenn man alles durchhören möchte.
Der Einsteiger und Titelsong bringt gleich richtig Stimmung in die Bude und auch zu „Automatic Overdrive“ kann man gut feiern. Auch wenn er etwas kürzer sein könnte, ist „Wicked Stone“ mit seinem mitreißenden Groove einer meiner Favoriten des Albums. Auch „30 Years To Life“ macht Freude, indem es erst auf eine Bluesnummer einstellt und dann doch noch gut abgeht. „Bent To Fly“ lässt es dann etwas ruhiger angehen bevor es mit „Beneath The Savage Sun“ richtig heavy wird!
„Withered Delilah“ hat wieder ein wunderbares Riff, jedoch ist der Rest relativ unspektakulär. „Avalon“ ist mit seinem coolen Intro und tollen Backing Vocals ein weiteres Highlight. Bei „The Dissident“ passt das Intro nicht zum Song bzw. hätte es dort einen besseren Übergang gebraucht. Überhaupt mag sich der Song nicht so recht in das Album einfügen, ist aber dennoch nicht schlecht.
„Safari Inn“ ist schließlich ein Instrumentalsong, den man sich gut anhören kann und der wohl auch auf einem SLASH Album nicht fehlen sollte.
„The Unholy“ hätte man auch getrost weglassen können, vor allem als krönenden Abschluss hätte ich mir etwas aufregenderes gewünscht.

Das Album ist auf jeden Fall Wert gehört zu werden, es sind tolle Nummern dabei. Vor allem der Mix aus Old School und Modernem gefällt mir persönlich sehr gut.
Leider gibt es aber bei so einer Menge Songs einige Füller, die es nicht gebraucht hätte und auch die Länge der Songs hätte man hier und da etwas reduzieren können.
Trotz der vielen eingängigen Riffs und Refrains, fehlt der ultimative Kracher, der einem nicht mehr aus dem Kopf geht, was vielleicht ebenfalls daran liegen mag, dass man einfach zu sehr überschüttet wird.

Anspieltipps: „Wicked Stone“, „Avalon“

WERTUNG:







Trackliste:

01. World On Fire
02. Shadow Life
03. Automatic Overdrive
04. Wicked Stone
05. 30 Years to Life
06. Bent to Fly
07. Stone Blind
08. Too Far Gone
09. Beneath the Savage Sun
10. Withered Delilah
11. Battleground
12. Dirty Girl
13. Iris of the Storm
14. Avalon
15. The Dissident
16. Safari Inn
17. The Unholy

Lotta

MALPRACTICE - Turning Tides

Band: Malpractice
Album: Turning Tides
Spielzeit: 44:02 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Sensory Records
Veröffentlichung: 16.09.2014
Homepage: www.malpracticeband.com

Das neue Album der finnischen Prog Metaller MALPRACTICE erscheint, im Gegensatz zu den drei vorangegangenen Veröffentlichungen, nun auch weltweit – dank neuem Deal mit Sensory Records. Und was die 5 Jungs auf „Turning Tides“ zusammen gebastelt haben kann sich wirklich sehen und hören lassen. Die 1994 als reine Thrash Band gegründete Formation  besteht u.a aus Musikern der Bands TO/DIE/FOR und Omnium Gatherum und arbeitete über die Jahre hinweg immer stärkere Prog Metal Anteile in den Bandsound ein. Das schon 2010 als Demo in Angriff genommene neue Konzept-Album, von der Band quasi in Eigenregie realisiert, ist ein rundherum stimmiges Paket geworden, das sowohl in der Aufmachung (sehr geiles Artwork und Booklet), der fetten Produktion und natürlich nicht zuletzt den Songs auf ganzer Linie überzeugen kann.

Wenn die Band Biographie davon spricht, dass „Turning Tides“ Prog Metal mit Ohrwurm Melodien, fantastischer Musikalität und brillianten Gesangsharmonien kombiniert und Fans von Queensryche, Fates Warning, Dream Theater oder Megadeth ans Herz gelegt sei, dann kann ich das nur zu 100% unterschreiben. Was MALPRACTICE gleich auf den ersten Blick/Hör so interessant macht, sind die wirklich eigenständigen und unverwechselbaren Hooklines von Sänger Aleksi Parviainen. Es braucht zwar einige Durchgänge bis sie sich im Ohr festgesetzt haben, aber dann wird man sie einfach nicht mehr los. Flankiert von einer mehr als fähigen Band gibt es wow-Erlebnisse im Minuten Takt. Zu den Highlights zählen die Melodie-Perlen “Weight Of The World” und “State Within A State” sowie der wendige Opener “Best Kept Secret”. Die die letzten Tracks können mit der besonders starken ersten Hälfte der perfekt getimeten Scheibe zwar nicht ganz mithalten, sorgen dafür aber für die nötige Abwechslung: mit dem Titeltrack gibt es den obligatorischen Longtrack (mit interessanten Queensryche Zitaten) zu bestaunen und “Symphony Of Urban Discomfort” ist ein ziemlich abgefahrenes kleines Instrumental in dem die einzelnen Musiker Ihr Können zeigen. Überhaupt sind die Gitarrensoli, fernab vom üblichen Skalen-Genudel, das Tüpfelchen auf dem I.

Mir war  MALPRACTICE zugegebenermassen bisher kein Begriff, was sich mit „Turning Tides“ nun aber glücklicherweise schlagartig geändert hat. Fans der oben angesprochenen Bands können eigentlich blind zugreifen und der Band zu Ihrem hart erarbeiteten Werk gratulieren. Starke Scheibe.

WERTUNG:







Trackliste:

01. Best Kept Secret

02. Weight Of The World

03. Irony Tower

04. State Within A State

05. Turning Tides

06. Symphony Of Urban Discomfort

07. Out

Mario

REDEMPTION - Live From The Pit

Band: Redemption
Album: Live From The Pit
Spielzeit: 76:55 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Sensory Records
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage: www.redemptionweb.com

Nach 4 Veröffentlichungen für das Inside/Out Label sind die US Progger REDEMPTION nun wieder bei Ihrem ursprünglichen Label Sensory Records gelandet. Mit "Live From The Pit" liefert die Truppe um Fates Waring Frontmann Ray Alder und den Hauptsongwriter/Gitarrist/Keyboarder Nick van Dyk Ihre zweite Live Scheibe (nach dem 2009er CD/DVD Package "Frozen in the Moment – Live in Atlanta") ab. Mitgeschnitten wurde ein Konzert anlässlich des Prog Power Festivals in Atlanta, bei dem REDEMPTION den Co-Headliner abgaben und Ihre spielerische Klasse unter Beweis stellen konnten. Das letzte Studio Album der Band ("This Mortal Coil", 2011) liegt nun ja schon bereits einige Zeit zurück, da kommt neues Futter für die Fangemeinde gerade recht.

REDEMPTION haben sich Ihren hervorragenden Ruf als eine der führenden Bands im Prog Metal Sektor mit Ihren bisher 5 Studio Alben hart erarbeitet, auch wenn die Distanz zu den Mega Sellern des Genres, den übermächtigen Dream Theater, natürlich unüberbrückbar bleiben wird. Den Stil der Band, der ebenfalls noch der Agent Steel Gitarrist Bernie Versailles, sowie Bassist Sean Andrews, Drummer Chris Quirarte und Keyboarder Greg Hosharian angehören, liegt dann auch in der Tat ziemlich genau zwischen Alders Hauptband Fates Warning (Gesangsmelodien) und Dream Theater (rhythmisch vertrackter Unterbau und atemberaubende instrumentale Berg- und Talfahrten). Dass die Band im Stande ist das nicht nur im Studio sondern auch auf der Bühne umzusetzen zeigt "Live From The Pit" eindrucksvoll in Tracks wie „Parker's Eyes“, „The Origins Of Ruin“ oder dem Fan-Favorit „Walls“.

Da es dann doch einige Überschneidungen zur bereits bekannten Live Scheibe der Band gibt, mag "Live From The Pit" in erster Linie für den überzeugten Fan der Band interessant sein. Aber auch allen anderen Prog Begeisterten sollten sich davon überzeugen lassen, dass REDEMPTION auch live eine echte Hausnummer sind. Was die Jungs hier technisch abziehen ist schon großes Kino und der Sound der Aufnahmen scheint zu großen Teilen ebenfalls unbearbeitet belassen worden zu sein. "Live From The Pit" erscheint als CD/DVD Package im Jewelcase mit ansprechendem Booklet, wobei der Inhalt von CD und DVD deckungsgleich ist (mit Ausnahme des 5.1 Mixes und knappem Bonus Material auf der DVD). Insgesamt eine wertige Veröffentlichung zur Überbrückung bis zum nächsten Studio Scheibe.

WERTUNG:







Trackliste:

01. Intro / Threads
02. The Suffocating Silence
03. Dreams From The Pit
04. Parker's Eyes
05. Fall On You
06. Noonday Devil
07. Nocturnal
08. Stronger Than Death
09. The Origins Of Ruin
10. The Black And White World
11. The Death Of Faith And Reason
12. Walls

Mario

Montag, 15. September 2014

STRYPER - Live At The Whiskey

Band: Stryper
Album: Live At The Whiskey
Spielzeit: 78:29 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage: www.stryper.com

Salvation Through Redemption Yielding Peace, Encouragement and Righteousness schlagen wieder zu. Allen, die den Namen der wohl bekanntesten White Metal Band bisher nur als Abkürzung kannten, sei gesagt, dass STRYPER nach ihrem großartigen letzten Studioalbum „No More Hell To Pay“ (nicht umsonst war die Platte der höchste Charteinstieg nach dem Hitalbum „To Hell With The Devil“ von 1986) mit einem Live Mitschnitt aus dem legendären Whiskey A Go Go in Los Angeles zurück sind. Sechzehn Songs aus (fast) allen Schaffensphasen der Amerikaner haben es auf „Live At The Whiskey“ geschafft.

Angefangen von frühen Hits wie „Loud´n Clear“ oder „You Know What To Do“ vom Debüt „The Yellow And Black Attack“ über „The Rock That Makes Me Roll““, Reach Out“ sowie „Soldiers Under Command“ vom gleichnamigen Album von 1985 bis hin einer großen Ausbeute des erfolgreichsten Longplayers „To Hell With The Devil“. Mit satten fünf Beiträgen wurde dem Megaseller gehuldigt. Einzig „In God We Trust“ (1988) und „Against The Law“ (1990) wurden mit je nur einem Song etwas stiefmütterlich behandelt.

Mit „Legacy“ steht allerdings ein Song vom aktuellen Dreher am Anfang. Nach einem weiteren neuen Stück („Marching Into Battle“) stürzen sich die Herren Michael Sweet (vocals, guitars), Oz Fox (guitars), Tim Gaines (bass) und Robert Sweet (drums) aber in ein furioses Feuerwerk ihrer Hits, das nur unterbrochen wird von zwei weiteren Beiträgen des letzten Langeisens. Sowohl von den Alben „Reborn“ (2005) als auch von „Murder By Pride“ (2009) wurde nichts verwendet.

STRYPER ziehen auf „Live At The Whiskey“ genau die Show ab, die sich ein langjähriger Fan wünscht. Ein paar Songs vom echt starken „No More Hell To Pay“ – der Rest besteht nur aus alten Hits. Dabei wurden sämtliche Stücke von allem Ballast der Achtziger befreit. STRYPER rocken sich den Allerwertesten ab und geben auch live eine richtig gute Figur ab. Lange hat es gedauert, bis die Ikonen des White Metal zu alter Stärke zurückfinden, „Live At The Whiskey“ unterstreicht diesen Eindruck ganz dick.

WERTUNG: ohne Wertung

Trackliste:

01. Legacy
02. Marching Into Battle
03. You Know What To Do
04. Loud And Clear
05. Reach Out
06. Calling On You
07. Free
08. More Than A Man
09. The Rock That Makes Me Roll
10. No More Hell To Pay
11. Jesus Is Just Alright
12. Always There For You
13. All For One
14. The Way
15. To Hell With The Devil
16. Soldiers Under Command

Stefan

SARACEN - Redemption

Band: Saracen
Album: Redemption
Spielzeit: 68:44 min.
Stilrichtung: Hardrock, Progressive
Plattenfirma: Escape Music
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage: www.escape-music.com

Die Karriere der britischen Hardrocker SARACEN reicht zurück bis Mitte der Siebziger Jahre. Da war man allerdings noch unter dem Banner LAMMERGIER unterwegs. In den frühen Achtzigern benannte sich die von Richard Lowe (keyboards) und Rob Bendelow (guitars) formierte Band dann in SARACEN um. Sowohl Lowe als auch der kurz nach der Gründung eingestiegene Bassist Barry Yates sind heute nicht mehr mit von der Partie, lediglich Rob Bendelow ist als einziges Gründungsmitglied auch heute noch in der Band (auch wenn er zwischenzeitlich einige Male ausgestiegen ist). Allerdings ist auch Steven Bettney (vocals) seit der ersten SARACEN-Platte „Heroes, Saints And Fools“ dabei. Heute komplettieren Paul Highfield (bass), Simon Roberts (guitars) und Tris Alsbury (drums) die Band.

Nachdem die Briten in den Achtzigern zwei Alben herausbrachten, trennten sie sich 1985, um sich Anfang der 2000er erneut zu formieren. Seitdem ist die Combo ziemlich aktiv und hat seitdem drei Alben („Red Sky“ 2003, „Vox in excelsio“ 2006 und „Marilyn“ 2011) herausgebracht. Drei Jahre nach dem letzten Langspieler gibt es von SARACEN 13 neue Stücke, die auf „Redemption“ zusammengefasst wurden. Darauf rocken sie erhaben, ziemlich britisch und mit einer Mischung NWoBHM, Hardrock und progressiven Elementen.

Sänger Bettney ist immer noch sehr gut bei Stimme und verleiht den Songs den passenden Anstrich, angefangen von tollen Melodien und hohen Screams a´la Rob Halford. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass SARACEN eigentlich eine Hardrockband ist und mit Metal ziemlich wenig am Hut hat.

Generell aber regiert progressive angehauchter Hardrock, der mit prägnanten Keyboards untermalt wird. Und so beginnt die neue Platte mit „Rocamadour“ auch sehr vielversprechend. Getragener, britischer Hardrock mit viel Platz für Pathos, Melodie und Tragik – ein richtig guter Einstand. Diesen Eindruck bekräftigen auch Stücke wie das folgende „Reacher“, das AOR-lastige „Geraldine“, das galoppierende „Swords Of Damascus“ (incl. schönem Intro) oder das rockende „Ready To Fly“. Wer hinter „Crusader“ eine Verneigung vor den Landsmännern SAXON vermutet, liegt komplett falsch, mit seinen siebeneinhalb Minuten haben die Briten eine ganz eigene, epische Saga geschaffen.

“Redemption“ hat einen ordentlichen Sound und gute Songs anzubieten. Etwas gemeckert werden muss aber doch: aufgrund der enormen Länge von fast 70 Minuten stellt sich bei kompletten Hördurchgängen doch manchmal etwas Langeweile ein, denn viele Stücke sind in ähnlichem Tempo angesiedelt. Was aber nicht heißen soll, dass „Redemption“ zu nichts taugt. Ganz im Gegenteil! SARACEN klingen frisch und unverbraucht und zeigen so manchem Jungspund, wie britischer Hardrock zu klingen hat.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Rocamadour
02. Reacher
03. Give Me A Sign
04. Geraldine
05. Swords Of Damascus
06. Road To Yesterday
07. Crusader
08. Catch The Wave
09. More Than Missing You
10. Redemption (On The 6th Day)
11. You & I
12. Let Me See Your Hands
13. Ready To Fly

Stefan

ONKEL TOM ANGELRIPPER - H.E.L.D.

Band: Onkel Tom
Album: H.E.L.D.
Spielzeit: ?
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage: www.facebook.com/onkeltomangelripper

Der Mann hat eine gute Selbsteinschätzung. Tom Angelripper ist ein Held. Seit Jahrzehnten lärmt er mit den Thrash Veteranen SODOM und auf dem mittlerweile sechsten Langspieler der ONKEL TOM-Reihe. Dabei wird er natürlich nicht müde, uns den Alkohol näher zu bringen, auf Gedeih und Verderb (wie sich auch ein Titel auf der CD nennt). Aber seihen wir mal ehrlich: welcher Metalhead hat nicht schon den Saufliedern von Tom Angelripper abgefeiert? Eben. „H.E.L.D.“ nennt sich also auch das neue Album. Dabei steht der Titel für „Hart-Ehrlich-Laut-Durstig“, eine nahezu perfekte Umschreibung also.

In früheren Jahren bemühte Tom Angelripper eine nicht unerhebliche Anzahl alter deutscher Sauflieder, um sie metallisch zu veredeln und mit Alben wie „Ein schöner Tag“ oder „Ein Tröpfchen voller Glück“ große Erfolge zu feiern. In letzter Zeit ist die Anzahl der Eigenkompositionen enorm gestiegen – irgendwann ist das Archiv ja auch aufgebraucht. Und so findet sich auf „H.E.L.D.“ auch keine einzige Coverversion, was beim ersten Hören von Songs wie „Ein bisschen Alkohol“ etwas verwundert. Man könnte schon meinen, dass Herr Angelripper und seine Mannen hier wieder altes deutsches Liedgut bemüht haben. Und mit „Im Suff“ und „Wer nach dem Lied noch stehen kann“ stehen weitere durstige Songs in den Startlöchern. „Am Morgen danach“ arbeitet getreu seinem Titel die letzte Nacht wieder auf.

Dass Nummern wie „Prolligkeit ist keine Schande“ oder „Zu wahr um schön zu sein“ aus der eigenen Feder stammen, sollte klar sein. Dabei agiert das Ruhrpott-Original mal politisch angehaucht, mal hinterfragend, aber immer typisch Onkel Tom. „Der Duft von Lavendel“ soll wachrütteln, das Leben zu genießen und nicht nur im Hamsterrad mitzulaufen und auch „Auf Gedeih und Verderb“ hadert mit der heutigen Welt samt ihrer Gesellschaft. Zu guter Letzt hat Onkel Tom auch noch eine Ballade in petto. Wer jetzt fragend aus der Wäsche guckt, der sollte sich den Text von „Ich bin noch am Leben“ mal genauer anhören.

“H.E.L.D.“ bietet ein Dutzend Lieder, die mal ernst, mal nach purer Feierlaune klingen, aber immer ganz klar nach ihrer Herkunft einzuordnen sind: bei einer der kultigsten Figuren im deutschen Heavy Metal Zirkus.

WERTUNG:







Trackliste:

01. Flatus Antelucanus
02. Prolligkeit ist keine Schande
03. Zu wahr um schön zu sein
04. Ein bisschen Alkohol
05. Am Morgen danach
06. Was Euch nicht passt
07. Vom Paradies gen Süden
08. Wer nach dem Lied noch stehen kann
09. Der Duft von Lavendel
10. Im Suff
11. Der Onkel kommt zum Hausbesuch
12. Auf Gedeih und Verderb
13. Ich bin noch am Leben

Stefan

REBELLIOUS SPIRIT - Obsession

Band: Rebellious Spirit
Album: Obsession
Spielzeit: 51:19 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Steamhammer/SPV
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage: www.rebelliousspirit.de

„Obsession“ nennt sich das neue Album der deutschen Youngster REBELLIOUS SPIRIT. Bereits gut ein Jahr nach ihrem Debüt „Gamble Shot“ legen die Brüder Jannik und Jens Fischer (vocals/ guitars sowie bass) und ihren Mitstreitern Silvio Bizer (drums) und Corvin Domhardt (guitars) mit zwölf neuen Songs nach. Hatte das Debüt noch überwiegend Vorbilder aus der Hair Metal Szene, legen sich die Schwaben auf „Obsession“ nicht mehr so einfach fest. Einflüsse aus dem Düsterbereich, Grunge oder sogar Industrial habe das Quartett nach eigenen Aussagen verarbeitet. Ganz so drastisch möchte ich es nicht formulieren, aber auf jeden Fall ist ein Schwenk in härtere Gefilde durchaus spürbar.

Mit dicken Gangvocals fährt der eröffnende Titeltrack schon mal schwere Geschütze auf. Dennoch findet man noch genügend Melodie. Die erste Single „Lost“ kokettiert mit Kapellen wie HIM und schlägt somit eine komplett andere Richtung ein wie sämtliches Material ein Jahr zuvor. Aber auch Songs wie „Silent Scream“ oder „Confidence Men“ haben Potenzial. Richtig episch präsentieren sich REBELLIOUS SPIRIT bei „Walls Of Lies.

Einzig „Summer Moved On“ oder mit Abstrichen „Between The Highs And Lows“ verbreiten gute Laune und hätten auch auf dem Erstling ihren Platz gefunden. Ansonsten klingen REBELLIOUS SPIRIT ziemlich ernst und erwachsen. Zumindest meistens, denn die jugendliche Naivität ist hier und da im Songwriting immer noch zu spüren. Weiterentwickelt haben sich die Jungs auf jeden Fall, irgendwie habe ich allerdings das Gefühl, als wurde hier und da von außen kräftig nachgeholfen.

So richtig haben die Schwaben ihre Nische noch nicht gefunden. Vielleicht finden sie diese auf einer weiteren Tour mit AXEL RUDI PELL, auf die sie bereits ein zweites Mal aufspringen dürfen. „Obsession“ ist ein interessantes Album, das eine junge, sympathische Band zeigt, die im Laufe der letzten 1 ½ Jahren viel dazugelernt hat und durchaus in der Lage ist, gute Songs zu schreiben. Für den großen Kracher reicht es leider (noch) nicht.

WERTUNG:







Trackliste:

01. Obsession
02. Lost
03. Silent Scream
04. Walls Of Lies
05. Summer Moved On
06. Confidence Men
07. Look What I´ve Become
08. Between The Highs And Lows
09. Together
10. Forever And Ever
11. In My Dreams
12. Breakout

Stefan

MOONLAND - Moonland

Band: Moonland
Album: Moonland
Spielzeit: 53:10 min.
Stilrichtung: Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 19.09.2014
Homepage: -

Kennt noch jemand Lenna Kuurmaa? Bei wem es nicht gleich „klick“ macht, dem werfe ich noch VANILLA NINJA an den Kopf. Immer noch nicht? Vielleicht deshalb, weil sich die estnische Girlband nicht unbedingt in den Gehirnwindungen der Hardrocker festgesetzt hat. Ihr Hit „Tough Enough“ dürfte aber doch so Manchem geläufig sein. Insgesamt haben VANILLA NINJA drei Longplayer veröffentlicht, sogar beim Eurovision Song Contest (vormals Grand Prix De La Chanson) waren sie 2005 für die Schweiz angetreten und haben mit ihrem Song „Cool Vibes“ Platz 8 belegt. Jetzt ist Frontfrau Lenna Kuurmaa wieder da. MOONLAND nennt sich das Projekt, das die Verantwortlichen des italienischen Hardrock-Labels Frontiers Records der hübschen Blondine da auf den Leib geschneidert haben.

Im Fahrwasser von HEART oder ROXETTE sollen die Songs auf dem selbstbetitelten Album sein. Na, dann wollen wir einmal lauschen: „Heaven Is To Be Close To You“ macht den Anfang. Und tatsächlich: hier tönt eine Mischung aus HEART und VANILLA NINJA aus den Boxen. Aber bald wird deutlich, wo der Hase im Pfeffer liegt: die Stimme von Leena klingt gut, aber leider traut man sich mit „Moonland“ nicht mehr zu, als HEART zu kopieren. Das geht die ersten paar Songs vielleicht noch gut, langweilt aber mit der Zeit gewaltig. Kurz aufhorchen lassen das gut in Szene gesetzte „Poison Angel“ oder eben der Opener.

Die Songs klingen größtenteils beliebig, sind jedoch immer melodisch perfekt ausbalanciert, oft über der Kitschgrenze. Die Persönlichkeit der Vokalistin kann absolut nicht in den Vordergrund gestellt werden. Und so bleibt auch MOONLAND eines dieser Projekte, die man getrost an sich vorbei ziehen lassen kann. Schade eigentlich…

WERTUNG:







Trackliste:

01. Heaven Is To Be Close To You
02. Open Your Heart
03. Crime Of Love
04. Poison Angel
05. When Love Is Gone
06. Out Of Reach
07. Live And Let Go
08. Cold As Ice
09. Over Me
10. Heart Made Of Steel
11. Look At Us Now
12. Another Day In Paradise

Stefan

Freitag, 12. September 2014

WOLFEN - Evilution

Band: Wolfen
Album: Evilution
Spielzeit: 56:20 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Pure Legend Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.wolfen-metal.de

Das letzte Album „Chapter IV“ der deutschen Power Metaller von WOLFEN hatte mich schon recht gut mitgenommen. Purer Power Metal mit Thrash Einschlag boten uns die Jungs dort und dieser Tage kehren die Mannen mit ihrem neuen Diskus „Evilution“ zurück ins Rampenlicht.
Und auch hier widmet sich die Band ihren ureigensten Stil ohne jedoch die Augen komplett vor anderen Einflüssen zu verschließen. So tätigt man das ein ums andere Mal einen musikalischen Blick ins Thrash Metal Gefilde und scheut auch nicht davor ein paar modernere Elemente in die Mucke mit einfließen zu lassen.
Soweit also die Theorie, schauen wir nun mal wie sich das Ganze in der Praxis anhört.
Der Einstieg mit „Sea of Sorrows“ ist auf jeden Fall schon mal sehr amtlich! Kraftvoll und fast schon mit thrashig in den Riffs schraubt man sich durch die Nummer bis hin zum schön melodischen, eingängigen Chorus.
Diese Marschroute hält man dann auch ziemlich konsequent in den nächste Songs durch und serviert uns so Brecher wie „50 Dead Man“, „Eternity“ oder „The Flood“.
Wie stilsicher man sich durch die Songs rockt ohne dabei den Blick nach links oder rechts über den Tellerrad hinaus zu vernachlässigen ist schon beeindruckend, da muss man den Jungs ein großes Lob aussprechen!
Einen Gang zurück, was den Härtegrad angeht, schaltet man dann beim Scheibenmittelpunkt „Chosen One“. Zumindest kommen einen hier nicht mehr ganz so viele thrashartige Riffs unter die Ohren, hier regiert eindeutig die Melodic und das nicht zu knapp, ein geiler Track!
Die Thrashkeule wird dafür dann wieder umso mehr beim anschließenden „Pure-Culture“ geschwungen, hier kommen die Fans der härteren Gangart wieder voll auf ihre Kosten. Mir persönlich gefallen aber die melodischen Nummern der Jungs eindeutig besser!
Sehr geil gelungen ist dann auch der anschließende Doppelpack bestehend aus dem melodischen „Embodiment of Evil“ und dem Stampfer „The Irish Brigade“! Hier zeigen die Jungs mal wieder sehr beeindruckend welche Vielfalt sie besitzen und das sie sich nicht auf eine Spielart festnageln lassen wollen.
Mit dem Abschlusssong „All that Remains is nothing“ setzt man dann einen gelungenen Schlusspunkt unter eine durchweg bockstarke neue Scheibe, auch wenn dieser Song hier im Vergleich zu den anderen Brechern ein klein wenig abfällt.

Anspieltipps:

“Sea of Sorrows”, “50 Dead Man”, “The Flood”, “Chosen One” und “The Irish Brigade”  tönen hier definitiv am Besten aus den Boxen.

Fazit :

Jawohl, auf die Jungs von WOLFEN kann man sich einfach verlassen! Gefiel mir das letzte Album schon recht gut, kann ich der Band zum neuen Werk “Evilution” nur gratulieren! Man steigert sich nochmal ganz klar im Vergleich zum letzten Album, alles klingt eine Spur griffiger und kompakter aber man vernachlässigt auch zu keiner Zeit die Melodic und fährt schön genau zwischen den beiden Genren Power und Thrash Metal.
Power Metalfans der etwas härteren Gangart sollten sich den neuen Diskus von WOLFEN definitiv nicht entgehen lassen, absolut Kaufempfehlung meinerseits!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Sea of Sorrows
02. 50 Dead Man
03. Digital Messiah
04. Eternity
05. The Flood
06. Chosen One
07. Pure-Culture
08. Embodiment of Evil
09. The Irish Brigade
10. All that Remains is nothing

Julian

LORD VOLTURE - Will To Power

Band: Lord Volture
Album: Will to Power
Spielzeit: 47:30 min
Stilrichtung: Power Metal
Plattenfirma: Mausoleum Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.lordvolture.com

LORD VOLTURE die Power Metaller aus den Niederlande sind definitiv auf dem aufsteigenden Ast. Mit der letzten Scheibe „Never Cry Wolf“ konnte man viele Türen öffnen, unter anderem trat man auf vielen Festvials auf, teilte mit so Künstlern wie PRIMAL FEAR, BLAZE BAYLEY oder VICIOUS RUMORS die Bühne, und man gewann natürlich auch viele neue Fans hinzu.
Dieser Tage kehren die Jungs rund um Fronter David Marcelis mit ihrem neuen Album „Will to Power“ zurück auf die Bildfläche, dieses Mal mit ihrem neuen Label Mausoleum Records im Rücken. Geboten wird uns auf dem neuen Diskus das bisher stärkste Werk der Band auf dem man erneut den Geist von JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN oder auch ICED EARTH atmet. Obwohl ich sagen muss das letztere Band den Vergleich am Besten stand hält.
Freunde des traditionellem, kraftvollen Power Metals können sich nun auf ein weiteres Sahnestück aus diesem Genre freuen, so viel sei schon mal vorab verraten!
Im Detail hört sich das so an. Der Opener „Where the Enemy sleep“ steigt auf jeden Fall schon mal recht kraftvoll ein und entwickelt sich nach einem langsameren Einstieg zu einem waschechten Midtempobanger bei dem man schön mitgehen kann. Als Opener absolut passend!
Nach diesem starken Beginn lässt man gleich den nächsten Volltreffer auf die Metalgemeinde los, denn mit „Taklamakan“ hat man einen ebenfalls bockstarken Track in der Hinterhand, der dieses Mal im Chorus aber nochmal eine Spur zwingender ist.
Das folgende „The Puglist“ ist zwar immer noch recht ordentlich fällt aber im Vergleich zu den beiden Vorgängersongs doch etwas ab. Wesentlich besser macht man es dann wieder mit dem Titeltrack „Will to Power“. Die messerscharfen Riffs und der eingängige Chorus fressen sich geradezu ihren Weg in die Gehörgänge und auch Fronter David muss man hier auch mal ein Kompliment machen, der Junge hat einfach ein schneidendes Organ, welches perfekt zum Sound der Band passt!
Auch in weiteren Verlauf lässt man keinen Zweifel daran das man mit „Will to Power“ das bisher beste und griffigste Album abliefern möchte.
Denn mit so Ohrwürmern wie „The Great Blinding“ oder dem Abschlusskracher „Line 'em Up!“ hat man ganz klar die da für notwendigen Argumente auf der Habenseite.
Das dabei auch der ein oder andere schwächere Song zu verkraften ist, liegt ja dann meistens in der Natur der Sache.

Anspieltipps:

Mit “Where the Enemy sleep”, “Taklamakan”, “Will to Power”, “The Great Blinding” sowie “Line 'em Up!” liegt ihr hier goldrichtig.

Fazit :

Ganz ehrlich, nach dem letzten Album “Never Cry Wolf” habe ich hier beim aktuellen Album keine großen Sprünge der Band erwartet. Zu gewöhnlich war der Sound damals. Aber LORD VOLTURE haben auf ihrem neuen Werk eine unglaubliche Weiterentwicklung durchgemacht und präsentieren sich so gut wie nie!
Die Riffs kommen messerscharf aus den Boxen, der Gesang passt perfekt zur Mucke und die Refrains sind schön melodisch und eingängig.
Ich bin mir auch sehr sicher, das man sich auf dem nächsten Album nochmal steigern wird, und das dann einer 9er Bewertung nichts mehr im Wege stehen wird!
Aufstrebender Power Metal aus den Niederlande, dafür stehen für mich nun ganz klar LORD VOLTURE, Fans des Genre kommen hier definitiv auf ihre Kosten!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Where the Enemy sleep
02. Taklamakan
03. The Puglist
04. Will to Power
05. My Sworn Enemy
06. The Great Blinding
07. Omerta
08. Badajoz (1812)
09. Line 'em Up!

Julian

LONELY KAMEL - Shit City

Band: Lonely Kamel
Album: Shit City
Spielzeit: 44:05 min
Stilrichtung: Stoner / Hardrock
Plattenfirma: Napalm Records
Veröffentlichung: 29.08.2014
Homepage: www.facebook.com/lonelykamel

"Shit City" ist bereits das vierte Album der Norweger von LONELY KAMEL. Ich muss gestehen gleichzeitig auch meine erste Berührung mit der Band.

Bereits beim eröffnenden Titelstück bin ich froh, endlich auf die Jungs aufmerksam geworden zu sein, fetzt der Song doch rotzig und flott rockend durchs Gebälk, nur kurz unterbrochen durch das Blubbern einer Bong. So geht Stoner Rock! Danach folgt ein mitreißender Mix aus Blues, Psychedelic, Southern/Classic Rock und ein klein wenig Doom. Alles schön Retro, als stammten die Aufnahmen aus den Endsechzigern bzw. den frühen Siebzigern. Ja, auch LONELY KAMEL sind letztendlich nur eine weitere Retroband. Der Markt für diese Stilrichtung boomt zwar weiterhin, die schiere Masse an neuen Bands schreckt aber sicherlich den einen oder anderen Rockfan mittlerweile ab. "Shit City" kann ich aber mit gutem Gewissen empfehlen, einfach weil die Songs dermaßen locker und entspannt präsentiert werden, dass man nicht anders kann als mit dem Fuss mitzuwippen, etwa bei "Is it over?". Weitere Anspieltipps sind das leicht schräge "I fell sick", das verspielte "Freezing" oder der Southern Rocker "BFD".

LONELY KAMEL machen richtig Spaß, Fans von LED ZEPPELIN, KYUSS, CREAM und ähnlich ausgerichteten Bands sollten sich "Shit City" auf jeden Fall anhören.

WERTUNG:







Trackliste:

01. Shit City
02. White Lines
03. Is It Over?
04. I Feel Sick
05. Seal The Perimeter
06. Freezing
07. BFD
08. Falling Down
09. Nightjar

Chris

STALLION - Rise And Ride

Band: Stallion
Album: Rise and Ride
Spielzeit: 42:58 min
Stilrichtung: Heavy / Speed Metal
Plattenfirma: High Roller Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.facebook.com/heavymetalstallion

2013 zählte die EP "Mounting the World" der neu gegründeten deutschen Truppe STALLION zu einem meiner Highlights. Frisch von der Leber weg zelebrierten Sänger Paul und Allzweckwaffe Axl, welcher alle Instrumente eingespielt hatte, traditionellen Heavy/Speed Metal mit einer ordentlichen Prise Sleaze-Rock Attitüde. Nun haben die beiden noch drei weitere Mitstreiter um sich geschart, unter anderem Oliver Grbavac (FLESHCRAWL) und legen nun mit "Rise and Ride" ihren ersten Langspieler vor.

Der Opener "Rise and Ride" zeigt, dass sich an der grundsätzlichen Ausrichtung der Band nichts geändert hat. STALLION atmen den Spirit der 80er Jahre und bringen den damaligen Sound von JUDAS PRIEST, ACCEPT, W.A.S.P. oder RIOT ins Jahr 2014. Das ganze klingt authentisch und wird mit viel Herzblut vorgetragen. Die Songs sind stets druckvoll und haben ihren Schwerpunkt im Heavy Metal ("Rise and Ride", "Streets of Sin") und im Speed Metal. Besonders Abrissbirnen der Marke "Wild Stallions" oder "Canadian Steel" welches von der eingangs erwähnten EP übernommen wurde, lassen das Herz eines jeden Oldschoolers höher schlagen.

Bei den Texten sollte man ein, besser beide Ohren zudrücken. Bei einigen Zeilen fühlt man sich gar an STEEL PANTHER erinnert. Aber was soll's, die Musik kracht und knallt, da muss es nun wirklich nicht hoch geistig hergehen.

STALLION schieben mit "Rise and Ride" nach ihrer starken EP ein wirklich feines Debüt hinterher. Wer auf traditionelle Metalmusik mit sleaziger Ausprägung steht, sollte sich die Jungs dringend mal anhören!

WERTUNG:







Trackliste:

01. Rise And Ride
02. Wild Stallions
03. Streets Of Sin
04. Stigmatized
05. Canadian Steele
06. Bills To Pay
07. Watch Out
08. The Right One
09. The Devil Never Sleeps
10. Wooden Horse

Chris

Mittwoch, 10. September 2014

CRUCIFIED BARBARA - In The Red

Band: Crucified Barbara
Album: In The Red
Spielzeit: 39:59 min.
Stilrichtung: Hardrock, Rock´n Roll, Punkrock
Plattenfirma: Despotz Records
Veröffentlichung: 12.09.2014
Homepage: www.crucifiedbarbara.com

Eine der vielversprechendsten Girlbands des harten Rock nimmt neuen Anlauf. Die Rede ist von CRUCIFIED BARBARA und ihrem mittlerweile vierten Langspieler. Die ersten Gehversuche unternahmen die Schwedinnen Anfang des neuen Jahrtausends. Nach einigen Demos tüteten sie 2005 ihr Debüt „In Distortion We Trust“ ein. Erste Achtungserfolge ließen auch nicht lange auf sich warten und seitdem spielten die Damen bereits im Vorprogramm von SEPULTURA, IN FLAMES, den BACKYARD BABIES und MOTÖRHEAD. Hört sich amtlich an. Die neue Platte nennt sich „In The Red“ und hat es ziemlich faustdick hinter den Ohren.

Schon ein kurzer Blick auf Titel wie „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ oder „To Kill A Man“ lassen erahnen, dass CRUCIFIED BARABARA die festgefahrene Hardrockwelt als Männerdomäne ganz schön auf den Kopf stellen. Diese vier Ladies schießen scharf – so viel steht fest. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der Opener „I Sell My Kids For Rock´n Roll“ nicht nur mit einem knackigen, wenn auch nicht ganz ernst gemeinten Text daherkommt, sondern auch ordentlich rockt. Die Schwedinnen kommen ohne Umschweife zur Sache und machen dabei keine Gefangenen – besonders keine männlichen. Das zeigt auch das etwas modernere und selten düstere „To Kill A Man“. Mit dem einfacher gestrickten „Electric Sky“ dürften sie auch bei Riff-Rock-Freunden punkten. Im weiteren Verlauf fallen besonders „The Ghost Inside“, „Follow The Stream“ und der Titeltrack positiv auf und lassen den Schluss zu, dass CRUCIFIED BARBARA mit „In The Red“ ihr bisher stärkstes Album fabriziert haben.

Von modern bis klassisch irgendwo zwischen Hardrock und Punk tönen die vier Schwedinnen gewohnt kompromisslos, können sich bei Album Nummer vier aber in Sachen Qualität steigern. Ganz ohne Längen kommt das Quartett aber auch hier nicht aus („Shadows“ oder „Do You Want Me“ etc.). Kommt live sicher noch um einiges besser.

WERTUNG:







Trackliste:

01. I Sell My Kids For Rock´n Roll
02. To Kill A Man
03. Electric Sky
04. The Ghost Inside
05. Don´t Call On Me
06. In The Red
07. Lunatic #1
08. Shadows
09. Finders Keepers
10. Do You Want Me
11. Follow The Stream

Stefan