Dienstag, 15. April 2014

Hi Folks!

Wir läuten die Mitte der Woche ein mit einem taufrischen Update für Euch - obwohl, viele von Euch haben ja eine kurze Woche und von daher ist morgen ja schon Freitag! Da soll sich mal einer auskennen...bleiben wir lieber bei unseren Leisten, und das sind heute diese Rezis:

- die Verdienste der AOR Veteranen TOTO sind wohl unbestritten. Deshalb haben die Goldgräber von Rock Candy Records satten drei Scheiben einen Re-Release spendiert - unser Feature gibt detaillierte Auskünfte darüber,

- ebenfalls in der AOR-Ecke Fuß fassen möchte die neue Kollaboration von namhaften Musikern unter dem Banner THREE LIONS. Ihr gleichnamiges Debüt steht jetzt in den Startlöchern,

- eine schweizer Band, in der keine Schweizer spielen? Eine Mädelsband, in der auch ein Kerl spielt? Na, das kann ja heiter werden. Aber das neue Album von SHEZOO kann überraschen,

- echter Thrash Metal aus Leipzig - dafür stehen EXXPERIOR. Ihr selbstveröffentlichtes Debüt "Killing Entertainment" hat unser Chris unter die Lupe genommen, und

- SCREAM MAKER ist eine Band aus Polen, die den alten Helden wie IRON MAIDEN oder JUDAS PRIEST huldigt. Was kann ihr neues Album "Livin´ In The Past"?

Wir wünschen Euch eine relaxte Restwoche und viel Spaß beim Lesen!

Euer Rock-Garage Team

TOTO - Toto / Hydra / Turn Back (Re-Releases)

Band: Toto
Album: Toto / Hydra / Turn Back (Re-Releases)
Spielzeit: siehe unten
Stilrichtung: AOR
Plattenfirma: Rock Candy Records
Veröffentlichung: 20.03.2014
Homepage: www.totoofficial.com

Ich ruf jetzt mal offiziell mein ganz persönliches TOTO-Jahr aus, denn pünktlich zum 35. Bandjubiläum gibt’s 2014 eine Live-Scheibe der letzten Tour, dazu die frohe Nachricht, dass die Band wieder im Studio an einer neuen Scheibe bastelt sowie oben drauf auch noch die Re-Releases der ersten Werke der Band. Wenn das mal kein Grund zur Freude ist. Den Anfang zu den anstehenden Festivitäten machen Rock Candy Records mit einem Neuauflagen der ersten drei Scheiben der AOR-Götter.  Ok, jetzt darf ich auch mal sentimental werden, denn wenn mir eine Toto Scheibe in die Finger kommt mutiere ich zum unverbesserlichen Fanboy. Da kenn ich ja nix. Vor allem wenn es um die ersten 3 Werke der AOR Legende geht, die bei mir absoluten Heiligenstatus genießen. Erwartet also bitte keine allzu kritische Auseinandersetzung mit den hier besprochenen Alben, denn die gehen (zumindest die ersten beiden) bei mir als absolute Klassiker durch. Punkt. Während die Band von großen Teilen der (US)Kritik schon immer (und immer noch) belächelt, bzw. nicht ernst genommen wird, ist der Fanzuspruch vor allem in Europa und Asien weiterhin ungebrochen. Dass sich die Abneigung eines gewissen Kreises der Kritikerpolizei daran aufhängt, dass die Band ausnahmslos aus versierten Studio-Cracks bestand und neben TOTO noch auf hunderten (und das ist mal ausnahmsweise keine Untertreibung) Studioproduktionen zu hören war, ist natürlich lächerlich. Fällt heutzutage der Name Jeff Porcaro, geht ein ehrfürchtiges Raunen durch den Drummerwald und Steve Lukather ist eine Koryphäe, zumindest für Leute die wissen wie rum man eine Gitarre zu halten hat. Also, ab in den Player mit dem selbstbetitelten Debüt Album aus dem Jahr …

„Toto“ (1978)
Spielzeit: 45:49 min.

21 Lenze jung war Gitarrist Steve "Luke" Lukather als er mit seinen Kumpels David Paich, den Brüdern Jeff und Steve Porcaro sowie den Studio/Session-Cracks David Hungate und Bobby Kimball mit der selbstbetitelten TOTO Debüt Scheibe einen AOR Klassiker für die Ewigkeit einspielte und allen anderen Gitarristen mit Soli der Extraklasse die Kinnladen runterklappen lies. Nicht nur die unglaubliche handwerkliche Autorität auf dem Instrument versetzte die Kollegen in Erstaunen sondern auch die abgebrühte Notenauswahl und der Top-professionelle Sound (was so, ganz nebenbei, auch eins-zu-eins auf die anderen Musiker übertragen werden kann). Welcher Cover-Gitarrist hat sich noch nicht an den flüssigen "Hold The Line"-Linien die Finger wund geübt oder ist am Outro von "Girl Goodbye" verzweifelt? Natürlich ist "Toto" keine One-Mann-Show sondern vielmehr das Ergebnis eines bis unter die Haarspitzen motivierten Kollektivs, das heutzutage wohl von findigen Managern als All-Star Truppe verkauft würde, damals aber einfach nur ein Auffangbecken für gleichgesinnte, blutjunge Vollprofis auf dem Weg zum Welt-Ruhm war. Eine 1Mio-Dollar-Schüler Band quasi, denn obschon einige der Jungs bereits mit Größen wie Steely Dan (Jeff Porcaro) oder Boz Scaggs (David Paich) gearbeitet hatten, waren die Burschen noch recht grün hinter den Ohren. "Hold the Line", "I'll Supply the Love", "Georgy Porgy" - muss man da noch mehr sagen? Alle drei Singles knackten die US Top 50 und sind auch heute noch absolute Ohrenschmeichler der Güteklasse A. Der Rest der Songs ist nicht minder stark: Kimball singt sich in "Manuela Run" den Arsch ab, "Rockmaker" ist bester Gute-Laune Rock und das originell arrangierte "Angela" zeigt, dass sich die Band auch vor Experimenten nicht scheut. Interessanterweise wurde die Scheibe von den Kritikern ziemlich unisono verrissen, fand beim Publikum aber umso größeren Respekt und Zuspruch (was ja nicht immer Hand-in-Hand geht). Die erste TOTO Platte vereint jugendlichen Verve und spielerische Leichtigkeit mit Musikalität auf absolutem Top-Niveau und Songwriting zum niederknien. Nie wieder haben TOTO so unbekümmert und hungrig geklungen wie auf dieser zeitlosen Scheibe.

„Hydra“ (1979)
Spielzeit: 41:19 min.

Was macht eine Band, die mit Ihrem Debüt einen Volltreffer gelandet hat und unerwartete Hitsingles platzieren konnte? Richtig. Man schiebt am besten eine Platte nach, die mit bizarrem Fantasy-Artwork, bombastischen, vetrackten beinahe Prog-Songs, komplett am Mainstream vorbei arrangierten Balladen und einem textlich verwirrenden Konzept eine harte Nuss darstellt. Tjaja, die Band, der Kritiker immer und immer wieder formelhaftes und vorhersehbares Songwriting und musikalische Irrelevanz ankreiden wollten sorgte mit Album No. 2 für reichlich Erstaunen bei Rezensenten und Fans. Auch wenn der mit seinem synkopierten Mittelteil überraschende Titeltrack heute noch regelmäßig Fans und Musiker steilgehen lässt, das zeitlose Kleinod "99" mit wunderbaren Gitarren/Keyboard/Bass Verflechtungen begeistern kann, Bobby Kimball's Power-Performance in "Mama" niemanden wirklich kalt lassen kann und "A Secret Love" mit wunderbar verschrobener Undurchsichtigkeit gefangen nimmt - damals war das wohl einfach Zuviel des Guten und so wurden TOTO mit enttäuschenden Verkaufszahlen abgestraft. Für manche, den Schreiber dieser Zeilen mit eingeschlossen, stellt "Hydra" aber das beste Werk in der beeindruckenden Diskographie der AOR Experten dar. Kreativ hatte sich die Band keinerlei Grenzen gesetzt und der charmante Mix aus David Paich's lässigen Piano Kompositionen, Jeff Porcaro's Jahrhundertgroove, Steve Lukather's unübertroffener Songdienlichkeit und Bobby Kimball's Gesangsleistung suchte seines gleichen. Die Produktion der Scheibe war ausgefuchst, detailverliebt und down-to-earth zugleich. „Hydra“ ist ein Album das mit der Zeit reift wie ein guter Wein.

„Turn Back“ (1981)
Spielzeit: 37:40 min.

"Turn Back", das dritte Werk der Band die mit dem anschließenden Mega-Seller "IV" aber so was von durch die Decke ging, ist bis heute das kleine schwarze Schaf in der Toto Diskographie geblieben. Die Band versuchte sich an härterem Zeugs, gab sich hörbar Mühe nach dem rigoros unkommerziell angegangenen Vorgänger noch ein Stück weiter die Labelerwartungen zu ignorieren und stellte Kritiker und Plattenbosse weiterhin vor Rätsel. Lukather's Gitarren sind in den Vordergrund gerückt, die Keyboard Einschübe zwar noch immer da aber doch ein Stück weit in die zweite Reihe verbannt. Zum ersten Mal arbeiteten TOTO nun auch mit einem externen Produzenten (Geoff Workman, u.a. King Crimson und Queen) zusammen, was sich hörbar in dem enorm polierten, dem Radio anbiedernden Sound bemerkbar machte. Ist aber alles halb so schlimm, denn mit dem grandiosen „Gift With A Golden Gun“, dem Rocker „English Eyes“ (von dem es übrigens eine sehr geile Version auf der … DVD zu bestaunen gibt), der packenden Ballade „A Million Miles Away“ oder dem progressiven Titeltrack sind mal wieder unsterbliche Klassiker dabei. Heutzutage bekäme eine Band nach einem kommerziellen Flop wie „Turn Back“ wohl keine Vertragsverlängerung mehr. Glücklicherweise ließen die Plattenbosse mit sich reden – was sich nur wenig später für Band und Label doppelt und dreifach auszahlen sollte. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Apropos Geschichte: Allen drei Re-Releases wurden ausführliche Liner-Notes sowie tolle Fotos spendiert, was den Mehrwert im Vergleich zu den regulären Ausgaben enorm steigert. Noch ein Wort zum (bei Rock Candy ja üblichen) Remastering der drei Scheiben. Als ziemlicher Toto-Head habe ich die Platten in diversen Ausgaben im Regal stehen und habe mal ein wenig (gut, ziemlich ausführlich) hin und her verglichen. Die regulären CDs, die über SONY vertrieben werden, klingen ziemlich übel - flach, leblos und ohne echten Tiefgang. Das Rock Candy Remaster hat hier deutlich die Nase vorn. Im Vergleich zu den japanischen (ebenfalls remasterten) 2004/2005er Ausgaben aus den die mir zum Vergleich Vorlagen fällt es da schon schwerer einen Sieger zu kühren: die beiden Versionen nehmen sich nicht viel. Aufgrund der bei weitem nicht so starken Dynamiklimitierung der Rock Candy Versionen würde ich auf jeden Fall diesen gegenüber den japanischen “Brickwall“-Remastern geben. Da die limitierten japanischen CDs aber mittlerweile eh nur noch gegen richtig fettes Geld den Besitzer wechseln, sind die vorliegenden Rock Candy Re-Releases wohl die beste Alternative zu den Standard Pressungen. Gegen die Vinyl-Ausgaben (z.B. die fetten 180g Neuauflagen der ersten beiden Scheiben von MusicOnVinyl ) können die CDs aber nicht anstinken, aber das ist natürlich auch ein ganz anderes Feld ... .

WERTUNG:
"Toto"

"Hydra"

"Turn Back"

Trackliste:

"Toto"

01. Child's Anthem
02. I'll Supply The Love
03. Georgy Porgy
04. Manuela Run
05. You Are The Flower
06. Girl Goodbye
07. Takin' It Back
08. Rockmaker
09. Hold The Line
10. Angela
11. Georgy Porgy (Extended Remix)

"Hydra"

01. Hydra
02. St. George and the Dragon
03. 99
04. Lorraine
05. All Us Boys
06. Mama
07. White Sister
08. A Secret Love

"Turn Back"

01. Gift With A Golden Gun
02. English Eyes
03. Live For Today
04. A Million Miles Away
05. Goodbye Elenore
06. I Think I Could Stand You Forever
07. Turn Back
08. If It'sThe Last Night

Mario

THREE LIONS - Three Lions

Band: Three Lions
Album: Three Lions
Spielzeit: 50:45 min.
Stilrichtung: AOR, Melodic Rock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 18.04.2014
Homepage: www.facebook.com/threelionsuk

Mit THREE LIONS schickt sich ein neues Projekt bekannter Musiker an, die Melodic Rock Welt zu erobern. Dahinter steckt niemand geringeres als Vinny Burns (guitars, DARE, TEN, ASIA), Greg Morgan (drums, DARE, TEN) und Nigel Bailey (vocals). Und obwohl auch hier wieder dieser Projekt Mief in der Nase liegt, verhält es mit THREE LIONS doch etwas anders. Zum Einen hat das Trio den Großteil der Songs selbst verfasst und damit sind sie auch ziemlich britisch. Das kann man durchaus als Kompliment werten. Und zweitens ist der Sound ist angenehm und nicht überfrachtet, er lässt den Songs den nötigen Platz. So finden die drei Löwen aus Großbritannien ihre Nische zwischen JOURNEY, WHITESNAKE, FOREIGNER oder auch TALISMAN.

Mit „Trouble In A Red Dress“ beginnt das Album mit einem dicken Ausrufezeichen! In bester Tradition rocken die Herrschaften den geneigten Fan in den siebten Himmel. Und das sehr riffbetonte „Hold Me Down“ rockt sich in die Herzen der Gefolgschaft. Fast wäre das ungeliebte Thema Projekt vergessen, da kommt „Twisted Soul“ doch gleich mit billigen Keyboards daher und kann nicht an das äußerst starke Eingangsduo anknüpfen. Egal, das balladeske „Winter Sun“ wiegt hier wieder einiges auf. Mit heulender Hammond und stampfendem Beat hat „Just A Man“ wieder ein ganz anderes Format – stark. Und auch Stücke wie das straigthe „Holy Water“, das fernöstlich anmutende „Kathmandu“ oder das hart rockende „Hellfire Highway“ lassen keine Wünsche offen.

Leider gibt es auch Durchschnittskost („Magdalene“, „Made For One Another“ oder „Don´t Let Me Fall“) und so lässt die Klasse speziell mit höherer Spielzeit spürbar nach. 13 Songs sind einfach zu viel – meine Rede – da gibt es nur wenige Ausnahmen. Nichtsdestotrotz haben die britischen Rocker ein hörenswertes Debütalbum eingetütet, das eindeutig zu den besseren Projekten aus dem Hause Frontiers gehört. Also: Daumen hoch für THREE LIONS!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Trouble In A Red Dress
02. Hold Me Down
03. Twisted Soul
04. Winter Sun
05. Just A Man
06. Holy Water
07. Two Hearts Beat As One
08. Kathmandu
09. Made For One Another
10. Magdalene
11. Don´t Let Me Fall
12. Hellfire Highway
13. Sicilian Kiss

Stefan

SHEZOO - Change

Band: Shezoo
Album: Change
Spielzeit: 50:29 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Sonic Revolution
Veröffentlichung: 25.04.2014
Homepage: www.shezoo.ch

Eine Schweizer Band, in der keine Schweizer spielen? Eine Mädelsband, in der auch ein Kerl spielt? Na, das kann ja heiter werden. Mal sehen, was das Prädikat „Heavy Metal“ auf dem Promozettel hergibt. Zum Glück kennt man die Band SHEZOO schon von früher und so hält sich die Verwirrung beim Rezensenten eher in Grenzen. Für alle, die SHEZOO bisher nicht kannten, gibt es jetzt ein kurzes Update: Als Band mit reiner Ladies-Power und sechs Mitgliedern 2006 gegründet entwickelte sich nach und nach dieses auf vier Personen gestrafftes Line-Up mit Natacha (vocals), Micha (guitars), Joey (bass) und Dana (drums), bei dem sich Axtschwinger Micha wohl als Hahn im Korb fühlen darf. Bisher hat die Band drei Alben aufgenommen und mit „Change“ steht nun das vierte in den Starlöchern. Live-Erfahrung konnte man schon im Vorprogramm von BLAZE BAYLEY, MATT ROEHR, BONAFIDE, RHINO BUCKET oder auf dem Heavy X-Mas Festival zusammen mit VAN CANTO oder WE BUTTER THE BREAD WITH BUTTER sammeln.

Der Titel „Change“ suggeriert natürlich einen Wandel und tatsächlich präsentieren sich SHEZOO 2014 gewachsen und kompakter und liefern ihre bis dato ausgereiftesten Songs ab. Auch der Sound von Connie Andreszka, Axel Friedrich und Christoph Brandes ist knackig und lässt trotzdem Platz für die verschiedenen Facetten im Sound des bunten Haufens. Alle Instrumente sind klar zu hören ohne vor die anderen zu übertönen, well done.

Es geht gleich los mit dem Titeltrack und der ist bepackt mit Heavyness und einer gehörigen Portion Attitüde aus den 80ern. Bei „Life“ wird sogar noch etwas eingängiger gerockt – für mich ist der Song mit einer der besten im bisherigen Schaffen von SHEZOO. „The Winner“ marschiert anfangs schnell nach vorne und fällt danach durch viele Tempowechsel auf, der Refrain ist nahe am Ohrwurm. Auch im weiteren Verlauf lässt das Quartett nichts anbrennen und hat mit „Live And Let Die“, „Hero“ oder das metallische „Salvation“ noch mehr Gewinner auf der Habenseite.

Abwechslung gibt es in Form von Balladen wie „Remember Me“ oder „Black Tears“, welches eher in die Kategorie Powerballade passt. Nach gut 50 Minuten ist der letzte Ton des Rausschmeißers „Lost And Dissipated“ verklungen und man muss gestehen, dass sich SHEZOO gesteigert haben. Sie haben es geschafft, ihre Songs abwechslungsreicher zu gestalten, sie bleiben im Ohr hängen und der Sound ballert fett aus den Boxen. So einfach lässt sich der Vierer nicht in eine Schublade stecken, aber das zeugt von der Vielseitigkeit der Band. SHEZOO stehen für Energie und sie haben ihre Eigenständigkeit aufs Neue ausgebaut.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Change
02. Life
03. The Winner
04. Live And Let Die
05. Realize
06. Remember Me
07. Save Us
08. Hero
09. Black Tears
10. Salvation
11. Lost And Dissipated

Stefan

EXXPERIOR - Killing Entertainment

Band: Exxperior
Album: Killing Entertainment
Spielzeit: 50:54 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Self-released
Veröffentlichung: 01.03.2014
Homepage: www.facebook.com/exxperior

EXXPERIOR aus Leipzig, das ist eigentlich Tom Liebing und eine handvoll Gastmusiker für den Gesang. Tom selbst kümmert sich um Bass, Gitarren und die programmierten Drums. Von letztem Punkt bin ich wirklich kein großer Fan, aber auf "Killing Entertainment" wirkt sich die Sache bei weitem nicht so schlimm aus, wie man es bei vielen anderen Projekten schon erleben musste.

Die wechselnden Sänger sind Fluch und Segen zugleich, der eine arbeitet mit hohen Screams, der nächste wildert schon fast in Death Metal Gefilden. Einerseits erzeugt man so Abwechslung, andererseits geht etwas die Bindung zwischen den Songs zu einem großen Ganzen verloren. Mit von der Partie sind z.B. Lenny B. (DUST BOLT), Dado (H.O.S.), Mika Eronen von den Schweden IMMACULATE oder Chris Carl (FIRST AID, HARMONY DIES).

Musikalisch ist man ganz fest im Thrash Metal der alten Schule verwurzelt, besonders den Einfluss der Bay Area hört man immer wieder durch. EXXPERIOR erfinden den Thrash Metal ganz sicher nicht neu und sind auch nicht der kommende Stern am Thrash-Himmel. "Killing Entertainment "ist trotzdem ein kurzweiliges Stück Metal geworden, das von Herzen kommt. Eine uneingeschränkte Empfehlung kann dementsprechend zwar nicht ausgegeben werden. Wer aber bereit ist dem deutschen Underground seine Aufmerksamkeit zu schenken und seine tägliche Dosis Geknüppel auch mal etwas roher mag, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen. Zumal die Songs wirklich solide klingen. Und wer sich das Video zu "Toxic Avenger" anschaut, räumt der Band einfach einen kleinen Sympathiebonus ein.

Abschließend noch ein Aufruf an alle Thrash-Musiker: falls euch das Projekt zusagt, der gute Tom sucht auf Facebook nach einem Gitarristen und einem Drummer aus dem Raum Berlin um auch live richtig durchstarten zu können.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Science
02. Toxic Avenger
03. Killing Entertainment
04. Armour Of Hate
05. Contaminated-Exterminated
06. I Am Your Death
07. Warden Of Infinity
08. Thrash Insanity
09. Exx Song
10. The Curse Of Misery (Part One) Chapter I. Welcome
11. The Curse Of Misery (Part One) Chapter II. Half The Truth
12. The Curse Of Misery (Part One) Chapter III. Greed
13. The Curse Of Misery (Part One) Chapter IV. Hellish Hole
14. The Curse Of Misery (Part One) Chapter V. Time For Revenge

Chris

SCREAM MAKER - Livin´ In The Past

Band: Scream Maker
Album: Livin´ In The Past
Spielzeit: 54:30 min.
Stilrichtung: Hardrock, Heavy Metal
Plattenfirma: Perris Records
Veröffentlichung: 01.04.2014
Homepage: www.screammaker.com

Schon der Albumtitel „Livin´ In The Past“ deutet an, was die polnischer Metaller SCREAM MAKER auf ihrem neuen Album vor haben. Klassischen Heavy Metal im Fahrwasser von IRON MAIDEN, JUDAS PRIEST oder EDGUY hat sich die Band aus Warschau auf die Fahnen geschrieben. Für viele wäre es wohl eine Gnade, wieder in der Vergangenheit leben zu dürfen, zumindest, was die Musik angeht. Aber kommen wir mal zu den Songs auf dem im Sommer 2013 mit Alessandro Del Vecchio fertig gestellten Album:

Nach einem reinen Piano-Intro, das wohl kein Metalhead erwartet hätte, startet „In The Nest Of Serpents“ durchaus gefällig. Die Stimme von Sebastian Stodolak pendelt irgendwo zwischen Bruce Dickinson und Tobi Sammet. Der Sound geht in Ordnung und ist ohne Schnörkel auf retro getrimmt. Nach den Fragezeichen beim Intro also ein gelungener Einstieg. Das flottere „Glory For The Fools“ kommt mit Doublebass Attacken und schnellem Riffing daher und wird von einem einfachen aber melodischen Refrain abgerundet. Beim Titeltrack drosseln SCREAM MAKER das Tempo merklich und erstmals beginnt die Stimme von Stodolak zu nerven. Auch in Sachen Songwriting kann das Stück überhaupt nicht mit den ersten beiden mithalten.

Bei „Fever“ verzetteln sich die Polen so stark dabei progressiv klingen zu wollen, was gehörig in die Hose geht. Es genügt eben nicht, ein paar vertrackte Akkorde und Tempiwechsel aneinander zu reihen. Auch der Großteil der weiteren Songs ist höchstens Mittelmaß und eigentlich nicht der Rede wert. Sehr schade, denn die Jungs hatten echt gut losgelegt. Auch die Stimme von Frontmann Sebastian Stodolak trägt dazu bei, dass der Hörer wohl nach drei oder vier Stücken entnervt aufgibt. Komisch – denn bei den ersten beiden Songs fiel das noch gar nicht so ins Gewicht.

Anyway – was SCREAM MAKER auf „Livin´ In The Past“ abliefern, wird wohl nicht zum Sprung in die Ruhmeshallen des Heavy Metal reichen. Hier wird Altes einfach aufgewärmt und praktisch ohne eigene Identität und Ideen musiziert. Die halbgaren Songs tun ihr Übriges. Das Leben in der Vergangenheit könnte so schön sein…

WERTUNG:






Trackliste:

01. Intro
02. In The Nest Of Serpents
03. Glory For The Fools
04. Livin´ In The Fools
05. Fever
06. All My Life
07. Angel
08. Spacestone
09. Stand Together
10. Confessions
11. Never Say Never
12. Metalheads

Stefan

Montag, 14. April 2014

STOP STOP - Join The Party

Band: Stop Stop
Album: Join The Party
Spielzeit: 55:28 min.
Stilrichtung: Hair Metal, Hardrock
Plattenfirma: Metalapolis
Veröffentlichung: 17.04.2014
Homepage: www.stopstoptheband.com

Es gibt sie noch – diese rastlosen Vagabunden, die die ganze Welt abgrasen und denen kein Abenteuer zu groß ist. Geboren auf Menorca tingelte Jacob A.M. (vocals, bass) bald über Barcelona und Mailand ins gelobte Land nach Los Angeles, um sich dort erneut auf die Suche nach geeigneten Mitmusikern zu begeben. Alles ohne Erfolg, erst 2009 fand er – mittlerweile zurück in Spanien - in Gitarrist Vega einen Mitstreiter, der seine Visionen teilte und bald darauf stieg der aus Bulgarien stammende Drummer Danny Stix ein. 2010 sah das Debüt „Unlimited“ das Licht der Welt – ein rohes, ungeschliffenes Stück Rockmusik, das mit einer Mischung aus LIZZY BORDEN, DIAMOND REXX und den BACKSTREET GIRLS für Verzückung sorgte. Damals war als zweiter Gitarrist Mak G.G. in der Band, doch schon kurz nach dem Release des Albums haben sich STOP STOP zum Powertrio gesundgeschrumpft.

In der Folgezeit haben STOP STOP in Großbritannien eine neue Heimat gefunden, wo sie sich nicht nur eine große Fanbase aufbauen konnten sondern in Donna Holton – einer ehemaligen Freundin von GARY MOORE – eine große Unterstützerin gefunden haben. Zurück in Barcelona hat das Trio 2012 ihr zweites Album „Join The Party“ in Angriff genommen, das jetzt endlich veröffentlicht wird. Der Sound ist äußerst druckvoll geworden und nach wie vor ist das Organ des stets weiß geschminkten Jacob A.M. das Aushängeschild der Band, die eher im Streetrock Segment denn im Hair Metal unterwegs ist.

“Lost In The U.K.“ eröffnet die Partie mit Harleysound und Slidegitarren a ´la CINDERELLA. Aber schon bald ist wieder die rohe Wildheit zu spüren, die auch schon den Erstling ausgezeichnet hat. Nicht ohne allerdings eine dicke Portion Melodie in den Song zu pumpen. Das schnelle „Love Machine“ erinnert von der Härte her an den Opener des Debüts („Born To Rock“). Der Titeltrack ist ein Bastard aus Melodie und Härte mit Party-Attitüde. Ein Vorzeigesong, wenn man den Sound von STOP STOP beschreiben sollte. „Poser“ rechnet gleich mit der ganzen Welt, die nicht auf Rock´n Roll steht und ist ein richtiger Wutbrocken.

“Pigs Falling Down“ beginnt mit ein bisschen wie AC/DC´s „Hell´s Bells“ und begleicht alle offenen Rechnungen mit den Politkern dieser Erde. Das stilsichere „Toilet Party“ ist herrlich inkorrekt und nebenbei ein starker Song. Gefälliger Rock´n Roll wird bei „In´N´Out“ zelebriert. Nach der Ballade „Coming Home“ kann „Lola“ noch mal so richtig nach vorne rocken bevor sich „With You“ in akustischem Gewand präsentiert. Das sind doch mal ganz neue Töne aus dem STOP STOP Lager. Mit „Diane“ folgt ein geradeaus rockendes Highlight, das abermals bei AC/DC wildert – stark! Nach dem aufmunternden „Bad Hair Day“ bleibt noch Platz für die abschließende Ballade „My Friend“ – noch einmal komplett akustisch und ohne Schnick Schnack.

“Join The Party“ eröffnet dem Hörer mehr Abwechslung als das Debüt, welches allerdings sehr stark war. Daran können STOP STOP allerdings anschließen, sie präsentieren sich gereifter und verfeinern ihre Song mit mehr Details. Die Jungs sind definitiv ein Geheimtipp, der hoffentlich bald keiner mehr sein wird. Nach dem starken Debüt haben STOP STOP weiter hart an sich gearbeitet und sich den Arsch abgetourt, was auch dem neuen Album zu Gute gekommen ist.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Lost In The U.K.
02. Love Machine
03. Join The Party!
04. Poser
05. Pigs Falling Down
06. Toilet Party
07. In´N´Out
08. Coming Home
09. Lola
10. With You
11. Diane
12. Bad Hair Day
13. My Friend

Stefan

RAY WILSON - Genesis vs. Stiltskin - 20 Years And More

Band: Ray Wilson
Album: Genesis Vs Stiltskin – 20 Years And More
Spielzeit: 119:49 min. (CD´s), 135:10 min. (DVD)
Stilrichtung: Alternative-Rock
Plattenfirma: Jaggy D / Soulfood
Veröffentlichung: 04.04.2014
Homepage: www.raywilson.net

Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass RAY WILSON gemeinsam mit seiner Begleitband – bestehend aus Ali Ferguson und Steve Wilson an den Gitarren, Lawrie MacMillan am Bass, Ashley MacMillan an den Drums und Darek Tarczewski am Keyboard – in den beeindruckenden Hallen der Trojka Studios in Warschau dieses bahnbrechende Livealbum aufnahm. Tatkräftig unterstützt wurden die sechs Rocker bei diesem legendären Konzert von einem klassischen Ensemble, bestehend aus Streichern und Bläsern, welches für den unorthodoxen letzten Feinschliff und die filigranen Ausschmückungen der Songs sorgte.

Der Opener „Another Day“ ist vorteilhaft gewählt, wobei man die Virtuosen an den klassischen Instrumenten idealerweise für ein ausgedehntes Intro hätte nutzen können, was der ganzen Platte ein wenig mehr Spannung gegönnt hätte und gerade für ein Best-of-Album ein würdiger Einstieg gewesen wäre. „Easier That Way“ und „American Beauty“, welche beide zu den neueren Werken RAY WILSONS zählen, könnten neben einigen anderen Stücken des Albums ohne Probleme ihren Platz in den heutigen Mainstream-Charts finden. Das Hauptaugenmerk hat RAY WILSON selbstverständlich auf seine selbstkomponierten Songs gelegt: Ob rockig wie „Show Me The Way“, balladesk wie „The Actor“ oder eingängig wie „Change“, für beinahe jeden Geschmack ist etwas dabei. Ein ganz anderes Genre bedient RAY WILSON mit dem Stück „The Airport Song“, bei welchem er sich völlig dem Country verschrieben hat. Wiederum komplett in die entgegengesetzte Richtung bewegt sich „Constantly Reminded“ und besticht durch eine gewaltige, progressive Entwicklung.

Der Lebenslauf des schottischen Sängers ist durch seine Zeiten als Sänger der Bands STILTSKIN und GENESIS entsprechend geprägt und auch der Titel des Albums lässt verlauten, dass RAY WILSON sich am Liedgut beider Bands – wenngleich einiges davon nicht aus seiner eigenen Feder stammt – bedient. Seine grungige Stimme verleiht den Songs einen gewissen mystischen Hauch und lässt sie ganz im Stile des „coolen Altrockers“ mal lässig und leicht, in anderen Momenten hingegen gar schwermütig à la Kurt Cobain klingen.

Besonders eindrucksvoll umgesetzt ist das STILTSKIN-Meisterwerk „Inside“, das durch ein klassisch angehauchtes Intro (ja, so ein Ensemble zahlt sich eben doch aus) und brachiale Gitarren ein ambivalentes Erscheinungsbild erhält. Der geneigte GENESIS-Fan muss währenddessen ehrlicherweise leider zugeben, dass „That’s All“ und „Mama“ gesanglich von PHIL COLLINS weitaus interessanter und mysteriöser intoniert wurden. In starkem Kontrast dazu nehmen „No Son Of Mine“ und „Carpet Crawlers“ in der Version von RAY WILSON beeindruckende Ausmaße an. Gänsehaut inklusive!

Fazit:  „Genesis Vs Stiltskin – 20 Years And More“ bietet einen abwechslungsreichen und interessanten Querschnitt des gesamten Lebenswerks RAY WILSONS und geht nicht zuletzt dank des hochwertig produzierten Bildmitschnitts weit über die üblichen 08/15-Best-of-Alben hinaus.

WERTUNG:






Trackliste:

CD1
01. Another Day
02. Easier That Way
03. Show Me The Way
04. Lemon Yellow Sun
05. That’s All
06. The Actor
07. No Son Of Mine
08. American Beauty
09. Carpet Crawlers
10. Change
11. Sarah

CD2
01. She’s A Queen
02. The Airport Song
03. Tale From A Small Town
04. Wait For Better Days
05. Ripples
06. Constantly Reminded
07. Inside
08. Mama
09. Calling All Stations
10. Congo

DVD
01. Another Day
02. Easier That Way
03. Show Me The Way
04. Lemon Yellow Sun
05. That’s All
06. The Actor
07. No Son Of Mine
08. American Beauty
09. Carpet Crawlers
10. Change
11. Sarah
12. She’s A Queen
13. The Airport Song
14. Tale From A Small Town
15. Wait For Better Days
16. Ripples
17. Constantly Reminded
18. Inside
19. Mama
20. Calling All Stations
21. Congo

Christoph

ANUBIS GATE - Horizons

Band: Anubis Gate
Album: Horizons
Spielzeit: 65:13 min
Stilrichtung: Progressive Metal
Plattenfirma: Power Prog / Nightmare Records
Veröffentlichung: 15.04.2014
Homepage: www.anubisgate.com

Die Dänische Prog-Festung ANUBIS GATE melden sich mit einem auf 2 Positionen erneuerten Line-Up (Michael Bodin an der Gitarre und Morten Gade Sorensen an den Drums) und Ihrem 6. Studioalbum „Horizons“ eindrucksvoll zurück. Abermals von Gitarrist Kim Olesen und dem Langzeit Prozuent und Interims-Sänger Jacob Hansen (u.a. Primal Fear, Volbeat und  Destruction) zeitgemäß produziert, gibt es über eine Stunde einen äußerst fetten und transparenten Sound auf die Ohren der gekonnt anspruchsvollen Power Metal und dezenten, niemals zum Selbstzweck missbrauchten Prog Elementen verwebt. Beeindruckend ist neben dem fulminanten Klang der Scheibe und der musikalischen Leistung auch der variable, charismatische Gesang von Bassist Henrik Fevre, der als Dreh- und Angelpunkt klar im Zentrum des Geschehens auf „Horizons“ steht.

Besonders zu Beginn des Albums gibt es mit „Destined To Remember“ und „Hear My Call“ wunderbar ausgearbeitete, mit starken Hooklines versehene Tracks zu bewundern, in denen sich Komplexität, Musikalität und einprägsame Melodien die Waage halten. Nur ganz selten sind die tieferliegenden Einflüsse der Band so deutlich herauszuhören wie in dem geilen Opeth-meets-30 Seconds To Mars Track „Airways“. Beinahe brachial knüppeln sich ANUBIS GATE in „Revolution Come Undone” nach vorne und beherrschen dabei die Kunst selbst vertrackteste Passagen wie selbstverständlich herunterzuzocken, Gegen Ende des Albums gibt es mit dem 14-minütigen „A Dream Within A Dream“, das Elemente aus dem zweiten Track „Never Like This (A Dream)“ aufgreift und weiterspinnt, einen epischen Track zu bestaunen, der alles bis dahin Gehörte auf wunderbare Weise zusammenführt und sämtliche Facetten der Band auf die Tapete bringt.  Das ist ganz großes Kino, das mit der feinen, eindringlich gesungenen Ballade „Erasure“ seinen perfekten Abschluss findet.

„Horizons“ sollte auf dem Einkaufszettel von jedem Prog-Metal Fan ganz oben stehen. Dank einer absolut amtlichen Produktion und kreativem Songwriting packt „Horizons“ den Hörer vom ersten Ton an und lässt ihn nicht mehr los. Und, der vielleicht wichtigste Verdienst der Band, nur ganz selten kann man Parallelen zu anderen Bands im Klangkosmos der Jungs ausmachen. Während neue Alben der Konkurrenz oft genug in einem nervenden Zitate-Raten endet, klingen ANUBIS GATE auch auf ihrem neuesten Streich eindeutig nach sich selbst. Beide Daumen hoch für eines der Prog-Metal Highlights des noch jungen Jahres. (Die CD Version des Albums enthält ein zusätzliches Schmankerl, an dem Fans der Band mit Sicherheit nicht vorbei kommen werden!)

WERTUNG:






Trackliste:

01. Destined To Remember
02. Never LikeThis (A Dream)
03. Hear My Call
04. Airways
05. Revolution Come Undone
06. Breach Of Faith
07. Mindlessness
08. Horizons
09. A Dream Within A Dream
10. Erasure

Mario

SEBASTIAN BACH - Give ´Em Hell

Band: Sebastian Bach
Album: Give ´Em Hell
Spielzeit: 50:59 min.
Stilrichtung: Hardrock
Plattenfirma: Frontiers Records
Veröffentlichung: 18.04.2014
Homepage: www.sebastianbach.com

Die Solokarriere des ehemaligen SKID ROW Vokalisten SEBASTIAN BACH kam ja lange nicht so recht ins rollen. Viel zu lange hielt er sich mit halbgaren Veröffentlichungen auf, erst zu „Angel Down“ kam er in die Puschen. Das war immerhin knapp 10 Jahre nach der ersten Soloscheibe. Und spätestens mit dem letzten Album „Kicking & Screaming“ hatte Seb auch einen formidablen Hit geschaffen, denn der Titeltrack hatte schon was ganz Besonderes. Aber auch das restliche Album konnte überzeugen. Nicht zuletzt durch die sehr gute Performance von Herrn Bach selbst sowie seinen Mitstreitern Bobby Jarzombek (drums) und dem Ausnahmetalent Nick Sterling (guitars). Letzterer wurde schon bald nach der Veröffentlichung von „Kicking & Screaming“ vor die Tür gesetzt. Auf dem neuen Dreher „Give ´Em Hell“ hat der kanadische Frauenschwarm allerdings für gehörig Star-Power als Ersatz gesorgt. Denn den etatmäßigen Gitarristen Devin Bronson hat er mal eben Steve Stevens (BILLY IDOL) und JOHN 5 (MARILYN MANSON) zur Seite gestellt. Und die Viersaitige zupft Ex-Gunner Duff McKagan.

Für die Produktion war ein weiteres Mal Bob Marlette zuständig, der auch der neuen Scheiblette einen zeitgemäßen Anstrich verpasst hat. Und so knallt der Sound ähnlich wie beim Vorgänger. Tiefergelegte Gitarrenwände und wummernder Bass sowie kraftvoller Drumsound sind das Ergebnis, was zusammen mit der Stimme von Sebastian schon ein Zungenschnalzer ist.

So höllisch fällt das neue Material aber gar nicht aus, obwohl der Opener „Hell Inside My Head“ das Wort im Titel trägt und schon gut abgeht, geht das folgende „Harmony“ ganz andere Wege. Versehen mit einem knackigen Riff hat der Song wie auch das komplette Album eine gewisse Grundhärte, ist aber nach diversen Screams des Frontmanns im Refrain eher von der polierten Sorte. Und auch „All My Friends Are Dead“ ist ganz eindeutig Hardrock mit viel Melodie und kein Heavy Metal wie man vielleicht denken könnte. Das als Single ausgekoppelte „Temptation“ kommt mit grollendem und düsteren Riffing daher, fängt sich aber im Chorus abermals und schlägt sich hier eher auf die melodische Seite. Schleppend schickt sich „Push Away“ an, die erste quasi Ballade auf dem Album zu sein. Ganz andere Seiten zieht die Band bei „Dominator“ auf – der Song gehört zu den härtesten in dieser Stunde Musik. Dazwischen gibt es mit „Had Enough“ oder dem staubtrockenen, mit Westernstimmung versehenen „Rock´n Roll Is A Vicious Game“ immer wieder Verschnaufpausen. Zur Messerstecherei kommt Seb gleich mit der Wumme an („Gun To A Knife Fight“) und wer bei „Taking Back Tomorrow“ eine Reise in die Vergangenheit vermutet, liegt komplett falsch. Naja, es heißt auch nicht „Taking Back Yesterday“. Nach dem Rocker „Disengaged“ und dem etwas zähen „Forget You“ ist dann auch Schluss.

Fassen wir diese 12 Songs doch mal zusammen: einen ähnlichen Hit wie auf dem Vorgänger haben die Herrschaften dieses Mal nicht im Programm, jedoch ist der Großteil der Stücke wirklich gut. Wer immer noch an die Rückkehr der alten SKID ROW mit der einzig wahren Stimme am Mikro glaubt, wird – wieder einmal – enttäuscht. Wer sich aber auf den Sound von SEBASTIAN BACH und seiner All-Star-Truppe einlässt, kann ein schickes Hardrockalbum entdecken. Und immerhin hat Mr. Bach immer noch eine der unverwechselbare Stimme…

WERTUNG:






Trackliste:

01. Hell Inside My Head
02. Harmony
03. All My Friends Are Dead
04. Temptation
05. Push Away
06. Dominator
07. Had Enough
08. Gun To A Knife Fight
09. Rock´n Roll Is A Vicious Game
10. Taking Back Tomorrow
11. Disengaged
12. Forget You

Stefan

BABYLON A.D. - Lost Sessions/Fresno CA ´93

Band: Babylon A.D.
Album: Lost Sessions/Fresno CA ´93
Spielzeit: 20:31 min.
Stilrichtung: Hair Metal, Hardrock
Plattenfirma: Apocalypse Records
Veröffentlichung: 18.02.2014
Homepage: www.facebook.com/Babylonadband

Irgendwann kommen sie alle wieder. Zumindest gefühlt ist das so. Auch die erfolgreichen US-Hair Metaller BABYLON A.D. versuchen noch einmal ihr Glück. Gerade einmal zwei Alben konnten Derek Davis (vocals), Dan De LaRosa (guitars), Ron Freschi (guitars), James Pacheco (drums) und Robb Reid (bass) vorweisen, bevor sie die übermächtige Grungewelle endgültig unter sich begrub. Ihr 1990 erschienenes Debüt „Babylon A.D.“ konnte mit Hits wie „Bang Go The Bells“, „Hammer Swings Down“ oder „The Kid Goes Wild“ – welches auch im Soundtrack zu Robo Cop 2 verwendet wurde – begeistern und damit waren sie genau am Puls der Zeit. Das zwei Jahre später nachgeschobene „Nothing Sacred“ hatte zwar immer noch gutes Songmaterial zu bieten, an den Erfolg des Erstlings konnten die Amis damit aber nicht anknüpfen. Es war aber auch eine schwere Zeit für diese Art von Musik.

Später erschien noch ein Livealbum („Live In Your Face“ 1998), ein neues, fürchterliches Album („American Blitzkrieg“ 2000) sowie eine Demokollektion („In The Beginning – Persuaders Recordings ´86 - ´88“ 2006). Jetzt hat sich die Originalbesetzung wieder zusammengefunden und wurde für einen Gig auf dem wohl letzten Firefest im Oktober 2014 gebucht. Passend dazu musste natürlich auch ein Lebenszeichen in Form von neuer Musik her. Wie der Name schon sagt, ist „Lost Sessions/Fresno CA ´93“ aber mehr ein Überbleibsel aus alten Tagen. Schon die ersten Takte des Openers „Love Blind“ machen klar, hier gibt es leider nur kraftlosen Demosound. Sehr schade, denn der Song hätte durchaus Potential. Auch das klassisch gestrickte „While America Sleeps“ ist genau das Futter, das sich die Fans schon lange erhofft haben. Die fast 7-minütige Powerballade macht da keine Ausnahme. Zu guter Letzt gibt es noch eine neue Version des Hits „Bang Go The Bells“, die ohne die Hochglanzproduktion des Originals auskommen muss.

Ich habe mich echt gefreut, dass es etwas Neues von BABYLON A.D. gibt, aber: der schlechte Demosound macht die echt tollen Songs kaputt. Und so bleibt „Lost Sessions/Fresno CA ´93“ leider nur etwas für eingefleischte Fans der Band. Warum hat man sich die Songs nicht noch einmal zur Brust genommen und hat sie mit vernünftigem Sound eingespielt? Mir blutet etwas das Herz, aber ich muss hier die Bewertung in zwei Teile splitten: die Songs an sich bekommen 8,5 Punkte, der Sound leider nur 4.
Damit bleiben im Schnitt gute 6,5 Punkte für diese EP.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Love Blind
02. While America Sleeps
03. Love Is A Mystery
04. Bang Go The Bells

Stefan

KNIGHTMARE - In Death´s Shadow

Band: Knightmare
Album: In Death's Shadow
Spielzeit: 60:33 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Metalapolis
Veröffentlichung: 17.04.2014
Homepage: www.knightmaremetal.com

Mit KNIGHTMARE betritt mal wieder eine Band vom fünften Kontinent Australien die Metalbühne der Welt. Die Jungs die 2008 von Sänger Mick und Gitarrist Luke gegründet wurde lässt sich nicht gerne in irgendwelche Genreschubladen stecken, sondern macht das was sie am besten können, Songs kreieren die nicht einfach einzuordnen und komplex sind. Es erwarten uns also ausgedehnte Songstrukturen auf ihrem Debütalbum „In Death's Shadows“ was auch die Erklärung dafür ist, warum wir es „nur“ mit sieben Songs zu tun haben werden. Das die Songs aber teilweise die 10 Minuten Marke knacken wird einen erst auf den zweiten Blick bewusst.
Wir sperren jetzt auf jeden Fall mal schön die Lauscher auf und widmen uns dem Opener „Cazador de Hombres“. Man merkt direkt was der Promotext mit komplexen und ausufernden Songstrukturen meinte, hier wird wild durcheinander gemixt was der Metaltopf so hergibt, trotzdem muss man den Jungs zu Gute heißen das das Ganze doch ein gewisses System hat und die Melodic nicht zu kurz kommt. Auch Fronter Mick ist gut bei Stimme.
Die Eröffnung ist also auf jeden Fall geglückt und mit dem anschließenden „Granted Death“ bekommen wir dann das erste Mal ein richtiges Monstrum vor den Latz geknallt! Ganze 10 Minuten dauert die Nummer, die sich irgendwo zwischen Epic/Heavy und Progressive Metal bewegt. Nicht leicht dort den Überblick zu behalten....
Auch der nächste Song „False Prophets“ macht es uns mit seinen 9 Minuten nicht gerade leicht. Aber hier legt man wieder ein wenig mehr Wert auf die Melodic und nicht zu sehr auf die Progressivität. Sehr löblich, ich glaube zwei überlange, komplexe Nummern wäre auch des Guten zu viel gewesen!
Und mit den nächsten beiden Nummern „Apocalypse“ und „Knightmare“ macht man ebenfalls nicht viel falsch. Gerade letztere Nummer gräbt sich aufgrund des interessanten Aufbaus und des eingängigen Chorus ohne Probleme direkt in die Gehörgänge.
Schlussendlich sind wir dann bei den beiden letzten Tracks „Unity through Chaos“ und „Judgment“ angekommen. Letztere ist mit 11 Minuten der absolut längste Track und Achtung nur ein instrumentales Stück. Bei beiden Tracks frönt man wieder dem absolut ausladenden, komplexen Spiel, was dem Genrefan zwar gefällt, der Eingängigkeit aber absolut nicht gut tut. Mir persönlich ist das definitiv zu anstrengend! Der Schluss der Platte ist daher nur bedingt gelungen.

Anspieltipps:

“Cazador de Hombres”, “False Prophets” sowie “Knightmare” sind hier die stärksten Nummern.

Fazit :

Eins ist mal klar, das Debütalbum von KNIGHTMARE ist auf jeden Fall eins, sehr speziell! Mit ihren ausladenden, komplexen Songstrukturen sprechen sie auf jeden Fall den Epic/Progressive Metaller unter uns an der auf ordentlich Gefrickel steht.
Mir bleibt da ein wenig zu sehr die Melodic und die Eingängigkeit auf der Strecke, das die Jungs es auch anders können zeigen ja zum Beispiel meine Anspieltipps.
Solide ist die hier dargebotene Leistung aber auf alle Fälle und ich würde mal sagen man wird sicherlich seine Fans und Abnehmer finden!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Cazador de Hombres
02. Granted Death
03. False Prophets
04. Apocalypse
05. Knightmare
06. Unity through Chaos
07. Judgment

Julian

Freitag, 11. April 2014

TEMPERANCE - Temperance

Band: Temperance
Album: Temperance
Spielzeit: 56:34 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Scarlet Records
Veröffentlichung: 14.04.2014
Homepage: www.temperance.it

Mit TEMPERANCE haben wir wieder mal einen vielversprechenden Newcomer auf dem Tisch. Und drei Mal dürft ihr Raten wo eine Band die als Einflüsse RHAPSODY OF FIRE, DRAGONFORCE oder HEAVNLY nennt herkommt? Richtig, aus Italien!
Das Land ist wirklich ein wahres Geburtsbecken für diese Art Bands und auch die Jungs und das Mädel von TEMPERANCE können sich ihrer Einflüsse absolut nicht erwehren.
Die beteiligten Musiker sind aber keine Unbekannten im Genre, waren sie doch schon Teil von SECRET SPHERE oder BEJELIT.
Wir können uns also auf eine kräftige Prise Heavy Metal mit weiblichem Gesang einstellen, der auf dem selbst betitelten Debütalbum mit dem Song „Tell me“ eröffnet wird. Und die Truppe legt los wie die Feuerwehr! Hier wird sich nicht lange mit Vorgeplänkel aufgehalten, sondern man stürzt sich direkt mit schnellen und aggressiven Riffs in den Song. Der Chorus ist dann wunderbar eingängig und die Gesangsstimme der Sängerin passt perfekt zur Mucke!
Auch das anschließende „Hero“ schlägt in die gleiche Kerbe. Hier kommen auch die, auch schon beim Vorgänger dezent vorhandenen, Growls besser zur Geltung und es entsteht ein cooler Wechselgesang. Der Chorus ist hier auch nochmal eine Spur packender als beim Vorgängersong.
Und es geht gnadenlos erstmal so weiter! „Heavens Above“, „Breathe“ und „Scared and Alone“ alles Songs die die notwendige Härte besitzen aber auch melodisch genug sind um sich sofort ins Hirn zu fressen!
Einzig „To be with you“ bleibt da ein wenig auf der Strecke, aber das kann man hier ohne Probleme verschmerzen.
Die zweite Hälfte wird durch das epische „The Fourth Season“ eingeläutet. Hier wird man atmosphärisch ganz tief eingebunden und man bewegt sich schon fast im Symphonic Metalbereich. Steht der Band auf jeden Fall auch sehr gut zu Gesicht und der Track ist definitiv einer der stärksten auf dem Album!
Krachend und trotzdem melodisch geht es dann wieder mit dem Song „Relentlessly“ weiter, der mit einem schönen weiblich/männlichen Wechselgesang aufwarten kann und ebenfalls absolut zu gefallen weiß.
Über die beiden auch sehr gelungene Songs „Dejavu“ und „Stronger“ geht es dann in das abschließende Symphonic/Progressive Schwergewicht „Lotus“ welches die Scheibe wirklich sehr schön abrundet. Hier zeigt die Band nochmal alle Facetten ihres Spiels und beweißt das man das starke Niveau vom Anfang auch hier nochmal abrufen kann!

Anspieltipps:

“Tell me”, “Hero”, “Heavens Above”, “The Fourth Season” sowie “Relentlessly” sind hier eindeutig die Überflieger.

Fazit :

Junge, Junge auf dem selbstbetitelten Debütalbum legen TEMPERANCE los wie die Feuerwehr! Die Metalriffs knallen nur so aus den Boxen, an die eingängigen, melodischen Refrains wurde auch gedacht und für die ganz harten unter uns gibt es auch noch ein paar Growls. Man versucht hier wirklich fast jedes Genre zu bedienen und schwankt immer schön zwischen, Heavy, Progressive, Symphonic und Bombastmetal hin und her und was soll ich sagen der Spagat gelingt der Band wirklich sehr gut!
Für ein Debütalbum ist die Qualität hier wirklich mehr als beachtlich und mich würde es nicht wundern wenn wir hier das nächste Big Thing nach den Überfliegern von AMARANTHE haben. Wobei AMARANTHE deutlich poppiger zu Werke gehen.
TEMPERANCE, diese Band sollte man sich auf jeden Fall als Genrefan gut merken!

WERTUNG:






Trackliste:

01. Tell me
02. Hero
03. Heavens Above
04. Breathe
05. To be with you
06. Scared and Alone
07. The Fourth Season
08. Relentlessly
09. Dejavu
10. Stronger
11. Lotus

Julian

LOST SOCIETY - Terror Hungry

Band: Lost Society
Album: Terror Hungry
Spielzeit: 48:55 min
Stilrichtung: Thrash Metal
Plattenfirma: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 04.04.2014
Homepage: www.facebook.com/lostsocietyfinland

Als Nachwuchsband muss man heute, bei der Masse an neuen Thrash Kapellen die gefühlt täglich auf die Bühnen dieser Welt drängen, am Ball bleiben. Darum hauen die Jungspunde von LOST SOCIETY knapp ein Jahr nach ihrem vielbeachteten und hochgelobten Debüt "Fast Loud Death" bereits den zweiten Langspieler über Nuclear Blast auf den Markt. Das neue Werk schimpft sich "Terror Hungry" und der Name ist Programm.

Die Zutaten sind unverändert geblieben: eine dicke Scheibe BayArea Thrash, eine Schippe teutonische Knüppelkunst und als Würze noch eine Brise Crossover-Sound. Das ganze schnörkellos zubereitet, ohne unnötigen Ballast und Schnick-Schnack. Einfach ehrlich, direkt, voll auf die Zwölf. Die Songs rasen messerscharf und zielsicher aus den Boxen und knüpfen nahtlos an den Vorgänger an.

Samy Elbanna (Vocals, Gitarre), Arttu Lesonen (Gitarre), Mirko Lehtinen (Bass) und Ossi Paananen (Drums) haben sich ihre jugendliche Unbekümmertheit erhalten und ziehen immer noch wild, ungezähmt und ohne Atempause vom Leder.

Einzelne Höhepunkte rauszupicken fällt schwer, am stärksten haben sich bei mir neben dem Titeltrack noch "Tyrant Takeover", "Game Over" und "Lethal Pleasure" in den Gehörgängen festgesetzt.

Ich verzichte jetzt auch darauf die ganzen Namen großer Thrash Bands oder aktueller Szene-Senkrechtstarter aufzuzählen: LOST SOCIETY schnappen sich Inspiration aus allen Unterformen des Genres und machen einfach rotzfrechen, energiegeladenen Thrash Metal.

Jedem Thrash Maniac kann ich diese Scheibe nur wärmstens ans Herz legen, LOST SOCIETY machen einfach Spaß. Und wenn ihr die Chance habt die Finnen mal live zu erleben, unbedingt hingehen, hier zeigen sie vielen etablierten Bands wo der Hammer - besser gesagt die (Thrash) Keule hängt.

WERTUNG:






Trackliste:

01. Spurgatory
02. Game Over
03. Attaxic
04. Lethal Pleasure
05. Terror Hungry
06. Snowroad Blowout
07. Tyrant Takeover
08. Overdosed Brain
09. Thrashed Realty
10. F.F.E.
11. Brewtal Awakening
12. Mosh It Up
13. Wasted After Midnight

Chris

EDGE OF THORNS - Insomnia

Band: Edge of Thorns
Album: Insomnia
Spielzeit: 56:22 min
Stilrichtung: Heavy Metal
Plattenfirma: Killermetal Records
Veröffentlichung: 04.04.2014
Homepage: www.facebook.com/edgeofthorns

EDGE OF THORNS sind mit Sicherheit einer DER deutschen Heavy Metalbands die bislang immer nur recht kleine Brötchen backen mussten. Vollkommen unverständlich meiner Meinung nach, hat man doch zum Beispiel mit dem letzten Album „Masquerading of the wicked“ von 2007 bewiesen was man drauf hat.
Die Truppe wurde schon 1996 von Mastermind, Sänger und Gitarrist Dirk „Duke“ Schmidt gegründet. Es dauert dann aber noch bis 2003 bis man das Debütalbum „Ravenland“ auf die Fans loslassen konnte. Nach vielen Umbesetzungen und vielen Konzerten erschien dann als letztes 2007 das schon angesprochene Album, welches den Status der Band weiter festigte und ausbaute.
Nun, einige Konzerte und Besetzungswechsel später und mit Killermetal Records mit neuem Label im Rücken versucht man nun mit dem dritten Album „Insomnia“ einen neuen Anlauf um sich so richtig am Markt zu platzieren. Heavy Metalfans aufgepasst und Ohren auf, sonst könnte euch definitiv etwas entgehen!
Gestartet wird das Album mit dem Openersong „In your Dreams“. Eine coole Einleitung, mit einer Kindermelodie die schon zeigt das die Band ordentlich den Schalk im Nacken sitzen hat.
Mit dem Schalk ist es aber relativ schnell vorbei, „Dark Side of your Life“ presst sich mir einer unglaublichen Wucht und Aggressivität aus den Boxen. Der „Gesang“ von Fronter Duke erinnert an eine Mischung aus Obergrabschaufler Chris Boltendahl und RAGE Fronter Peavy. Coole Röhre hat der Duke da : - ). Aber auch der Song an sich ist eine gelungene Angelegenheit geworden und begeistert mit seinem treibenden Rhythmus und dem eingängigen Chorus.
Und auch die nächsten beiden Songs „Yearning has begun“ und „Insomnia“ graben sich direkt metertief in die Gehörgänge ein.
Der Oberknaller folgt dann aber mit „Metal Unity“ zu dem es auch ein cooles Zeichentrickvideo im Netz zu bestaunen gibt. Hier erklingt dann auch der Gastbeitrag des Albums, der von keinem geringeren als PRIMAL FEAR Sirene Ralf Scheepers erfolgt. Eine geile Nummer, die einem zum mitsingen und mitgehen einlädt. Ich bin begeistert!
Im Mittelteil haben wir dann das etwas ruhigere „The Watchmaker“ und das epische, stampfende „A caress of souls“ welches die bisherige Qualität nur noch mehr untermauern.
Und die Qualität bleibt auch im weiter Verlauf der Scheibe noch im ordentlichen Bereich. „Walking like a ghost“ ist wieder so ein schöner, schneller Mitgehsong geworden, „Death Dealer“ geht ebenfalls wunderbar ins Ohr, episch wird es dann bei „The 7 sins of Arthur McGregor“ und mit dem ruhigen, bedächtigen „...is this the way it ends“ finden man einen passenden Abschluss für das bisher stärkste Album der Bandgeschichte!

Anspieltipps:

“Dark Side of your Life”, “Yearnin has begun”, “Insomnia”, “Metal Unity” und “Walking like a ghost” sollte man auf jeden Fall anchecken.

Fazit :

Mit “Insomnia” liefern EDGE OF THORNS definitiv ihr stärkstes Album der Bandgeschichte ab! Gerade die ersten Songs sind richtig stark, gehen prima nach vorne und graben sich meterdick in die Gehörgänge. Im zweiten Teil gibt es zwar den ein oder anderen Track der von der Qualität her ein wenig abfällt und von der Spielzeit her, hätte es etwas kompakter sein können, aber das sind Kleinigkeiten und ansonsten gibt es wirklich nicht viel zu meckern. Beide Daumen gehen also absolut nach oben für diesen Diskus der auf jeden Fall auf jeder Einkaufsliste eines jeden Heavy Metalheads weit oben stehen sollte!

WERTUNG:






Trackliste:

01. In your Dreams
02. Dark Side of your Life
03. Yearning has begun
04. Insomnia
05. Metal Unity
06. The Watchmaker
07. A caress of souls
08. Walking like a ghost
09. Death Dealer
10. ….of hearts that burn
11. The 7 sins of Arthur McGregor
12. ...is this the way it ends

Julian